Akeleien sind rechte Kobolde im Garten und stimmen immer fröhlich. Wenn sie in mehreren Sorten und Arten gepflanzt werden, ergibt sich in den darauf folgenden Jahren ein rechtes Wirrwarr an Formen, Farben und Gestalten. Die Fotos sind aus meinem früheren Stadtgarten, doch dieses Jahr sind auch die ersten hier draußen im Dingefindergarten zu sehen. Sie wurden "eingeschleppt" mit den Pflanzen, welche ich aus dem Stadtgarten hier her umgesiedelt hatte. Ein Frühlingsgarten ohne Akeleien ist eigentlich kein richtiger Frühlingsgarten.
"Ein gutes Leben leben" - das könnte mein Motto sein. Ich berichte hier von meinem Leben als Dichter, Dingefinder und Gärtner im schönen Töpferdorf Fredelsloh von Garten, Topf und Magen und von der Kunst, den Alltag alltäglich zu genießen. Das geschieht auch immer mal wieder in Reimform. Manchmal lasse ich auch andere life durch Lesungen und Kräuterwanderungen an meinen Erfahrungen teilhaben. Viel Spaß auf diesem Blog wünscht: Jörg Krüger
Freitag, 31. Mai 2013
Fröhliche Hummel
Fröhliche Hummel
Nach getaner Liebesmüh,
sozusagen mühvollbracht,
summte Hummel die-
se Melodie,
summte davon sacht,
das Liebe niemals Mühe macht. . .
und trunken von des Nektars Süße,
mit Blütenpollen anne Füße,
sang und summt´ sie vor sich hin:
Wie schön, dass ich ´ne Hummel bin!
p. s.
Zwar sind die Hummeln dick geraten,
doch nehmen sie es mollig heiter,
ganz egal, was andre denken,
fliegen sie trotz Schwerkraft weiter.
Mittwoch, 29. Mai 2013
Aus dem Dingefindergarten
Dienstag, 28. Mai 2013
Ein jeder Tag
Ein jeder Tag
Ein jeder Tag hat sein eigenes Lied.
Wenn ein leiser Wind durch die
Baumwipfel zieht
und die Dämmerung die Klänge
geheimnisvoller werden lässt,
ein tausendfältiges Summen
im Geäst
dich zum Verstummen bringt,
dann ist es die liebende Erde selber,
die singt.
Ein jeder Tag hat sein eigenes Lied.
Wenn ein leiser Wind durch die
Baumwipfel zieht
und die Dämmerung die Klänge
geheimnisvoller werden lässt,
ein tausendfältiges Summen
im Geäst
dich zum Verstummen bringt,
dann ist es die liebende Erde selber,
die singt.
Dialoge: Durst - Liebelleien
Godiva von Freienthal: Durst
Mein
Schoß dürstet nach deinem innigsten Liebkosen
Mein
Mund sehnt nach dem wilden Spiel unsrer Zungen
Mein
Körper brennt nach deiner Haut
Meine
Haut nach deinen heißen Händen
Deinem
Atem
Unsren
feuchten, tiefen Küssen
Nach
dem Schwirren unserer Hitze
Dem
Summen in mir bei jeder Berührung
Nach
tiefem Atmen, Seufzen, Fallen
Ich
lüste nach der Stille in jeder Bewegung
Nach
dem Anhalten der Zeit
Jetzt
Dingefinder Jörg Krüger: Liebelleien
Liebestoll, liebesvoll
sah ich zwei Libellen
in inniger Vereinigung
durch die Lüfte schnellen.
(Sie flogen mir fast an den Kopf,
durch nichts zu stoppen).
sah ich zwei Libellen
in inniger Vereinigung
durch die Lüfte schnellen.
(Sie flogen mir fast an den Kopf,
durch nichts zu stoppen).
Als ich sie so verliebt sah,
überkam mich die Sehnsucht in Wellen:
Ich möchte mit Dir
nicht ficken nicht vögeln nicht bumsen nicht poppen.
Ich möchte liebellen.
überkam mich die Sehnsucht in Wellen:
Ich möchte mit Dir
nicht ficken nicht vögeln nicht bumsen nicht poppen.
Ich möchte liebellen.
Mehr zu Godiva von Freienthal:
Und nicht vergessen! Am kommenden Sonntag liest Godiva im Atelier Laubenpiep!
Sonntag, 26. Mai 2013
Fundstücke: Birkenpilz und Federblatt
Ein Foto mit Seltenheitswert: Birkenpilz und Mairitterlinge |
Der Himmel ist zwar bedeckt, doch es ist trocken, und es weht auch ein Wind, von dem ich mir erhoffte, dass er die Weißdornblüten etwas trocknet. Doch dem war leider nicht so, die meisten hingen feucht und schwer am Strauch. So sammelte ich nur eine kleine Menge, da ich keine Möglichkeit habe, sie bei diesem Wetter gut zu trocknen. Noch sind viele Knospen an den Sträuchern, so dass ich für dieses Jahr die Hoffnung noch nicht aufgeben muss.
Weißdornblüten, diese Beigabe für einen wundervollen herzstärkenden Tee, haben für mich eine besondere Bedeutung. Wenn sie trocknen, erfüllen sie den Raum mit dem Duft meiner Kindheit. Auf einem Dachboden trocknete meine Großmutter ihre Kräuter, und wenn ich des sommers dort die Stiege hinaufkam, empfing mich dieser typische Geruch, gemischt mit dem Aroma von trocknenden Erikablüten. Wenn ich heute Weißdorn rieche, ist mir dieser Dachboden sofort präsent.
Ich trinke Weißdornblütentee im Winter sehr gerne. Ich weiß dass er nicht jedermanns Geschmack ist, ich selber tu da immer Honig hinein. Mit Rapshonig schmeckt er mir seit je her besonders gut. Als ich vor einiger Zeit in Polen war, sagte mir eine kräuterkundige Frau, dass Rapshonig herzstärkend sei. In wie weit diese Aussage zutreffend ist, kann ich nicht beurteilen. Doch es bestärkt mich in meinem Gefühl, dass das, was gut zusammen schmeckt, sich auch in der Wirkung ergänzt.
Ein seltsames Fundstück gab es dann noch, und ich musste zwei mal hinschauen: Hatte sich doch ein Pappelblatt mit Federn behängt. Ich sah die Federn auf dem Blatt schon aus einiger Entfernung, und ich konnte im Näherkommen nicht so richtig verifizieren, was ich da sah. Nah herangekommen stellte sich heraus, dass ein Jemand oder eine Jemandin einige Federn in das Pappelblatt gesteckt hatte. Ein kleines Kunstwerk nach Art von Goldworthy, und es erheiterte mich.
Wenn mir solche kleinen Geschenke zum Schauen gereicht werden, dann verdrießt mich der Regen nicht mehr ganz so. Und heute gibt es wieder eine Pilzmahlzeit zum Abendbrot. Ein Birkenpilz ist auch dabei.
Dialoge - Noch bin ich. . . Meine Gemäuer. . .
![]() |
Foto: Marina Maggio |
Marina Maggio:
Noch bin ich
Dieselbe
die dir unsichtbar
erscheint
und dir
in deinen Träumen
wortlos flüstert.
Ich bin die, die dich berührt
ohne dich zu fassen und
Dieselbe auch, die deine
Dunkelheit betritt,
die unwegsamen Gassen.
Dingefinder Jörg Krüger:
Meine Gemäuer
versteckt hinter dem Dunkel des Efeus,
meine Türen verschlossen
hinter den klammernden Ranken,
die Fenster blinde Löcher
im Dämmer wuchernden Grüns.
Die Wege verschlungen
im Dickicht,
wie willst du gelangen
an mein lichtgrünes Herz?
Meine Gemäuer
versteckt hinter dem Dunkel des Efeus,
meine Türen verschlossen
hinter den klammernden Ranken,
die Fenster blinde Löcher
im Dämmer wuchernden Grüns.
Die Wege verschlungen
im Dickicht,
wie willst du gelangen
an mein lichtgrünes Herz?
Samstag, 25. Mai 2013
Dialoge: Zu Dir. . . Als Deine Hand. . .
Aramesh Barbara Naziri: Zu Dir. . .
Wäre ich der Wind, würde ich zu Dir brausen,
Dich mit goldenem Wüstensand bestäuben,
um Deine Lippen zu küssen.
Wäre ich der Regen, würde ich Deine Wangen
netzen und meine Tränen würden Dir
von meiner Sehnsucht erzählen.
Wäre ich die Sonne, würde ich Dich mit
wärmenden Strahlen umgarnen und Dir
einen Mantel aus Licht weben.
Wäre ich ein Gedicht, würde ich mich auf Deine
Lippen legen, nur damit Deine Stimme
meine Worte flüstert.
Wäre ich ein Herz, würde ich nur in Deiner Brust
schlagen, um Dir nahe zu sein und
Dir von der Liebe erzählen. . .
Wäre ich der Wind, würde ich zu Dir brausen,
Dich mit goldenem Wüstensand bestäuben,
um Deine Lippen zu küssen.
Wäre ich der Regen, würde ich Deine Wangen
netzen und meine Tränen würden Dir
von meiner Sehnsucht erzählen.
Wäre ich die Sonne, würde ich Dich mit
wärmenden Strahlen umgarnen und Dir
einen Mantel aus Licht weben.
Wäre ich ein Gedicht, würde ich mich auf Deine
Lippen legen, nur damit Deine Stimme
meine Worte flüstert.
Wäre ich ein Herz, würde ich nur in Deiner Brust
schlagen, um Dir nahe zu sein und
Dir von der Liebe erzählen. . .
Dingefinder Jörg Krüger: Als Deine Hand. . .
Als Deine Hand die meine berührte,
flüchtig, fast im Vorübergehen,
da wurde ich, das Großmaul,
mit einem Male ganz schüchtern.
Verlegen schaute ich zu Boden,
schaute auf,
ein Feuerschein glitt über Dein Gesicht,
Du glühtest auf in Verlangen und Liebe,
und ich. . .
. . . ganz zärtlich wurde ich da,
so auf diese bestimmte Art zärtlich,
wo alles Gewissheit ist. . .
Mehr zu Aramesh hier:
Freitag, 24. Mai 2013
Dialoge: Selbstportrait - Ja!
![]() |
Dagmar Meermaid: Selbstportrait |
Dagmar Meermaid: Selbstportrait
. . . seltsam,
dass mich manchmal
traurige Dinge lachen machen
dass mich sonderbar anmutende Gefühle
zu dummen Sachen,
zu Handstand und Salto mortale verleiten.
Komisch, dass ich Kopf stehe,
mich am Boden wälze,
mir vor Lachen den Bauch halte,
von den Wangen die Tränen kullern lasse,
ich Purzelbäume schlage.
Mir am Boden wälzend die Haare raufe,
die Tapeten von den Wänden reiße,
den Stuhl in Stücke schlage,
mit den Zähnen das Handtuch zerfetze,
die Nägel ins Fleisch kralle,
auf den Boden mit den Füßen stampfe,
mit dem Kopf die Wand einrenne,
und eine Tasse nach ihr werfe.
Seltsam, dass das Zwerchfell sich krümmt,
der Leib sich wiegt und windet,
doch schließlich alle Viere von mir strecke –
Seufzen und Ruhe sich einstellen,
und vor dem geistigen Auge
Bilder entstehen,
die einfach
so
HINAUSWOLLEN.
Dingefinder Jörg Krüger: Ja!
Rosenduft und Rosenblätter,
Sonnenwetter, Regenwetter,
Kinderlachen, Späßchen machen,
Kirschen beim Pastor stibitzen
und dann hinter Hecken flitzen,
im Herbstwind durch die Pfützen springen,
dabei freche Lieder singen,
Tortenschlachten und Gelage,
lieben, lieben alle Tage,
Verse schmieden
Suppen sieden,
durch die Nächte lachend tanzen
um am Ende von dem Ganzen,
wenn die Seele sanft nach oben schwebt,
zu sagen: „Ja, ich hab gelebt!“
Rosenduft und Rosenblätter,
Sonnenwetter, Regenwetter,
Kinderlachen, Späßchen machen,
Kirschen beim Pastor stibitzen
und dann hinter Hecken flitzen,
im Herbstwind durch die Pfützen springen,
dabei freche Lieder singen,
Tortenschlachten und Gelage,
lieben, lieben alle Tage,
Verse schmieden
Suppen sieden,
durch die Nächte lachend tanzen
um am Ende von dem Ganzen,
wenn die Seele sanft nach oben schwebt,
zu sagen: „Ja, ich hab gelebt!“
Maultaschen mit Pilzfüllung
Das Mehl in
eine Schüssel geben und in die Mitte eine Mulde drücken. Die Eier
in die Mulde aufschlagen. Die Eier mit den Fingern zerteilen und das
Mehl vom Rand her langsam einrühren. So lange Mehl in die Eier
rühren,
bis eine
dicke Masse entstanden ist. Der sollte feucht und geschmeidig aber
nicht klebrig sein. Er lässt sich jetzt kneten. Den Teig in ein
feuchtes Tuch einwickeln und 30 Minuten ruhen lassen.
Bevor wir mit
dem Teig begonnen hatten, hatten wir 25 g getrocknete Steinpilze
eingeweicht. Während der Teig ruht, haben wir genug Zeit, um kleine,
geschlossene rosa Champignons (ca. 300g) in kleine Würfel zu
schneiden. Dann werden noch drei Knoblauchzehen und eine Schalotte
feingewürfelt.
In der Pfanne
50 g Butter heiß machen und den Knoblauch und die Schalotten
anschwitzen. Nun die Champignonwürfel hinzugeben. Wenn sie das Fett
„aufgesogen“ haben (und die Pfanne trocken ist), wird mit dem
Einweichwasser der Steinpilze abgelöscht. Die Steinpilzstückchen
kommen natürlich mit hinein. Sollten zu große Stücke darunter
sein, müssen diese vorher kleingeschnitten werden. Solange erhitzen,
bis eine dickliche Brühe entsteht, mit Salz abschmecken, vom Herd
nehmen und den Inhalt der Pfanne in eine Rührschüssel geben.
Hinzu kommen
nun: 200 g Frischkäse, 1 Ei, Salz, eventuell eine Prise Zucker.
Außerdem frischer, abgerebbelter Zitronenthymian (den haben wir
nämlich im Bauerngarten). Die Masse wird mit der Hand verknetet.
Jetzt wird
der Teig auf einer bemehlten Fläche sehr dünn (!) ausgerollt. Mit
einer Tasse werden aus dem Teig runde Teigfladen ausgestochen. Auf
jeweils einem Teigfladen
kommen zwei Teelöffel Pilzmasse, dann wird der Rand mit Eiweiß
eingestrichen. Die Fladen zuklappen und mit einer Gabel die Ränder
eindrücken.
Die
Maultaschen kommen nun in einen großen Topf mit gesalzenem Wasser.
Wenn die gefüllten Nudeln oben schwimmen, sind sie gar, und können
mit dem Schaumlöffel „gefischt“ werden.
Wenn
besondere Gäste erwartet werden, kann
man der Pilzfüllung auch noch frisch geriebenen Parmesan dazugeben.
Für dieses Rezept können selbstverständlich auch andere Pilze verwendet werden, wir zum Beispiel die gerade jetzt zu findenden Mairitterlinge.
Mittwoch, 22. Mai 2013
Bist DU immer pünktlich?
Bist Du immer pünktlich?
Körper, Seele, Geist,
so bin ich schon zu dritt.
Mein inneres Kind
spielt auch noch mit.
Unter-, Über-Ich, ein Ego und das Selbst.
Das Ganze dann noch mehr
als die Summe seiner Teile.
Alles tummelt sich in mir,
während ich mich so beeile.
Du erwartest mich so um halb vier.
Ganz in sich versunken spielt
das innere Kind still in seiner Ecke.
Der Körper liegt lang hingestreckt
faul auf der Tagesdecke.
Das geht der Seele auf den Geist.
Das Über-Ich und das Selbst sind mit dem Ego
derzeit nach Übersee verreist.
Ich schicke eine Mail an alle,
da es schon nach drei und wirklich dringlich ist.
Ich weiß, wie wenig Freude ich an Dir habe,
wenn Du so richtig sauer auf mich bist.
Doch einmal ehrlich:
Wie kann ich mit dem ganzen Verein
pünktlich sein?
Das obige Bild ist entstanden bei einer Aktion der 1-A-Schulgärtnerei der Grundschule in der Karl-Lerbs-Straße in Bremen zum Thema "Zeit". 2009. Gezeichnet wurde es von Mona, Vivien und Nico
Körper, Seele, Geist,
so bin ich schon zu dritt.
Mein inneres Kind
spielt auch noch mit.
Unter-, Über-Ich, ein Ego und das Selbst.
Das Ganze dann noch mehr
als die Summe seiner Teile.
Alles tummelt sich in mir,
während ich mich so beeile.
Du erwartest mich so um halb vier.
Ganz in sich versunken spielt
das innere Kind still in seiner Ecke.
Der Körper liegt lang hingestreckt
faul auf der Tagesdecke.
Das geht der Seele auf den Geist.
Das Über-Ich und das Selbst sind mit dem Ego
derzeit nach Übersee verreist.
Ich schicke eine Mail an alle,
da es schon nach drei und wirklich dringlich ist.
Ich weiß, wie wenig Freude ich an Dir habe,
wenn Du so richtig sauer auf mich bist.
Doch einmal ehrlich:
Wie kann ich mit dem ganzen Verein
pünktlich sein?
Das obige Bild ist entstanden bei einer Aktion der 1-A-Schulgärtnerei der Grundschule in der Karl-Lerbs-Straße in Bremen zum Thema "Zeit". 2009. Gezeichnet wurde es von Mona, Vivien und Nico
Dienstag, 21. Mai 2013
Dialoge: Das Meer in mir - Ich bin ein Meer
![]() |
Dagmar Herrmann und Miri Chuuei: Die Kleine Meerjungfrau |
Indigo H. Ullrich: Das Meer in mir
IN
MIR
DAS MEER
DAS MEER IN MIR...
viele Zeiten
ignoriert
gezähmt
in Ketten gelegt
gebunden
an des Körpers
Fesseln
ertrunken
an der Seele
Schmerz
bitter
das Herz
verborgen
hinter
vergitterten Türen
zu EISE erstarrt
um zu funktionieren...
zusammengepresst
kultiviert
verheimlicht
die Zähne zusammengebissen
alles verloren
um nicht zu spüren...
gelogen
um zu überleben
betrogen
um der Scham
dem Zorn
auszuweichen
verbrannt
getrennt
verkannt
erhängt
davon gelaufen
VOR DEM MEER IN MIR.....
tosendes
brodelndes
wogendes
schäumendes
aufbäumendes
alles befreiendes
alles wagendes
alles verzeihendes
wiegendes
kosendes
tobendes
träumendes
liebendes
alles gebärendes
MEER
IN MIR...
Dingefinder
Jörg Krüger: Ich bin ein Meer
Ich
bin ein Fluss ohne Ufer,
und ich fließe immer zu dir,
oh, Meer.
und ich fließe immer zu dir,
oh, Meer.
Ich
bin ein Meer,
und immer komme ich zu dir zurück,
oh, Fluss.
und immer komme ich zu dir zurück,
oh, Fluss.
Ich
bin eine Träne im Ozean.
Immer
fließe ich
in das Gehaltensein der Ewigkeit.
Ich
bin die wogende Welle,
welche dich wiegt
in liebkosender Sanftheit,
welche dich wiegt
in liebkosender Sanftheit,
Ich
bin ein glitzernder Quell,
glänzend im Mondenlicht
in allem Beginn.
glänzend im Mondenlicht
in allem Beginn.
Ich
bin der Morgentau,
der perlmuttsanft deine
zerfurchte Stirne berührt,
der perlmuttsanft deine
zerfurchte Stirne berührt,
den
Tag zu beginnen,
den samtenen,
zu begrüßen die Wasser allen Lebens.
den samtenen,
zu begrüßen die Wasser allen Lebens.
Ich
bin ein Meer.
Alle Wasser sind verbunden
in eins,
und jede Trennung
nur ein Gedanke
des fallenden Tropfens.
Alle Wasser sind verbunden
in eins,
und jede Trennung
nur ein Gedanke
des fallenden Tropfens.
"Die kleine Meerjungfrau" mit freundlicher Genehmigung. Das Bild wurde in Zusammenarbeit von Enkelin und Großmutter gemalt.
Fundstücke: Ein Fundstück zu verschenken
Mit dem Finden ist das eine ganz eigene Sache. Da gehe ich fast jeden Tag zu "meiner" Pilzstelle, und nichts tut sich, und just an dem Tag, wo nur zufällig daran vorbei komme, sind die Pilze dort über Nacht erschienen.
Das erinnert mich an eine Begebenheit, welche schon einige Jahre her ist: Auf
der Suche nach einem vierblättrigen Kleeblatt für eine liebe
Freundin hörte ich von meinem damals fünf Jahre alten Sohn
folgendes: „Papa, ich finde keines!“ (Während er
angestrengt auf den Boden starrend durchs Gras stapfte) „Eigentlich
kann man vierblättrige Kleeblätter gar nicht suchen, man kann sie
nur
finden!!"
Was sich bewahrheiten solle. Als wir suchten, fanden wir keines. Jedoch kurze Zeit später, als wir eigentlich Pilze suchten (die wir an diesem Tag nicht fanden), wuchsen uns sechs vierblättrige Kleeblätter zu.
Mit den vierblättrigen Kleeblättern und dem Glück ist das auch so eine Sache. Denn diese Kleeblätter bringen nicht per se Glück. Es gibt da einen Zauber: Du musst ein gefundenes vierblättriges Kleeblatt verschenken, dass es Glück bringe. Dem oder der Beschenkten. Über diesen Umweg dann wird es auch Dir Glück bringen, denn das Glück hat die Tendenz, sich zu vermehren, wenn es verschenkt wird.
Gestern morgen nun war wohl ein ganz besonderer Morgen. Pfingstmontag, vielleicht ist das an solchen Tagen so. Fand ich doch auf einem Weg in der Nähe des KleinHäuschchens ein Zwei-Euro-Stück. So etwas finde ich nicht einmal in der Stadt, wenn ich dort gehe.
Ich war auf dem Weg, meinen Sohn von der Straßenbahnhaltestelle abzuholen. Schließlich kam ich an der Endhaltestelle in Gröpelingen an, und hatte noch etwas Wartezeit. So ging ich etwas umher, mir die Beine zu vertreten. Dabei fand ich im Grün, welches sich rings um einen Lichtmast angesammelt hatte, ein vierblättriges Kleeblatt.
Es kam mir etwas vor wie verkehrte Welt: Draußen zwischen den Gärten lag das Geld auf den Wegen, und in der Stadt wuchs der Glücksklee. Wo doch die Wiesen rings um meinen Garten Klee in Hülle und Fülle tragen. Dreiblättrigen.
Wie dem auch sei, eines meiner gestrigen Fundsrücke möchte ich gerne verschenken. Das Kleeblatt.
Liebe Grüße, Dingefinder Jörg (& Sohn, welcher das Geschehen gespannt verfolgt)
Ein
vierblättriges Kleeblatt lässt sich leicht herstellen.
Man
braucht nur ein fünfblättriges finden
und
ein Blättchen abzupfen.
(Dingefinders Sohn, als er
9 Jahre alt war)
Montag, 20. Mai 2013
Grünkern-Pilz-Risotto
Mairitterlinge |
Anlässlich meines ersten Pilzfundes dieses Jahres ein festlches Pilzrezept:
Für
vier Portionen benötige ich 300 g Grünkern, 20 g getrocknete
Steinpilze, 150 g Schalotten, eine Knoblauchzehe, frischen Rosmarin
oder getrockneten Estragon, Butter und Olivenöl.
Dazu
kommen 300 g frische Champignons, 200 ml Schlagsahne, 100 g Parmesan,
Pinienkerne, ein Bund glatte Petersilie.
Die
Steinpilze werden drei Stunden vor dem Kochen eingeweicht.
Die
Schalotten und die Knoblauchzehe werden gepellt und fein gewürfelt.
Sie werden zusammen mit den fein gehackten Rosmarinnadeln (oder dem
Estragon, bitte nicht
und) in Butter bei milder Hitze angedünstet. Den Grünkern zugeben
und kurz mitdünsten, die Steinpilze mit dem Einweichwasser zugeben
und salzen. Aufwallen lassen und bei milder Hitze zugedeckt ca. 40
Minuten ausquellen lassen.
Die
Champignons putzen und halbieren, im Olivenöl anbraten, bis sie das
Öl aufgesaugt haben. Unter den fertig gegarten Grünkern mischen.
Die
Sahne steif schlag, und den frisch geriebenen Parmesan unterheben.
Die Parmesansahne wird vorsichtig in das Risotto eingerührt.
Die
Petersilienblätter (möglichst die aromatische italienische glatte)
fein hacken und zusammen mit trocken gerösteten Pinienkernen zum
Risotto geben. Sofort servieren. Dazu gehören Kerzen auf den Tisch!
Für dieses Rezept kann ich selbstverständlich auch die gestern gefundenen Mairitterlinge verwenden.
Für dieses Rezept kann ich selbstverständlich auch die gestern gefundenen Mairitterlinge verwenden.
Fundstücke: Die ersten Pilze dieses Jahres
Mairitterlinge. Und zwei Anisegerlinge. Wer findet sie? |
Das kommt dann "wie die Pilze" aus der Erde, vorgestern war noch keiner zu sehen, und gestern schon ein stattlicher Hexenring. Unheimlich das alles. Es ist nicht ganz
unbegründet, diese Scheu vor dem wilden Pilz, und Anfängerinnen und Anfänger der "Pilzpirsch" tun gut daran, sich erfahrenen Sammlerinnen und Sammlern anzuschließen und unter kundiger Führung das Reich der Pilze erkunden. Hat auch der Mairitterling einen Verwandten, den Ziegelroten Risspilz, mit dem er sich, vor allem im Jugendstadium, verwechseln ließe. Der ist wiederum giftig. Dieses sei als Warnung unbedarften Menschen geschrieben.
Mir selber wurde das Pilze sammeln fast in die Wiege gelegt. Seit frühester Kindheit war ich mit Eltern, Tanten und Onkel, Großeltern des sommers im Walde, wir gingen auf Pilzpirsch, und es sind die schöneren Erinnerungen an die Kindheit. Noch immer beobachte ich an mir, wenn ich im Walde bin, dass ich, wenn ein Wuchs von bestimmten Gräsern auftaucht, ich "automatisch" den Pilzblick bekomme, das Auge suchend den Erdboden überstreift, um fündig zu werden, noch ehe ich mir bewusst bin , dass ich Pilze suche.
Nun ist der Kleingartenpark kein Wald. Mein Pilzauge muss sich umgewöhnen, und mein Pilzgeschmack auch. Hier gibt es keine Maronenröhrlinge und Steinpilze, keine Pfifferlinge und Krause Glucken. Dafür Schwefelporlinge, Austernseitlinge, Nelkenschwindlinge und Anisegerlinge. So langsam lerne ich mit den Jahren mein Revier kennen, und weiß schon einige Stellen der Wiederkehr der begehrten Beute, denn die meisten Pilze sind standorttreu.
So bin ich denn auch immer wieder diesen Mai an den letztjährigen Fundstellen des Mairitterlings vorbei gegangen, in froher Erwartung. Dass ich dabei dann eine kleine Population Speisemorcheln entdeckte, war ein freudiges Ereignis, auch wenn diese schon zu alt waren, um noch nennenswert gesammelt zu werden. Doch nächstes Jahr weiß ich Bescheid.
So wird es denn heute ein leckeres Pilzgericht geben, mit Giersch dazu als Gemüse, damit es auch wirklich wilde Küche bleibt. Zwei Anisegerlinge wurden übrigens auch noch gefunden. Wer erkennt sie auf dem obigen Bild?
Und so begann die Mairitterlingzeit letztes Jahr:
Freitag, 17. Mai 2013
Das Dingeding
Auf einem Fahrradklingeldeckelxylophon zu begleiten |
Wenn
dir das Leben
viel
zu kompliziert erscheint,
nur
weil du´s mal wieder
gut
gemeint,
dann
mach es,
auf
deiner Seite hast du dann die Lacher,
dann
mach es einfach einfacher.
Hol
dir fürs Klingeling
das
Dingeding,
und
mache „Ding“
statt
großer Worte,
oder
Ding – Ding – Ding.
Auch
wenn dir einer dumm kommt,
mache
einfach „Ding“!
Es
sind so viele,
die
dumm kommen können.
Es
ist nicht dein Ding,
alles
zu benennen,
aber
sicherlich, als Symphonie,
dein
Ding – Ding – Ding.
So
frage diese einfach nie
deine
Kinderfragen,
es
kann dir niemand sagen,
warum
die Welt ist,
wie
sie ist.
Und
warum man in ihr so oft
ein
Herz vermisst.
Mache
einfach Ding - Ding - Ding.
Mache
so oft wie möglich „Ding“,
und
zwar dein eignes.
Lebe
einfach,
dann
wird das Leben einfach,
mach
einfach: „Ding!“
Bremen: Impressionen aus Fockes Garten
Gestern einmal wieder in Fockes Garten vorbeigekommen, diesem Kleinod unterhalb der Stephanibrücke, eingekeilt zwischen Schnellstraße und Eisenbahn.
Auch das gibt es in Fockes Garten zu entdecken: Allerlei Getier
Fundstücke: Gäbe ich die Hälfte dessen. . .
Gestern bei einem Spaziergang in der Bremer Neustadt im Fenster des Reformhauses Drexhage gefunden: Ein kleines Gedicht von Fridrich Rückert (1788 - 1866)
Gäben wir die Hälfte dessen,
Was wir krank uns machend essen,
Denen, die macht Mangel krank,
Könnten wir und sie gesunden
Und uns für die guten Stunden
Gegenseitig sagen Dank.
Was wir krank uns machend essen,
Denen, die macht Mangel krank,
Könnten wir und sie gesunden
Und uns für die guten Stunden
Gegenseitig sagen Dank.
Mittwoch, 15. Mai 2013
Deutungen: Morgengang
Blühender Kirschbaum auf der freien Nachbarparzelle |
Gerne
schaue ich mir an, was sich am Himmel abspielt, was ich beobachten
kann. Ob der Mond weit oben steht oder tief hängt, in welcher Phase
er sich befindet, wo ich ihn finde, welche Farbe er hat, ob er einen
Hof hat. Manchen Morgen sehe ich beide, Sonne und Mond am Himmel in
trauter Eintracht, an einem Morgen wanderte ich zwischen den beiden
einher, und in mir webte das Bewusstsein, selber auf einem wandelnden
Stern zu leben, selber ein Teil dieses wandelnden Sternes zu sein, so
groß die Welt! - so fühlte ich und mir wurde leicht ums Herz. Ein
kleines einzelliges Wesen reichte, welches sich teilen konnte,
immerdar teilen. War dieser eine Keim gegeben, egal was sonst war, so
vermehrte er sich unaufhörlich, expotenziell, sich teilend, sich
teilend, die Teile sich teilend, sich verändernd, sich einstellend,
anpassend an Möglichkeiten, sich teilend, sich teilend, die Teile
sich teilend, sich verbindend, sich zusammenfügend mit anderen, sich
teilend, sich anpassend, sich verändernd, sich umgestalten,
Metamorphose, welche die Umwelt mitriss, die Mitwelt zur eigenen Welt
gestaltete, die eigene Welt, die wieder formte, formte und teilte,
immer neue Gestalten gebar, ergrünte, jagte, Männlein und Weiblein
gebar, sich teilte und teilte. . .
Letztendlich
kommt der Baum, unter welchem ich wandle aus der gleichen Zelle wie
ich selber, aus der gleichen Zelle wie der Eichelhäher, der die
Samen verteilt und den Wald hütet, wie das Pilzgeflecht, das
hektarweit unterirdisch die Wurzeln verbindet. . .
Das
alles erfuhr ich in einer Unmittelbarkeit jenseits des Intellekts,
derweil ich meiner Wege ging, die Kugelgestalt der Erde, der Mutter
Erde erspürend, während über mir die Sonne und der zunehmende
Viertelmond standen. Das sind die Wanderungen, auf denen ich der
Innenseite der Welt ganz nah bin, und ganz nah bei den Ahnen, deren
Blut in mir webt, deren Wissen in mir lebt, unteilbar mit-geteilt.
Welches ist die Artischocke?
Als mein Sohn letztens bei mir im Garten war, hat er Spaß daran gehabt, zu fotografieren. Besonders die Distelgewächse hatten es ihm angetan, und so bat er mich, folgendes kleines Pflanzenrätsel in´s Netz zu stellen: Auf welchem Foto ist die Artischocke abgebildet?
Übrigens sind alle diese Disteln in allen ihren Teilen essbar, nur leider manche etwas stachelig. |
Mittwoch, 8. Mai 2013
Frühling - Zeit für Liebesgedichte
Ein Liebesgedicht
Wo Deine Füße
berühren sanft
die Pfade meiner
wunderlichen Seele,
da blühen Blumen auf,
in tausend Farben,
goldpurpur
und himmelshelle.
Wo Deine Finger
sanft
über die Konturen
meines Körpers gleiten,
bleiben Spuren
aus Licht
und Zärtlichkeit.
Die Nacht
an Deinen Lippen
blieb im
Rosenschein des Morgens
hangen, ich
liebe Dich so sehr!
Wir gleiten ineinander,
verlieren uns,
und kehren heim -
Wir kennen uns:
Und in den Augen
Dankbarkeit.
Du
Das Meer hat meinen Tag gesäumt,
ich hab so vor mich hin geträumt,
und wurd dann still. . .
Der Traum hat mich zu Dir geführt,
Du hast in ihm mein Herz berührt
und sagtest dann: Ich will.
Liebste. . .
Ich sehne mich nach Dir.
Du warst so lange nichtt bei mir.
Es waren Deine Lippen,
die vom Glück die Verse sangen:
Immer wieder dies Verlangen!
Wo Deine Füße
berühren sanft
die Pfade meiner
wunderlichen Seele,
da blühen Blumen auf,
in tausend Farben,
goldpurpur
und himmelshelle.
Wo Deine Finger
sanft
über die Konturen
meines Körpers gleiten,
bleiben Spuren
aus Licht
und Zärtlichkeit.
Die Nacht
an Deinen Lippen
blieb im
Rosenschein des Morgens
hangen, ich
liebe Dich so sehr!
Wir gleiten ineinander,
verlieren uns,
und kehren heim -
Wir kennen uns:
Und in den Augen
Dankbarkeit.
Du
Das Meer hat meinen Tag gesäumt,
ich hab so vor mich hin geträumt,
und wurd dann still. . .
Der Traum hat mich zu Dir geführt,
Du hast in ihm mein Herz berührt
und sagtest dann: Ich will.
Liebste. . .
Ich sehne mich nach Dir.
Du warst so lange nichtt bei mir.
Es waren Deine Lippen,
die vom Glück die Verse sangen:
Immer wieder dies Verlangen!
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