Freitag, 29. November 2013

Aus dem Tierleben: Vom Elefanten zum Maulwurf.




Der Elefant scheint unsensibel,
dabei ist er sehr penibel,
wenn er in den Laden kommt,
wo man den Geschirren frommt,
die so sehr zerbrechlich sind,
da benimmt
er sich mit großer Umsicht. . .

und darum klirrt es nicht. . .





I - Aaah sind deine Worte,
I - Aaah geht dein Gedicht,
mancher verbohrte
Ästhet hört es
und versteht es nicht,
I - Aaah I - Aaah,
weil es nicht gleich
verständlich ist.
Bruder Esel,
bist
mir lieber
als mancher Künstler,
der humorlos ist.



 
Ein Spatz mit einem Tigerherz
schickte "Tschilp" um "Tschilp" nach oben,
das nervte einen Edelnerz,
der konnt es einfach nich globen.

Er hörte "Tschilp" im Morgengraun,
er hörte "Tschilp" am Gartenzaun,
er hörte "Tschilp" um Mitternacht
(das war die Nachtigall, die hatt sich einen Spaß gemacht)

er hörte "Tschilp" beim Frühstücksei,
rief nach Notarzt, Feuerwehr, nach Polizei,
doch trotz groß "Tatütata",
das "Tschilp" blieb da. . .

(Kein Kommentar)


 
Ein Maulwurf,
der kein Maul mehr wirft
und nicht nach tief´ren
Dingen schürft,
der hat,
das sei hier nicht verhehlt,
ganz einfach
seinen Job verfehlt.

Die Blaumeise,
diese Schlaumeise,
sagt dazu nur:
Tieferschürfen
ist wider
meiner Natur! 



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Dienstag, 26. November 2013

Aus dem Tierleben: Schmetterling und Käng Guru


 
Weder Schmetterling noch Käng Guru: Das Grind



                                         Es war einmal ein Schmetterling,
so ein wundervolles buntes Flatterding,
der die andren Schmetterdinger überraschte,
weil er nur an Gorgonzola naschte.

Seinen Ringelrüssel senkte er nie
in Nektar und Ambrosia,
das hielt er, kurz gesagt, für ordinär.
Seine Meinung: der Süßkram
wäre nur für die Proleten da,
während er ein Geisteswesen wär.

Er handelte nach folgender Philòssophie:
Zuckerzeug, das mache Karies.
(das hatt er irgendwo gelesen), und nie
hinterfrug er dieses Axiom,
da handelte er prinzipiensatt,
auch wenn ein Rüssel keine Zähne hat.

Er wusste alles dies
aus einem Buch, das ein kluger Doktor schrieb
und er sagte sich  (und vor allen Dingen andren):
Hier geht es ums Prinzip.

Nur eines machte ihn verdrießlich,
es war wie verhext,
er wurde dünn und dünner schließlich,
da auf Blütenbüschen kein Gorgonzola wächst.





Der Käng-Guru vor seine Herde trat
und Stille sich erbat.

Er legte sittsam Pfote über Pfote,
das gab ihm eine feierliche Note.

Dann hob er zu sprechen an:
"Ich spreche heute über Frau und Mann!

Ihr wisst, ich bin ein Beuteltier,
doch, habe ich einen Beutel hier?

Es ist so, wie es sein solle,
Frauen haben die tragende Rolle!

Und stimmst du überein mit mir,
bist auch du ein Beuteltier!"

Darauf der Nasenbär: "Mir ist das einerlei!
Ich trete einer andren Sekte bei!"




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Wechselwarm

Nein, ich bin nicht zum Reptil mutiert, nicht ich bin wechselwarm, sondern meine häusliche Umgebung  -  In den Fällen, wo ich "draußen" übernachte, im kleinen weißen Haus. 

Es hat einen Ofen. Der ist etwas mächtig ausgelegt für die Größe des Raumes, und so muss ich achtgeben, dass ich ihn des Abends nicht zu sehr füttere. Ein Holzscheit zu viel, und im kleinen weißen Haus wird es tropisch. 

Das ist jedoch immer nur temporär. Am Morgen ist es wieder kühl. Kühl genug, dass ich am Morgen gerne noch eine Weile unter der Decke bleibe, solange es denn geht. Kühl genug auch, um morgens wirklich munter zu werden, noch vor dem ersten Kaffee. 

Wenn es wirklich knackig kalt in der Nacht wird draußen, dann gibt es am Morgen sogar Eisblumen auf den Fensterscheiben. Eisblumen! Da werden Kindheitserinnerungen wach. Die frühen Jahre, in denen die Familie noch in einem mehrstöckigen Mietshaus wohnte, mit Ofenheizung. 

Wir Kinder staunten an den Wintermorgenden über die Eisblumen, zärtlich-zerbrechliche Gebilde, die sich in floralen Formen über die Scheiben zogen, und die beim Anhauch verblassten und dann verschwanden. 

Auch wenn es in Zeiten gleichmäßiger Wärme in den Innenräumen altmodisch sein mag. Ich liebe das Wechselwarme. 


Das kleine weiße Haus im Winter





-   Die anderen Seiten  97  - 

Montag, 25. November 2013

Möglichkeiten

 "Sie (die Seminolen, ein nordamerikanischer Indianerstamm) scheinen frei von Wünschen und Begehren zu sein. Kein grausamer Feind zum Fürchten; nichts, das ihnen Beunruhigung bereiten könnte, außer den allmählich zunehmenden Übergriffen der Weißen. Solcherart sich behauptend und ungestört, erscheinen sie munter und frei wie die Vögel in der Luft, und wie diese fröhlich und tatendurstig, harmonisch und lärmend. Der Anblick, die Bewegungen und das Verhalten der Seminolen stellen das meist beeindruckende Bild von Glücklichsein in diesem Leben dar; Vergnügen, Lebenssinn, Liebe und Freundschaft, ohne Tücke oder Erregungszustände, scheinen ihnen angeboren oder in ihrer lebendigen Geisteshaltung vorherrschend zu sein, denn sie verlassen sie erst mit dem letzten Atemzug."

William Bertram, 1739 - 1823, "Reisen durch Nord- und Süd-Carolina, Georgia, Ost- und West-Florida, das Cherokee Land etc.."

"Willst du denn wirklich zurück zu dem Leben der Indianer?", werde ich oft gefragt. Nein, ich will nirgend wohin zurück, nicht in die Steinzeit, nicht zur Natur, nicht ins Mittelalter und nicht zurück in den Mutterbauch. "Alles Vergangene endete im heute". 

Das obige Beispiel aus historischer Zeit zeigt mir jedoch, dass es auch im Menschen angelegt ist, ein solches Leben zu führen. Ich möchte hier jetzt nicht auf die Frage hinaus, ob der Mensch prinzipiell gut oder böse sei. Ob das "sogenannte Böse" etwa in den Genen angelegt sei. Ich möchte "den Menschen", und damit mich selber auch, nicht auf irgendeine Stereotype festlegen.

Doch dass es so glücklich lebende Menschen wie die Seminolen gab, bezeugt, dass es uns Menschen, und damit auch mir, prinzipiell möglich ist, ein solches Leben zu führen. Glücklichsein in einer Gemeinschaft ist in uns angelegt. 

Das wiederum finde ich beruhigend. Und ich folge dieser Spur lieber, als der des "sogenannten Bösen". Warum? Einfach, weil ich mich damit wohler fühle. 




-  Die anderen Seiten  96  -

Donnerstag, 21. November 2013

Aus dem Tierleben: Schnecken und Regenwürmer


Im Falle eines Falles
für jenes und für alles
gibt es zum Rettungszwecke
Elfriede, unsre Rettungsschnecke.

Sie rettete und ratterte,
dass eine von den Ratten flatterte
und dann verschwand
im Niemandsland.

Das ist ja allerhand!

Sie rettete und ratterte,
dass der Strauß verdattert knatterte.
                                       Wer meint, wir hätten die Wahrheit hier
                                       verlorn,
der lese es nochmal von vorn.




                                  Ein Regenwurm
                                  ließ sich in echter Eigenliebe
                                  zweiteilen.
                                  Nun kann er voller Liebesglück
                                  bei sich selbst
                                  verweilen.

. . . und wenn er sich vierteilen tut, der Bub,
reichts für ´nen ganzen Swingerclub. . . 



 
Ein rachsüchtiger Regenwurm
eroberte die Gänge des Gegners im Sturm,
wobei er eine Maulwurfsröhre querte
und dadurch den Maulwurf störte.
Das war fast das Ende vom Regenwurm.



 
Ein Regenwurm, der in eine Steckdose kroch
erlebte seine Erleuchtung noch.
Worauf er zum Wattwurm transformierte
und fortan als My sweet Ohm residierte.




 
Eine Schnecke und ein Schneckerich,
die liebten sich ganz inniglich.
Oder waren es Schneckerich und Schnecke?
So richtig wussten sie das nicht. . .

Als Zwitterwesen gerieten sie in Streit,
wer den nun Schnecke und wer  -erich wäre. . .
und tragisch endet die Geschicht,
die Liebe lief ins Leere. . . 




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