Montag, 17. März 2014

Ein gar seltsamer Wanderer berichtet vom Rosenbogentor

 
Foto: Anna Markova

 
                      Ein gar seltsamer Wanderer berichtet vom Rosenbogentor





Es kam mir vor, als wär´s ein Traum,
als ich durch jene Pforte schritt.
Es war ein Rosenbogentor,
durch das ich ging,
während die gewohnte Welt
mir sanft entglitt.
In Rosen tauchten alle Sinne ein,
in Farbenrausch, in Duftgewölbe.
So zog es mich mit allen Sinnen
in diesen Wundergarten elfengleich hinein.

Türen hinter Türen,
die Dich
in neue Räume führen,
und öffnet sich
die nächste Tür,
eröffnet sich ein neuer Raum in Dir.

Weiter führte mich der Pfad,
hin zu einem nächsten Tor.
Dahinter war der Frühlingsgarten,
die Welt war glanzvoll, stark und jung.
Blütenknospen glänzten prall hervor
aus jedem Beet.
In aller Pfade Mitte jener Brunnen,
in dessen Wassern jedes Leid vergeht.

Türen hinter Türen,
die Dich
in neue Räume führen,
und öffnet sich
die nächste Tür,
eröffnet sich ein neuer Raum in Dir.

Die nächste war die Sternenpforte.
Gewaltig war der Glanz,
der mich umschloss.
So weit, so offen war der Raum,
in den die Seele hingegeben
gewaltig sich ergoss.
Um mich in Chören Klänge von den Sternen,
ein Pulsieren aus
kobaltblauen Fernen
führte zu den Quellen
allen Lebens weit hinaus.

Türen hinter Türen,
die Dich
in neue Räume führen,
und öffnet sich
die nächste Tür,
eröffnet sich ein neuer Raum in Dir.

Schließlich kam ich durch das Nadelöhr
zurück in diese Welt.
Es war die gleiche hastend-müde Welt,
die an soviel Sehnsucht litt.
Und dennoch liegt für mich ein Glanz darüber,
seitdem ich dieses Rosenbogentor durchschritt.



Das war am 15. 3. wirklich ein besonderer Abend im Lokal² in Bremen Findorff, wo ich
meine Textrevue im neuen Gewande vorstellen durfte, um nach getaner Tat einem vielfältigen Leben zu lauschen.

Ein sehr herzlicher Dank geht an Olaf, dem Hüter des öffentlichen Wohnzimmers, der es mit viel Engagement ermöglicht, dass es diesen Ort gibt.

Vielen Dank auch an Anna, Frederike und Gennady, dass sie mich bei dem Hauptstück musikalisch begleitet haben, da ging mein Herz auf und ich spürte die Freundschaftsbande.

Dass nach dem "formellen" Teil immer wieder Gäste ein und aus gingen, dass immer wieder spontanes Musizieren in verschiedenen Konstellationen und Zusammenstellungen "ausbrach", dass ich immer wieder staunend lauschen durfte was geschah, ohne dass es einen "Dirigenten" gab, das hat meine Seele froh werden lassen und weit geöffnet.

Als dann etwas später noch Christine und Bernard kamen, und Christine zu Bernard´s Geige (unterstützt von meinem Querflötenspiel) eine Tanzperformance "hinlegte", das war dann das Sahnehäubchen an diesem für mein Empfinden rundum gelungenen Abend. Ich kannte weder Christine noch Bernard, und doch stimmte die Chemie sofort.

Mit einem Duoabschluss von Frederike und mir endete der Abend. Noch einmal Dank an alle.

p. s. : Schon einmal eine Vorankündigung für das Lokal²: Am 10. Mai werden Barbara Naziri  (die gestern auch Gast war) und ich den "verbrannten Dichterinnen und Dichtern" gedenken und in einer gemeinsamen Lesung deren vergessene Texte wieder in das Gedächtnis der Menschen holen.

Auch wird Barbara dieses Jahr noch im Lokal² lesen. Versprochen ist versprochen.


Mehr zum Lokal² hier: http://lokalbremen.wordpress.com/

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