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Dienstag, 30. Juni 2026

Die Wilde Sollingküche: Sommerpause, aber nur bedingt

 


Die Wilde Sollingküche: Sommerpause, aber nur bedingt

Die Wilde Sollingküche geht in die Sommerpause, was Veranstaltungen betrifft. Also für Juli und August keine Kräuterspaziergänge, der nächste ist am Sonntag, dem 6. September. Auch die Veranstaltungsreihe Texte und Töne in Fredelsloh pausiert, die immer jeden zweiten Freitag im Monat im Herbst-Hof in Fredelsloh stattfindet, und die wir mit einem veganen Buffet unterstützen. Diese Reihe startet nach der Sommerpause wieder am 11. September.

Doch unsere Treffen alle zwei Wochen am Freitag in der Alten Schule Fredelsloh, Am Kapellenbrunnen 4, werden fortgeführt. Wir finden uns um 17:00 Uhr dort ein, wer möchte, kann auch schon um 15:00 Uhr erscheinen. Also am 10. und 24. Juli, und dann wieder am 7. und 21. August. An diesen Tagen sammeln wir Kräuter, Früchte, Pilze und Rezepte. Wir tauschen uns aus und kochen zusammen, immer auch mit wilden Zutaten aus dem Solling. Wir sind eine Gruppe von Kochbegeisterten von zur Zeit sieben Personen. Wer dazu kommen möchte: Herzlich willkommen, entweder einfach vorbeischauen an den genannten Terminen oder sich anmelden unter Mail: dingefinder@gmx.de oder Telefon 05555 / 522 (AB Alte Schule).

Zur Zeit ist Erntezeit, es locken Walderdbeeren und Waldhimbeeren; Mädesüß blüht und kann verarbeitet werden, und wer die Chance haben möchte, einem Eichhasen zu begegnen, dem ist zur Zeit vielleicht das Jagdglück hold. Der Eichhase oder auch Ästiger Büschelporling (Polyporus umbellatus) ist ein büschelig wachsender Pilz aus der Gattung der Stielporlinge, der zwar nicht häufig ist, doch wenn er zu finden ist (er wächst jedes Jahr wieder an der gleichen Stelle ab Mitte Juni), dann lohnt es sich auch. Wir hatten schon Büschel, die drei Kilo auf die Waage brachten. Es sind immer viele kleine Pilzhüte, die einem Strunk entwachsen. Geschmacklich ist er sehr gut, und er lässt sich gut trocknen und zu Pilzwürzpulver vermahlen, oder zu Pilzextrakt weiter verarbeiten.

Doch auch zu den Walderdbeeren lohnt es sich hinunter zu beugen. Es müssen ja nicht immer riesige Mengen sein, die verarbeitet werden. Sicher, für ein, zwei Pfund braucht man einige Zeit, doch das Aroma von Fruchtmus, aus Walderdbeeren zubereitet, ist unvergleichlich. Dazu zuckern wie die kleinen Kullerchen ein und lassen sie über Nacht ziehen. Am nächsten Tag aufkochen, pürieren, mit Apfelpektin versetzen, noch einmal drei Minuten köcheln lassen, und dann heiß abfüllen in sterilisierte Gläser. Wer noch ein paar Blütenblätter von gut duftenden Rosen auftreiben kann, gerne mit einzuckern und aufkochen, vor dem pürieren aber entfernen. Das gibt eine feine Extranote.

Da bei den Veranstaltungen der Reihe Texte und Töne in Fredelsloh auch immer Gedichte rezitiert werden, hier noch ein kleines Beerenwerk:

Sommergeflüster

Beere Brom
sagte zu Beere Him:
"Wenn ich
in den Himmel komm,
dann sing ich
all die frommen Lieder
und komm
als Erdbeere wieder!"

Sagte Beere Him
zu Beere Brom:
"Du weißt,
dass es Himmel
und nicht Brommel heißt!"

Veranstalter ist das Bildungswerk Leben und Umwelt e. V.. Alte Schule Fredelsloh, auf dem Foto sind unsere beiden Maskottchen der Wilden Sollingküche zu sehen, Peter Pateter und die Wald-Lilli, diesmal in den Walderdbeeren, eine Filzarbeit von Judith Zahn-Dahlen aus Fredelsloh. Das kleine Gedicht ist von mir.



Samstag, 6. Juni 2026

Klang und Sinn - Konzert am 28. Juni 2026 18:00 Uhr in der Klosterkirche Fredelsloh

 


Klang und Sinn - Konzert am 28. Juni 2026 18:00 Uhr in der Klosterkirche Fredelsloh

Leitung Wolf Friedrich Merx & Ensemble Klang und Stille

Im Anschluss ein Buffet der Wilden Sollingküche im Herbst-Hof, Deichstraße 18

Ihnen allen wie Freunden begegnen, den vielen mir ganz unbekannten Menschen, das verlernen wir gerade. In einer Zeit, in der die Dimension des Spirituellen mehr und mehr verloren geht und Religionen und Kulturen immer häufiger gegeneinander in Stellung gebracht werden, wollen wir an diesem Abend das Verbindende wertschätzen, aus dem Reichtum der Religionen und Kulturen der Welt schöpfen und in der Atmosphäre der wunderbaren Klosterkirche in Fredelsloh dazu Klänge (er)finden, Texte in Klänge einhüllen, in uns hineinhören und dann selbst schöpferisch tätig werden und dabei ein wenig „hinausdenken über die sichtbaren Dinge“

Zeitgleich ist die Klosterkirche mit großformatigen Bildern der Ausstellung „Astrowolken“ geschmückt. Arndt Wolkenhauer stellt Fotos aus, die er mittels seiner kleinen Sternwarte im Garten erstellt hat. Er schreibt dazu: „Die Faszination des Nachthimmels liegt für mich gerade darin, dass wir mit bloßem Auge nur einen keinen Teil dessen sehen, was eigentlich da ist“.

Zur kulinarischen Abrundung dieser musikalisch-spirituellen Reise lädt die Wilde Sollingküche im Anschluss an „Klang und Sinn“ ein zu einem Buffet im Herbst-Hof in Fredelsloh, einem sinnlichen Genuss der ganz besonderen Art. Auch diesen haben wir vor musikalisch zu begleiten. Zur Deckung der Kosten werden wir einen Spendenkorb aufstellen.

Ich selber bin in zweierlei Hinsicht daran beteiligt, zum einen mit Judith Zahn - Dahlen als Musiker, zum anderen als Mitglied der Wilden Sollingküche.

Sonntag, 3. Mai 2026

Kräuterspaziergänge 17. Mai und 21. Juni 2026

 


Die Wilde Sollingküche lädt ein: Kräuterspaziergang jeweils am 17. Mai und am 21. Juni 2026

Kräuter für die Küche und Hausapotheke

Der Mai ist gekommen und mit ihm der Waldmeister als Bestandteil der klassischen Maibowle. Das wirft die Frage auf, ob am 17. Mai, wenn unser Kräuterspaziergang stattfindet, der Waldmeister noch gesammelt werden sollte. Es heißt ja oft, dass er, wenn er blüht, nicht mehr genutzt werden solle, ja sogar, dass er dann giftig wäre. Und blühen tut er jetzt schon an exponierten Stellen am 1. Mai, an dem ich dieses schreibe.

In manchen Jahren blüht der Waldmeister mit einer Geschwindigkeit auf, dass es fast unmöglich ist, nichtblühende Triebe zu sammeln. Für das Aroma, welches wir lieben, sind die Cumarine zuständig, Der Wirkstoffgehalt ist kurz vor der Blüte am höchsten und schwindet nach dem Blühen recht schnell. Wenn das Frühjahr sehr warm ist, dann fallen Blütenbildung und Cumarinproduktion zusammen. Werden diese Cumarine in zu hohen Dosen eingenommen, kann das zu Müdigkeit, Kopfschmerzen oder Druckgefühl im Oberbauch führen. Gleichzeitig ist dieser Stoff aber auch für das Aroma zuständig, welches wir so schätzen, und dass die Maibowle so lecker macht. Also sollten wir von den blühenden Pflanzen, beziehungsweise von den kurz vor der Blüte stehenden Pflanzen mit Knospen dementsprechend weniger nehmen, um den gleichen aromatisierenden Effekt zu haben. Übrigens sollte der Waldmeister anwelken, um sein volles Aroma zu entfalten, frisch riecht er nach fast nichts.

Auch lässt sich Waldmeister für Sirup sammeln. Dazu zuckern wir die gesammelten Triebe, die in einer Glasschüssel geschichtet werden, lagenweise ein. Auf die letzte Lage legen wir einen Teller, den wir mit einem Stein beschweren, dass die weichen Triebe mit dem Zucker zusammengepresst werden. Das lassen wir dann mindestens 24 Stunden ziehen, etwas länger schadet nicht. Schließlich diese Triebe mit dem Zucker in einem Topf geben und mit Wasser auffüllen, dass sie gut bedeckt sind. Aufkochen lassen, etwas Zitronensaft bei geben, und dann noch etwa drei Minuten köcheln lassen, schließlich abseihen und noch heiß in sterilisierte Flaschen abfüllen. Fertig.

Diesen Sirup kann man dann jederzeit mit Mineralwasser aufgießen und genießen. Besonders lecker ist das, wenn noch zur Hälfte Apfelsaft dazu kommt. So erhält man auch eine alkoholfreie Maibowle. Wenn der Waldmeister schließlich am Verblühen ist, ist auch die Sammelsaison vorbei, dann nämlich treten die Cumarine zurück und das Kraut schmeckt zunehmend herbe und bitter.

Doch Waldmeister ist nicht das einzige Kraut, welches im Mai zu finden ist. Und später im Jahr, im Juni, hat die Vegetation einen Wechsel vorgenommen. Was dann jeweils zu finden ist für Küche und Hausapotheke, möchten wir ihnen auf unseren Kräuterspaziergängen näher bringen. Jeweils Sonntag 17. Mai und 21. Juni (dem Tag der Sommersonnenwende, an dem wir sicher auch Johanniskraut finden werden). Treffpunkt Alte Schule Fredelsloh, Am Kapellenbrunnen 4, 10:00 Uhr. Um an den Exkursionen teilzunehmen, müssen sie kein Mitglied der Wilden Sollingküche sein. Kinder sind willkommen. Jeweils im Anschluss bereiten wir eine Kleinigkeit (Kräuterquark etc.) aus gesammelten Kräutern zu und verköstigen diese. In die Welt der Kräuter führen Sie ein Jörg Krüger aus Fredelsloh und Jutta Kramer aus Oldenrode. Kosten: Über eine Spende würden wir uns freuen. Bitte auf dem Wetter angemessene Kleidung achten.

Veranstalter: Wilde Sollingküche im Bildungswerk Leben und Umwelt BLU e.V., Alte Schule Fredelsloh, Am Kapellenbrunnen 4, 37186 Moringen, das Foto zeigt die Maskottchen der Wilden Sollingküche, Peter Pateter und die Waldlilli; eine Filzarbeit von Judith Zahn-Dahlen aus Fredelsloh, inmitten von Waldmeister und anderen Kräutern.


Donnerstag, 9. April 2026

11. 4. 2026: Die Wilde Sollingküche lädt ein - So schmeckt der Frühling

 

Die Wilde Sollingküche lädt ein:

„So schmeckt der Frühling“

Eine kulinarische Frühlingserkundung in fünf Gängen


Samstag 11. April 2026, 18:00 Uhr

Herbst-Hof, Fredelsloh Deichstraße 18


Wir sind eine Gruppe von Kochbegeisterten, die sich seit März 2025 alle zwei Wochen Freitags in der Küche in der Alten Schule Fredelsloh trifft. Wir erkunden seitdem, was sich mit den Gaben der Natur der Sollingwälder und -wiesen Köstliches zubereiten lässt.

Am 11. April laden wir Euch herzlich ein zu erkunden, wie der Frühling im Solling schmeckt. Wir haben vielerlei ausprobiert, so dass wir ein fünfgängiges wald- und wieseninspiriertes Menü anbieten können. Geschichten zu den Gerichten werden Ihnen zwischen den Gängen auf unterhaltsame Weise serviert. Die musikalische Umrahmung übernehmen Die Morrigans mit Irish Folk.

Für die Deckung der Kosten freuen wir uns über eine großzügige Spende. Wenn etwas übrig bleibt, finanzieren wir davon Projekte der Alten Schule Fredelsloh.

Eine verbindliche Anmeldung bis zum 2. 4. ist notwendig, entweder per Mail an dingefinder@gmx.de oder telefonisch unter 05555 / 522 (AB Alte Schule). Wir bieten auch eine vegane Variante unseres Menüs an. Wenn diese erwünscht ist, bitte mitteilen.

Veranstalter:

Wilde Sollingküche im Bildungswerk Leben und Umwelt BLU e.V.,

Alte Schule Fredelsloh, Am Kapellenbrunnen 4, 37186 Moringen


Samstag, 14. März 2026

Sonntag 22. März, Fredelsloh: Kräuterspaziergang mit der Wilden Sollingküche


Am Sonntag, dem 22. März machen wir einen Kräuterspaziergang rund um die Klosterkirche und dem Hainberg. Treffpunkt Alte Schule Fredelsloh, 10:00 Uhr, im Anschluss bereiten wir einen kleinen Imbiss mit gesammelten Kräutern. Gäste sind herzlich willkommen, Kinder ebenso. Für die fachliche Begleitung bin ich zuständig. Wer mich (noch) nicht kennt: Gärtner, Pädagoge, Dichter; ich biete seit Anfang der 90 er Kräuterwanderungen für verschiedene Bildungsträger an. Kosten: Eine Spende wäre nett.

Samstag, 17. Januar 2026

7. Februar 2026: Aus dem Kochbuch der Marie Dörnte

 



Aus dem Kochbuch der Marie Dörnte

Eine kulinarische Zeitreise in fünf Gängen

Samstag, 7. Februar 2026, 18:00 Uhr, Herbst-Hof

Deichstraße 18, Fredelsloh

Es begann mit einem Fundstück. Ein Berichtsheft mit der Aufschrift „Wanderhaushaltungsschule Fredelsloh 1923 - 1924, Marie Dörnte“. So kam uns die Idee, aus diesem Rezeptheft ein Menü zusammen zu stellen und anzubieten. Wir sind eine Gruppe von Kochbegeisterten, die sich seit März 2025 zweimal im Monat in der Küche in der Alten Schule Fredelsloh trifft. Wir erkunden seitdem, was sich mit den Gaben der Natur der Sollingwälder und -wiesen Köstliches zubereiten lässt. Doch auch so einen Schatz lassen wir uns nicht entgehen. Und so werden wir nach den Originalrezepten wie vor hundert Jahren arbeiten. Lassen Sie sich überraschen! Die musikalische Begleitung übernimmt Kenneth am Klavier.

Kosten: Wir bitten um eine großzügige Spende für die Projekte der Alten Schule Fredelsloh. Eine verbindliche Anmeldung bis zum 1. 2. 2026 ist notwendig. Per Mail an dingefinder@gmx.de oder telefonisch unter 05555 / 522 (AB Alte Schule)

Veranstalter: Wilde Sollingküche im Bildungswerk Leben und Umwelt BLU e.V., Alte Schule Fredelsloh, Am Kapellenbrunnen 4, 37186 Moringen

Wir suchen übrigens noch weitere Menschen, die Lust haben auf Exkursionen in der Natur und in der Küche und die bereit sind, Essperimente zu machen in einer fröhlichen und kreativen Runde. Wir treffen uns jeden zweiten und vierten Freitag im Monat ab 17:00 Uhr; Wanderungen, um wilde Kräuter, Pilze und Früchte kennen zu lernen, finden nach Absprache in der Gruppe an Wochenenden statt.

Samstag, 30. August 2025

6. 9. 2025: Die erste Fredelsloher Klosternacht; mit dabei die Wilde Sollingküche

 


Am Samstag nächster Woche, und wir sind dabei. Wer? Die "Wilde Sollingküche". Wir haben ausprobiert, verköstigt, geschlemmert, wieder ausprobiert, eingemacht, getrocknet, eingesalzen was der wilde Solling mit seinem ausgedehnten Wald und seinen Wiesen so hergibt und werden bei der Klosternacht am 6. September erste Ergebnisse zum Verköstigen präsentieren. Vielen Dank für die Einladung, Jan Höffker, dass wir dabei sein dürfen, wir freuen uns schon auf die 1. Fredelsloher Klosternacht. Das Team der Wilden Sollingküche, lasst Euch überraschen!


Sonntag, 20. April 2025

Wie schmeckt der Wald? Ein Löffelgericht

 



Ein Löffelgericht zum Thema Wald 

Es war wieder Treffen des Kochprojektes „So schmeckt unser (Solling-) Wald“, geleitet von Sylvia Hathazy, in der Küche der Alten Schule Fredelsloh. Ich hatte diesmal ein Löffelgericht zum Thema beigesteuert. Löffelgerichte sind eine Erfindung des Gastronomiejournalisten Jürgen Dollase, die er in seinem Buch Geschmacksschule vorstellt. Das sind Kompositionen, die das Bewusstsein schärfen für einfache Grundeffekte (warm/ kalt, kross/ schmelzend) und sich zu vielfältigen sensorischen Erlebnisse steigern, und die auf einem Esslöffel Platz haben.

Für unser Thema Wald nahm ich als Grundsauce einen Oxymel, den ich mit jungen Lärchentrieben angereichert hatte, ein kleines Energiebällchen, bestehend aus gemahlenen Pinienkernen und Waldhonig; ein kleines Grießnockerl, das mit Steinpilzpulver gewürzt wurde, einen Klecks grob gemörsertes Walnuss-Gierschpesto und einige anfrittierte Gundermannblätter.

Oxymel

Oxymel (von lateinisch 'Säure und Honig', von altgriechisch ὀξύς 'Sauer' und μέλι 'Honig') ist eine traditionelle Mischung aus Essig und Honig, die bereits in der Antike als Heilmittel verwendet wurde. Die Kombination beider Zutaten wird sowohl in der Naturheilkunde als auch als kulinarische Zutat geschätzt. Oxymel wurde bereits in Hippokrates (ca. 460–370 v. Chr.) zugesprochenen Schriften als medizinisches Tonikum empfohlen.

Eine Grundrezeptur besteht aus (flüssigen) Honig (3–4 Teile) und Essig (1 Teil, meist Apfel- oder Weinessig). Die Zutaten werden vermischt und können mit Kräutern angereichert werden. Dann muss das Ganze an einem dunklen Ort zwei bis drei Wochen bei Zimmertemperatur ziehen, wobei täglich einmal aufgeschüttelt werden sollte. Danach können die Kräuter entfernt werden und der Oxymel ist genussfertig.

Ich nahm zum Aromatisieren junge Lärchenaustriebe, es zeigte sich später, dass diese noch zu zart waren, als dass sie nennenswert ätherische Öle abgaben, so dass der gewünschte Effekt „Nadelbaumgeschmack“ zwar vorhanden, jedoch sehr zurückhaltend war. Das nächste Mal werde ich wohl Fichtenspitzenhonig nehmen.

Davon kam etwa ein Teelöffel voll auf meinen Esslöffel.

Energiebällchen

Ich röstete Pinienkerne in einer Pfanne trocken an und mahlte sie in einer Küchenmaschine, wobei ich Tannenhonig dazu gab, einige Haferflocken und eine Prise Salz. Aus der so gewonnenen Masse formte ich kleine Kugeln, die ich in gemahlenen Haferflocken wälzte. Davon kam jeweils eine auf meine Löffel.

Grießnockerl


80 Gramm Weizengrieß
30 Gramm Butter, zimmerwarm,
1 großes Ei
Eine Prise Salz
Steinpilzpulver (Ich mahlte 20 Gramm getrocknete Steinpilze)

Die Butter wird schaumig geschlagen, dann mit dem Ei und dem Salz verrührt. Butter und Ei sollten die gleiche Temperatur haben, und ich durfte wieder einmal lernen, dass solche Aussagen ihre Berechtigung haben, ich hatte das Ei zu spät aus dem Kühlschrank geholt, so dass es kälter als die Butter war, was letzlich den Effekt hatte, dass sich die Butter nicht vollständig mit dem Ei verband, sondern kleine Klümpchen entwickelte. Was in diesem Fall zum Glück nicht so störend war (ich knetete den Teig zum Schluss noch einmal mit den Händen durch).

Dann wird der Grieß, das Salz und das Pilzpulver dazugegeben und gut verrührt, anschließend 3 – 5 Minuten ruhen glassen, die Nockerl mittels zweier Teelöffel geformt, Zwischen dem Formen der einzelnen Grießnockerl die Teelöffel immer wieder in kaltes Wasser tauchen.

Die geformten Grießnockerl in mäßig kochendes Wasser legen und 12 Minuten bei mittlerer Hitze köcheln lassen. Anschließend den Topf vom Herd ziehen einen Deckel drauflegen und für 5-8 Minuten ziehen lassen, beziehungsweise bis 8 Minuten, wenn die Nockerl butterweich werden sollten.

Jeweils eine Grießnockerl gesellte sich zu der Pinienkern-Honig-Kugel auf dem Löffel.

Gierschpesto

Das Gierschpesto bereitete ich in meinem Granitmörser zu, ich brauchte ja nicht viel. Walnusskerne wurden trocken angeröstet und mit den (maigrün) gesammelten Gierschblättchen und etwas Salz zu einer noch körnigen Masse gemörsert.

Davon kam eine kleine Menge zu den beiden Kugeln auf meinem Löffeln.

Gundermannblättchen

Zum Schluss die Gundermannblättchen, die nur kurz in heißem Olivenöl anfrittiert wurden. So dass sich noch Struktur und Geschmack behielten, doch schon eine gewisse Knusprigkeit bekamen. Diese Blättchen krönten mein Löffelgericht.

Wie´s geschmeckt hat? Ja, es ließ sich Wald erahnen auf der Zunge. Nach und nach gaben die einzelnen Komponenten ihre Geschmacksvarianten ab. Ein schönes Erleben, auch wenn ich der Meinung bin, es ließe sich noch verfeinern. Nächstens mehr.