Samstag, 24. März 2012

Nützliche Dinge für die Gartenarbeit

Jetzt hat die Gartensaison wieder mit Macht begonnen. Gestern war es hier im Parzellengebiet ganz deutlich zu sehen: Am Nachmittag, nach Feierabend noch anschwellend, belebten sich eins ums andere die Gärten. Mein Gartennachbar begann mit Möhren säen, dabei waren Ihm einige Erdbeerpflanzen im Wege, welche wir uns holen durften.

Ich selber kramte meine Gartenwerkzeuge wieder an das Sonnenlicht. Die Werkzeuge sind ein wichtiger Bestandteil der Freude im Garten. Mit gutem Werkzeug und guten Materialien macht das Werkeln Spass. Ich möchte in diesem Blog einiges von meinen liebsten Gebrauchsgegenständen vorstellen. Als erstes seien die scharfen Sachen genannt, die immer "am Mann" sind, wenn es in den Garten geht. Da ist einmal das unentbehrliche Gärtnermesser. Ich bevorzuge eine leichte Hippe mit leicht geschwungenem Blatt. Dass das Messer immer scharf ist, versteht sich von selbst. Ich erinnere mich noch, wie wir Lehrlinge (ja, ich habe noch zu einer Zeit Gärtner gelernt, als das noch nicht "Auszubildenede" hieß), lernten, unsere Messer zu schärfen.

Es gab häufig bei uns des morgens Messerappell, und wehe, wer sein Messer nicht dabei hatte. Oh, was konnte mein Meister böse gucken. Den nächsten bösen Blick erntete man, wenn das Messer nicht scharf war. Zugute halten kann ich meinem Meister, dass er mit unendlicher Geduld uns das Schärfen von Messern lehrte, meistens am "Belgischem Brocken", einem zweiseitigen Schleifstein, mit einer gröberen und einer feineren Seite, der immer in der Gärtnerei in einem Gefäß mit Wasser lag, da er zum Schärfen feucht sein musste. Oder auch die Schärfvariante am Leder beziehungsweise am Ledergürtel. Was hab ich oft Blut und Wasser geschwitzt, weil das verdammte Ding immer stumpfer statt schärfer wurde, weil ich mal wieder den richtigen Schleifwinkel nicht getroffen hatte. Wie gesagt, da bewies unser Meister eine Engelsgeduld, und wir hatten zum Glück alle Zeit der Welt, um das Schärfen richtig zu lernen. Scharf wurden unsere Stecklingsmesser dann genannt, wenn man damit die feinen Härchen auch dem Oberarm rasieren konnte. Das war immer der Abschlusstest. Später hörte ich von Japanischen Zimmerleuten, die im ersten Lehrjahr nichts anderes lernen, als Hobel etc. zu schärfen. Ob das eine Legende oder die Wahrheit ist, weiß ich nicht, aber vorstellen kann ich es mir.

Meine Hippe besitze ich jetzt zwanzig jahre, ihr Heft ist aus Nussbaumholz und fühlt sich immer warm in der Hand an. Mit der Zeit verwächst man mit seinem Werkzeug, man nimmt es förmlich mit in seine Aura, es wird zu einer Art "Körperteil". Ich weiß von alten Gärtnern, die sich an ihr Gartenmesser eine neue Schneide anbringen ließen, wenn die alte vom vielen Schleifen abgewetzt war.

Die zweite wichtige scharfe Sache ist die Rosen- oder Gartenschere. Hier macht mich jeder Spielkram aus dem Baumarkt rappelig. Auch wenn ich nicht dafür gesponsert werde, mache ich hier einmal Werbung für eine Marke. Das ist die Schweizer Firma Felco, welche unbestritten die besten Rosenscheren herstellt. Ich kenne keinen Baumschuler, der etwas auf sich hält, der nicht eine "Felco" hätte. Die sind dann zwar zwanzig mal so teuer wie die Dinger vom Grabbeltisch, halten dafür auch ewig. Auch meine Rosenschere begleitet mich schon über zwanzig Jahre. Selbstverständlich ist die Schneide auch hie rimmer scharf, und die Feder immer geölt. 

Das kleine Scherenmodell auf dem Bild ist eine Floristinnenschere, die ich meinem Sohn schenkte, als er drei Jahre alt war. Auch sie ist immer geschliffen, und mein Sohn hat von Anfang an einen großen Respekt vor ihr. Das Scherenschleifen war immer eine der beliebtesten Arbeiten der Kinder in meinen Schulgartenprojekten. Wir setzten unseren Ehrgeiz darein, dass man mit den Rosenscheren Papier und Fingernägel schneiden konnte. Ich habe es denn auch nie erlebt, dass die Kinder anders als vorsichtig mit den Werkzeugen umgingen. Schließlich lernten sie so früh mit Werkzeugen umzugehen und Beerenobst fachgerecht zu schneiden.

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