Sonntag, 5. November 2017

Des Lebens ganze Fülle


Es ist so weit: Die neuen Mappen sind da: "Des Lebens ganze Fülle" heißt die neu zusammen gestellte Textrevue: 72 Gedichte auf 59 Seiten, darunter auch ganz "frische", die dieses Jahr in Fredelsloh entstanden sind. Dazu ein echtes Dingefinder-Fundstück, ein Taschengedicht und drei Postkarten. 

Die Dingefinder-Manufaktur ist halt wieder in Aktion. Gibts ab sofort in der Alten Schule Fredelsloh und in Sandras Lädchen beim Herbsthof. 24 € kostet es, und ist selbstverständlich handsigniert.



              Abschied und Neubeginn

I

Ich möcht in Häusern ein- und ausgehen können,
begleitet von warmen Worten beim Empfang.
Ich möcht die Freuden jeden Tages dann benennen,
und sie erklingen lassen als Gesang.

Dann im Staunen jedes Herz erreichen,
welches mir entgegenschlägt.
Jedes Wort mit einem Lachen anzureichern,
so, dass es jedes Herz bewegt.

Selbst das Weiterziehen wird begleitet
von einem Lied, gesungen klar in Dur,
dass es mir den Weg froh vorbereitet,
Weg in mein eignes Herz, zu meiner eigenen Natur.

II

Wie uns die Ufer entschwanden im Morgendunst,
die Stunde bekränzt durch der wandernden Kraniche Flug,
ihr heiseres Rufen verlandete in den Wipfeln der Föhren.
So ließen wir hinter uns jene Stätte.
Unser bedarf es des Fährmannes nicht,
keine Wege, keine Lichter, die uns geleiten,
nicht Schranke, nicht Grenze, kein menschliches Tun, nichts.
Unser Lachen steigt in den Morgen, die Nebel zerteilend,
die Seele hat angelegt ihren buntesten Rock,
jenen Rock mit den tausend Geheimnissen
in den tausend unergründlichen Taschen,
und die Himmel öffnen sich, die Sterne blühen,
sie strahlen in das sanfte Silber zugleich in das Gold der Sonne,
am Himmel die Wanderung der Lichter nimmt kein Ende. . .

Dienstag, 17. Oktober 2017

Das war der Pilzsommer

 Herbstlorchel 

Goldener Oktober, nun sind im Pilzrevier die Herbstlorcheln wieder zu finden und die Violetten Rötelritterlinge, die Halimasch und Stockschwämmchen und die Trompetenpfifferlinge; und zuweilen noch die letzten Steinpilze. 

Es war dieses Jahr ein großartiger Pilzsommer, und ich durfte hier in den Wäldern Altes und Neues entdecken. Davon ein paar Eindrücke. 


Strubbelkopfröhrling, (STROBILOMYCES STROBILACEUS), von oben.

Eine echte Seltenheit: Der Kegelige Saftling (HYGROCYBE CONICA), ein hübscher, aber giftiger Pilz. Steht unter Shutz.

Fichtenreizker (LACTARIUS DETERRIMUS), sieht giftiger aus, als er ist. Ein guter Bratpilz
 
Die gab es dieses Jahr viel: Hexenröhrlinge


Dieses Jahr auch überaus häufig: Der Gelbstielige Trompetenpfifferling (CANTHARELLUS TUBAEFORMIS). Ein leckerer Speisepilz.

Der giftige Doppelgänger des Trompetenpfifferlings: Das Gallertkäppchen (LEOTIA LUBRICA)

Noch eine Seltenheit: Der Dottergelbe Spateling (SPATHULARIA FLAVIDA), zwar essbar, sollte jedoch geschont werden

Dienstag, 15. August 2017

Texte und Töne in Fredelsloh am 9. und 10. September 2017

Foto: Erd Ling Judith



Samstag, 9. 9. auf dem Glockenborn, Fredelsloh:

16:00 Uhr Male Rinsland, Liedermacherin
17:00 Uhr Dingefinder meets Yunus (Piano) feat. Erd Ling Judith (Didgeridoo)
19:00 Uhr Fährmann, Sänger und Liederschreiber

Anschließend offene Bühne für Texte und Töne (Gerne Musikinstrumente mit bringen)
Eintritt: 10,- €, ermäßigt 6,- €
Grillgut und Getränke dürfen mit gebracht werden (es steht ein Grill zur Verfügung).

Hier gehts zum Glockenborn: http://www.glockenborn.de/

Sonntag, 10. 9. Klosterkirche Fredelsloh:

17:00 Uhr Petra Eisend, Klangkonzert, Handpan
19:00 Uhr Yunus Barbaros Kuru, Klavier solo

Eintritt frei, Spende erwünscht

Veranstalter: Bildungswerk Leben & Umwelt e. V., Alte Schule Fredelsloh
mit Unterstüzung der Klosterkirche Fredelsloh;
gesponsert von der Hedi-Kupfer-Stiftung Fredelsloh

Male Rinsland


Male Rinsland, Malerin, Liedermacherin, Sängerin aus Dillenburg: „Das Singen hat mich durch sehr schwere Zeiten getragen. Ich fühle mein Herz wenn ich singe, und andere Menschen fühlen es dann auch.“



Male auf Soundcloud:

 
Erd Ling Judith & Dingefinder Jörg Krüger


Erd Ling Judith, noch wohnhaft in Alzey, bald Fredelsloherin, bezeichnet sich auf dem Didgeridoo immer noch als „Anfängerin“. Nun gut, sie vergleicht sich auch mit den australischen Aborigines, die das Spielen dieses Instrumentes von Kindesbeinen an gelernt haben. Urteilt selbst, wenn Ihr am 9. September auf den Glockenborn kommt!

„Was für ein wunderschöner Vormittag mit dem gar seltsamen Wanderer, der vom  Rosenbogentor berichtet. Jörg Krüger, der Dingefinder hatte uns gefunden und war nach Frankfurt und Bonn zu uns ins kleine Leezder Kultur-Forum gekommen. Unser runder Tisch voller Instrumente bzw. Dingen, denen man Töne entlocken konnte. Bambusstäbe, Fahrradklingeldeckel (60 hat er schon gefunden) - alles Teil seiner musikalischen Textrevue. Manchmal entführte die Musik, so dass es schwer war, den Texten zu folgen, vielleicht sprachen sie dann vor allem das Unterbewusste an. Manchmal die Texte so eindringlich, berührend, Erinnerungen wachrufend, Hoffnungen malend, dass die Musik in den Hintergrund trat und nur noch musikalische Umrahmung war.

Lyrik vom Bleiben, vom Gehen, von den Kleinigkeiten, die einen Tag und ganz viel Freude ausmachen, vom Nichteinverstandensein mit dem was ist, vom Widerstand, vom Abschiednehmen, vom Lieben, vom Traurigsein -wie schade, dass man sie nicht auf CD mitnehmen konnte, weil diese Texte muss man immer wieder hören.“

Leezdorf, 28. 7.  2014


          


Yunus Barbaros Kuru

Yunus: Die Klaviermusik, die ich spiele, besteht hauptsächlich aus Eigenkompositionen, die stilistisch zwischen Filmmusik, Rock, Klassik und New Age angesiedelt sind. Vor allem die ersten beiden Musikrichtungen sind in meiner aktuellen CD „running against time“ vertreten.

Der Weg des Friedens ist ein langer schmaler Pfad. Er führt durch einen inneren und äußeren Dschungel an Widerständen. Und wenn Du nicht aufpasst, verlierst Du Dich in politischen Ideologien, um zu einem Instrument derer zu werden, die mit Deiner Hilfe an die Macht kommen wollen.

Dennoch gehe ich achtsam und unbeirrt diesen Weg, ohne jemandem zu folgen. Ich folge meinem Herzen, Tag und Nacht, Tag und Nacht, …

Uzun ince bir yoldayım“


"Ich gönn’ mir jeden Tag aufs Neue etwas Neues. Doch am liebsten gönne ich mir Zeit." Diese Zeilen des Bremer Dichters Jörg Krüger klingen banal, aber um solche hehren Vorsätze in der heutigen umtriebigen Gesellschaft in die Tat umzusetzen, muss man schon Lebenskünstler sein. Die Künstlergruppe YuDiFee verstand es, mit ihrem ungewöhnlichen Auftritt in der Pfarrscheune in Rod an der Weil eine Ahnung von dem, was Leben für sie bedeutet, einem ausgewählten Publikum zu vermitteln.
YuDiFee, das sind der Weilroder Pianist Yunus Barbaros Kuru, der als "Dingefinder" bekannte Dichter Jörg Krüger und Himmelsgängerin Frederike Herrlich, die sich ganz im Sinne von Krügers Philosophie vom Finden und Gefundenwerden zusammengetan hatten. Ihre Performance war kein klassisches Konzert, auch keine Lesung nach traditionellen Mustern und erst recht kein Spektakel. Man musste sich schon darauf einlassen wollen, auf die etwas andere Art der Darstellung, in der Musik und Lyrik zu einer Einheit verschmolzen, beseelt von der Spiritualität als verbindendem Element.

Taunus-Zeitung 29. 11. 2012 über unser Konzert, damals noch mit Frederike. 

        

Fährmann


Fährmann, der als Sänger-/Liederschreiber in der „Song-Noir“ Kategorie rangiert,
beweist, dass es möglich ist, wertvolle Texte mit guter handgemachter Musik zu
paaren. Seine fein gesponnenen, zugleich ausdrucksstarken sowie bildvollen Texte
erzeugen mehr als nur nachdenkliches Schmunzeln.

„Es ist definitiv nicht mehr im Mainstream, so schonungslos scharfsichtig in die Nacht
zu schauen wie der Fährmann mit Gitarre und Mundharmonika.“
(Main-Echo am 25.
April 2015)

Man könnte es sich einfach machen und schlicht erklären, dass es sich
bei ihm um einen Liedermacher handelt. Falsch wäre es nicht. Aber es ist nicht
ausreichend. Zwischen gefühlvollen Liedern und witzigen Anekdoten pendelnd holt
er uns geschickt in sein Boot, entführt aus dem grauen Alltag nimmt er uns mit auf
eine spannende Reise. Auf seine Reise. Fährmann lässt uns teilhaben an seinem
Leben, seinen Geschichten, Erlebnissen, seiner Sicht auf die Welt. All dies umhüllt
und getragen von verdichteter Poesie und feinfühliger Musikalität. „Wenn der
Fährmann singt oder Harp spielt, läuft es einem den Rücken runter. Weil er gut
spielt, weil seine Texte einen ins Herz treffen.“
(Schaumburger Nachrichten am 23.
Januar 2017)
       
            

Petra eisend


Petra Eisend: Handmade Vol. II – neues Soloprogramm

Auf den Flügelschwingen des Klanges

Vom ersten Herzschlag, vom ersten Atemzug an erfahren wir Rhythmus.
Rhythmus ist Leben und die Welt der Percussion ist weit und grenzenlos. Unser
Ohr ist das Sinnesorgan, das zuletzt erlischt, wenn wir uns auf den Weg in
andere Dimensionen machen. An diesem Abend unter dem Motto „Auf den
Flügelschwingen des Klanges“ soll der Klang seine Zuhörer in die Stille und zu
sich selbst führen.

Seit nahezu 30 Jahren bildet Percussion in unterschiedlichsten Stilrichtungen,
überwiegend mit westafrikanischem und afro-kubanischem Hintergrund, den
großen Fokus der Musikerin Petra Eisend. Heute ist die erfahrene
Percussionistin mit ihrem neuen Soloprogramm „Handmade Vol. II“ vor allem
an Hang und verschiedenen Handpans zu hören. Ebenso finden auch
klanggewaltige Gongs mit unglaublichem Frequenzspektrum, sphärische
Klanglandschaften ihren Platz.

Somit verspricht „Handmade Vol. II“ einen dynamisch spannenden Bogen:
von meditativen Stimmungswelten bis hin zu impulsiven rhythmischen
Trommelgewittern. Metall, Holz, Feuer, Wasser und Luft – alle Elemente vereint in einem musikalischen Soloprogramm.


Petra Eisend wohnt in Schweinfurt und bietet auch Workshops zum Thema Perkussion etc. an. Infos dazu auf ihrer Website:


            









Montag, 24. Juli 2017

Der Specht




Der Specht

Ein Specht, der trommelte so vor sich hin,
auf einem morschen Baumast.

Taketina tamtam

Das störte seine Nachbarin,
der waren die Synkopen verhasst.

Taketina tamtam

Die wünschte sich ganz ungefragt
Dreivierteltakt.

Tam ta ta tam ta ta tam

Doch der Specht, der sagte sich,
was ich nicht will, das kann ich nicht.

Taketina tamtam

Da hat er recht,
der Specht.



         

Dienstag, 6. Juni 2017

Zweiter Fredelsloher Rosentag Sonntag, 18. Juni 2017




Zweiter Fredelsloher Rosentag Sonntag, 18. Juni 2017


15:00 Uhr Rosenspaziergang durch Fredelsloh, Treffpunkt beim Rosengarten vor der Klosterkirche

In Fredelsloh gibt es vielfältige Rosen zu bestaunen, unter anderem die hundertjährige Rose, eine Alba-Rose, die sicher schon sehr alt ist. Ein Kurzweiliger Rundgang mit vielen Informationen zu Sorten, Arten, Heilwirkung und Pflege der Rosen. Die Führung wird gestaltet von Jörg Krüger, der sieben Jahre als Verkaufsgärtner in einer Rosenbaumschule gearbeitet hat.

Im Anschluss gibt es Rosen-Prosecco und Rosenbowle zu verköstigen (alkoholfrei).


17:00 Uhr Klosterkirche Fredelsloh: Liebe.Luther.Rose

Autorin Tina Wilms liest Gedichte und Texte zu Rosen, zu Luther und zur Liebe.
Einige der Texte hat Jan von Lingen vertont und stellt sie vor.

Sonntag, 14. Mai 2017

Texte und Töne in Fredelsloh am 28. 5. 2017: Konzert mit Klaus der Geiger





Am Sonntag, 28. Mai um 17:00 Uhr in der Klosterkirche Fredelsloh:

Überraschungskonzert Klaus der Geiger und Gäste

Klaus der Geiger, deutsche Straßenmusik-Legende, spielt und singt nicht nur bei Demos, auf der Straße und in Konzerten, sondern gibt auch Musik- Workshops.
Das Konzert ist der Abschluss eines solchen Musik-Improvisations-Workshops, den Klaus der Geiger vom 25. bis 28. Mai anleitet. Aus dem Ausschreibungstext: „Wir trainieren Improvisation und Zusammenspiel, sowie Songs und Instrumentals, die von den Workshop-Teilnehmern eingebracht werden und die wir in der kurzen Zeit einigermaßen konzertreif hinkriegen! Was Stimmlage und Instrumentarium angeht: Es geht alles!“
Eintritt frei, um Spende wird gebeten.
In Kooperation mit dem Bildungswerk Leben und Umwelt (BLU) e. V., Alte Schule Fredelsloh, gefördert durch die Hedi-Kupfer-Stiftung, Fredelsloh.


Freitag, 12. Mai 2017

Weder "Rose" noch "Weide": Weidenröschen



Wilde Küche im Frühjahr: Junge Triebe vom schmalblättrigen Weidenröschen (Epilobium angustifolium) wie Grünspargel zubereitet: Viel (!) Olivenöl in einen Bräter, dazu Rosmarin, Knoblauch und Zitronenscheiben, salzen, und im geschlossenem Topf im Ofen bei 180° ca. eine halbe Stunde garen. Dazu Baguette, undbedingt lecker!

Das Weidenröschen ist weder eine Rose, es gehört zu den Nachtkerzengewächsen, noch wächst es auf Weiden, sondern eher an Waldrändern und auf Waldlichtungen (oft Erstbesiedler nach Kahlschlägen). Die "Weide" im Namen bezieht sich auf die Blätter, welche den Blättern der Weide ähnlich sind. 

Der Pflanze werden allerlei Heilwirkungen zugeschrieben, besonders bei Prostatproblemen. Die jungen Triebe schmecken roh leicht säuerlich und ergeben ein spargelähnliches Gemüse. In der obigen Zubereitung ein echter Genuss. Doch in Kürze sind die Triebe lang unnd begonnen zu verholzen. Also jetzt wäre einmal die rechte Zeit, sie zu sammeln. . .

Dienstag, 25. April 2017

1. Mai: „hexen, fliegen, unsterblich sein“ - Gedenkfeier für Andrea Rausch




Am 16. 02. 2017 verstarb die Malerin
ANDREA RAUSCH
in Fredelsloh.

Zum Abschiednehmen treffen sich ihre Freundinnen und Freunde am
01. 05. 2017
                                                             ab 15:00 Uhr
                                                             in der Alten Schule Fredelsloh

Um ihr Werk zu erhalten, bitten wir um eine Spende auf das Konto der HEDI KUPFER STIFTUNG, FREDELSLOH
Kto-Nr. DE 48 2626 1693 0029 6520 00

Montag, 3. April 2017

Kräuterspaziergang in Fredelsloh am 23. 4. 2017

Bachminze

Am Sonntag, dem 23. 4. 2017 ist wieder einmal so weit: Wir veranstalten einen Kräuterspaziergang in und um Fredelsloh. 

Kräuter für die Küche und Hausapotheke

Treffpunkt ist um 11:00 Uhr in der Alten Schule Fredelsloh, Am Kapellenbrunnen 2
 
Der Spaziergang dauert ca. 1 1/2 Stunden. Bitte festes Schuhwerk und dem Wetter angepasste Kleidung mitbringen. Im Anschluss gibt es einen Kräuterimbiss in der Alten Schule. Kinder sind willkommen. 

Kosten: Um eine Spende für die Alte Schule und einen Kostenbeitrag für den Imbiss nach Selbsteinschätzung wird gebeten. 

Eine Anmeldung unter der Telefonnummer 05555 / 522 wäre nett

Leitung: Jörg Krüger, Gärtner und Pädagoge aus Fredelsloh. "Kräuterwanderungen biete ich nun schon seit Anfang der neunziger Jahre an, zuerst für die VHS Bremerhaven und Bremen, später auch im Botanischen Garten Bremen, in der dortigen Heilpflanzenabteilung. Meine Ausführungen beschränken sich auf die Anwendung der Kräuter für kulinarische Zwecke und zur Linderung der kleinen Wehwehchen im Alltag".






 

Sonntag, 26. März 2017

Wilde Küche: Pikante Eichel-Waffeln

Heutige Fundstücke im Walde: Vorgekeimte Eicheln



Heute war es endlich so weit. Ich konnte ein Vorhaben verwirklichen, welches mich schon lange umtreibt: Mit Eichelmehl etwas zubereiten. Immer wieder hatte ich den Zeitpunkt verpasst im Herbst, Eicheln zum Verarbeiten zu sammeln. Letztes Jahr war es ganz dumm gelaufen, hatte ich doch eine ergiebige Sammelstelle ausgemacht, begann am darauf folgenden Tag eine lange Frostperiode.



Eicheln wurden in Vorzeiten von vielen Völkern gegessen. Ich habe einiges an Informationen darüber gesammelt. Bevor der Mensch die Eichenfrüchte den Säuen vorwarf, aß er sie selber. Erinnert sich doch Telemach, der Sohn des Odysseus, bei den schmutzigen Bergbewohnern des Peloponnes, diesen „Eichelfressern“, gewohnt zu haben. Plinius geht in der Einleitung zum 12. Buch seiner im 1. Jahrhundert verfassten Naturkunde sogar noch weiter: „Die Früchte der Steineichen waren die erste und ursprüngliche Nahrung der Menschen...“. Die Eiche galt als Symbol eines längst vergangenen „goldenen Zeitalters“, als „die Felder in Gemeinbesitz waren und die Fülle gleichbleibend war und es weder Leiden, noch Krieg, noch Zerstörung gab“.

Auch bei Indianischen Völkern in Nordamerika standen Eicheln hoch im Kurs, und in Spanien gibt es eine essbare Eichelsorte, die nicht einmal entbittert werden muss. Ansonsten müssen Eicheln, um genießbar zu werden, nach dem Mahlen lange in fließendem Wasser liegen, um die reichlich vorhandenen Gerbstoffe auszuwaschen.
 Oder aber man lässt die ankeimen. Während des Aufbaus des Keimlings wird ein hoher Anteil der Bitterstoffe verbraucht. Ich selber hatte schon einmal die Erfahrung gemacht, dass angekeimte Eicheln kaum noch bitter schmecken, und dann sogar „geknabbert“ werden können.



 Eigentlich hatte ich den heutigen Sonntag, der wirklich seinem Namen Ehre machte und sehr sonnig und warm war, nutzen wollen, um einmal alle Stellen zu besuchen in der Umgebung, an denen Speisemorcheln wachsen könnten, vom Habitat her. Doch leider ist es hier noch nicht so weit, es braucht wohl noch ein paar Tage Wärme.



Doch fand ich im Walde Eicheln, welche sich gerade anschickten, Wurzeln zu schieben. Die Schale war aufgeplatzt, und das helle Fruchtfleisch sichtbar und oft leicht gerötet. Sie ließen sich leicht aufsammeln, und schnell hatte ich fünfhundert Gramm zusammen, mit denen ich experimentieren konnte. Zu Hause in der Küche: Das Schälen der Eicheln ging flott, und die braune Haut ging gleich mit. Mit einem scharfen Messer konnte ich leicht die manchmal vorhandenen schwarzen Stellen entfernen. Ich hatte gelesen, dass Eicheln oft angeröstet werden, bis die Schale aufplatzt, da sie so leichter zu schälen sind (und nicht wegen des Geschmackes). Das war bei meinen Fundstücken nicht notwendig.


Nach dem Schälen
 
Nach dem Schälen vermahlte ich sie in der Küchenmaschine zu groben Mehl. Dieses probierte ich das erste Mal, und es wahr nicht bitter, sondern hinterließ nur ein leicht pelziges Gefühl auf der Zunge, was davon zeugte, dass noch ein Rest der Gerbstoffe vorhanden waren. Da die Tanine wasserlöslich sind, weichte ich das Mehl eine Stunde in Wasser ein, und seihte es danach durch ein Tuch: Das reichte, um es einwandfrei zu machen.

Eichelmehl
 
Eichelmehl hat keine Klebstoffe, und so mischte ich es zur Hälfte mit Weizenvollkornmehl und stellte aus dieser Mischung einen einfachen Waffelteig her: Zu 1 kg Mehlmischung halb und halb noch sechs Eier und Milch, bis der Teig rührfähig war. (Ich benutze weder Fett noch Backpulver für Waffelteig). Da ich pikante Waffeln zubereiten wollte, und da es nun einmal wilde Waldküche war, gab ich keinen Zucker dazu sondern eine gute Menge Bärlauchsalz. Dann den Teig noch einmal ca. eine halbe Stunde ruhen lassen, und das Waffelbacken konnte beginnen.



Die fertigen Waffeln rochen angenehm nussig, und schmeckten ziemlich neutral (abgesehen von der Bärlauchnote). Da ich noch Petersilienpesto vorrätig hatte, fand sich die passende Begleitung. Fazit: Lecker und auch bekömmlich, ich werde weiterhin mit Eicheln experimentieren, es scheint recht lohnenswert zu sein. Vor allem, da Eicheln sehr nahrhaft sind.






Montag, 20. März 2017

Auf Anfang

Gefüllt blühendes Buschwindröschen




              Auf Anfang

Wenn hinter den Bergen die Sehnsüchte schweigen
     und sich vor dir das weite Meer sonnensatt
         von Horizont zu Horizonte dehnt,
als ein Spiegel die blauen Himmel trinkend,

und du, von langer Reise ermattet,
    vor den Blüten der großen Mutter kniest,
        deine Seele ganz Auge,
schauend das liebliche Gelb des Scharbocks,

und du, von langer Reise ermattet,
    den seligen Morgen begrüßt,
         deine Seele ganz Ohr,
lauschend dem Frühlingsliede der Amsel,

und du, von langer Reise ermattet,
    die Hände in den Staub senkst, dass er Erde werde,
         deine Seele ganz tastende Hand,
mit zärtlicher Leichtigkeit den Spuren der Zeit folgend,

und du, von langer Reise ermattet,
    das erste zarte Grün umarmst wie einen lange vermissten Freund,
          deine Seele ganz lüsterne Nase,
zwischen allen Mauern Blütendüften folgend,

und du, von langer Reise ermattet,
     einen dunkelrot funkelnden Wein im Glase,
          deine Seele ganz Zunge,
erspürend die trockenen Hügel der Weinstöcke,

und die langen Wellen des Atems der großen Mutter um dich
     und deine Wellen schwingen sich ein
           und erstaunt lauscht Du den Melodien,
die aus deinem Munde kommen. . .


Die Tage meiner Sehnsucht sind gezählt!

Donnerstag, 16. März 2017

Workshop und Konzert: Klaus der Geiger wieder in Fredelsloh


Vom Donnerstag, dem 25. Mai 2017 (Himmelfahrt) bis Sonntag, dem 28. Mai ist Klaus der Geiger wieder in Fredelsloh


Musik-und Impro-Workshop in Fredelsloh mit Klaus dem Geiger
Klaus der Geiger, deutsche Straßenmusik-Legende, spielt und singt nicht nur bei Demos, auf der Straße und in Konzerten, sondern gibt auch Musik- Workshops, die normalerweise mit einem meist erfolgreichen (öffentlichen) Konzert der Workshop-Teilnehmer enden.
Wir trainieren Improvisation und Zusammenspiel, sowie Songs und Instrumentals, die von den Workshop-Teilnehmern eingebracht werden und die wir in der kurzen Zeit einigermaßen konzertreif hinkriegen! Was Stimmlage und Instrumentarium angeht: Es geht alles!     
              
Der Workshop findet in der Alten Schule und der wunderbaren Klosterkirche in Fredelsloh statt:
Bildungswerk Leben und Umwelt e. V.                                     
Alte Schule Fredelsloh                                       
37 186 Moringen
Tel. 05555 522
 
Am 25. Mai dürft Ihr anreisen, und abends an der Gemeinschaftsküche in der Alten Schule teilnehmen. Am Freitag nach dem Frühstück beginnen wir mit dem Workshop, wer erst am Samstag kommen kann, darf noch dazu kommen. Am Sonntag um 17:00 Uhr ist dann ein Abschlusskonzert in der Klosterkirche Fredelsloh, zu dem wir herzlich einladen. 
Für Gäste von ausserhalb: Private Unterbringung ist möglich. Es wird um eine Kostenbeteiligung für Verpflegung in der Alten Schule und den Workshop gebeten. Spende nach Selbsteinschätzung.

Diese Veranstaltung wird von der Hedi-Kupfer-Stiftung, Fredelsloh, gefördert. 
Ein kleiner Eindruck vom letzten Jahr: 

Samstag, 11. März 2017

Später dann

Dagmar Herrmann: Hoffnungsträger



Später dann. . .

Später dann werde ich in meinem Tagebuche lesen:
Das war dieses Jahr gewesen,
in dem der Frühling warm und früh begann
und Licht aus blauem Himmel kam,
und in den Wallanlagen frühe Blüten
dieses Blau in Wiesen sprühten,
während ich mich in der warmen Märzensonne aalte. . .

Das war das Jahr, als Fukushima strahlte.

Ich mit der Liebsten Hand in Hand,
den Bauch gefüllt mit Straciatella-Eis,
wir beide satt von Sonne, Sahne, Glück.
Es waren Tage, ganz vom Glück durchtränkt,
Tage, wie von leichter Hand geschenkt,
und in den Zweigen begannen Vögel mit den Liebesspielen. . .

Das war das Jahr, in dem in Libyen die Bomben fielen. . .



Weitere Bilder von Dagmar Herrmann gibt es hier zu sehen: