Sonntag, 11. März 2012

Aus Dingefinders Literarischer Wundertüte

Taschengedichte

Die Taschengedichte sind entstanden aus den Dingzetteln, kleine kryptische Papierchen, die ich auf meinen Wanderungen fand und die ich mir in Reimform übersetzte. Diese und andere Reime finden sich jetzt auf den Kärtchen mit den Taschengedichten wieder. Taschengedichte heißen sie, da sie als kleine gedruckte Erinnerung, dass es noch eine andere Welt gibt, in jeder Geldbörse mitgenommen werden können. Wie Kredit-  und Visitenkarten nehmen sie kaum Platz weg. Anders aber als die ersten beiden, nimmt man sie jederzeit gern zur Hand. Mittlerweile gibt es 99 leichtfüßige Texte, und es werden fast täglich mehr.

Sie können die Taschengedichte selbstverständlich auch als ihr tägliches Handorakel nutzen, daher habe ich auch immer Kärtchen mit Bildern von gefundenen Dingen und ähnliches beigelegt. Anders als beim Tarot, wo die Deutungen durch Jahrhunderte langen Gebrauch vorgegeben sind, brauchen sie bei den Taschengedichten und Dingefinderbildchen nur schauen, lesen, staunen, und die Deutung oder Antwort auf eine gestellte Frage ergibt sich von selbst. 
 
Zu Ende ist die Zeit auf Wolke sieben.
Es kommt die achte Wolke
angeschwebt.
Ein jedes Wölkchen lässt sich lieben,
und wer jedes Wölkchen liebt, der lebt.




Sich von Herz zu Herz erreichen ist
Ursprung der Menschenwesen,
und wenn ihr voneinander wisst,
dann könnt ihr vertraut genesen.
 
Heute habe ich den Mut.
Ich schaue mich im Spiegel an
und sage mir sodann:
Ich bin gut!

Ich lebe – lebe! – einfach nur!
Das aber pur!



 
Ein Bauer hatte ein Feld bestellt,
so tausend mal tausend Meter.
Der Spediteur sagte:
Das passt in kein Auto der Welt.
Ich liefere vielleicht später.




 
Eines kannst du ganz vergessen:
Im Übermaß mit Maßen messen,
und des Weit´ren lässt sich streichen
dieses ewige Vergleichen.

Hast du all das ausgestrichen,
bist du so unvergleichlich
ausgeglichen.










  

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen