Das
letzte Jahr war ein Walnussjahr, die Bäume trugen überreichlich,
und wir konnten Mengen sammeln, sowohl auf der Streuobstwiese, welche
die Alte Schule Fredelsloh zusammen mit dem BUND Northeim betreibt,
als auch ein Dorf weiter bei einem Freund, an dessen Grundstück
meherere Bäume wachsen. Grund genug, sich Verwendungszwecke für
die Nusschwemme auszudenken. Noch sind die Abende lang, und so kann
man sich abends hinsetzen und Nüsse knacken, denn das ist die meiste
Arbeit mit den Dingern. Die Nusschalen kommen übrigens in einen mit
Holz beheizten Küchenherd, den es hier noch gibt, zum Anheizen.
Sicher,
Walnüsse lassen sich in vielerlei Hinsicht verwenden: Trocken
angeröstet auf die Kürbissuppe, etwas kleingestoßen der Rote Bete
– Apfel – Rohkost zugefügt; mit Öl, Knoblauch und Salz gemengt
mit Petersilie oder den ersten Vorfrühlingskräutern wie
Scharbockskraut (Giersch lässt sich auch schon blicken) zu Pesto
verarbeitet; oder, fast schon klassisch, zusammen mit Gorgonzolasauce
und Birnen auf einer Pizza.
Letztere
Zusammenstellung hat mich zu einem Nachtisch inspiriert, der zwar
ohne Gorgonzola auskommt, doch die gute Harmonie von Birne und
Walnuss aufnimmt. Nun ist ja die „leichtere“ Zeit, Aschermittwoch
ist durch, Zeit für die Vorfrühlingskur. (Das Wort „Fastenzeit“
klingt mir etwas streng).
Also,
die Nüsse sind geknackt, und die Nusskerne werden in einem schweren
Granitmörser fast zu Mus zerkleinert. Ich benutze hier den für
einige altertümlich empfundenen Mörser und nicht einen elektrischen
„Häcksler“, der sich auch in der Küche befindet. Das hat vor
allen Dingen einen Grund: Die Küchenmaschine mahlt die Nusskerne zu
Mehl oder Schrot, der verhältnismäßig trocken ist. Durch das
Mörsern werden die ölhaltigen Kerne ganz anders zerkleinert, sogar
etwas Öl tritt aus, was sich in der Feuchtigkeit im Mörser zeigt.
Ich
gebe hier und jetzt keine konkreten Mengenangaben an, die sind hier
nicht nötig, es werden etwa große vier Handvoll Nusskerne genommen.
Ich bleibe bei der Zahl vier und nehme vier vollreife Birnen. Äpfel
haben wir noch von unserer Streuobstwiese, gut gelagert, vom letzten
Jahr, Birnen leider nicht. Diese lassen sich auch schlechter lagern,
außer wir hätten einen wohltemperierten Kühlraum. Doch einmal die
Woche kommt in Fredelsloh das Obstauto eines Obstbauern hier aus der
Region vorgefahren, dort bekomme ich welche, erfreulicher weise eben
nicht aus Sonstewo. Ich wähle hier die günstigen, die mit den
leichten Fehlern und braunen Stellen. Diese sind für meine Zwecke
gerade richtig, süß und reif.

Die
Birnen werden geschält. (Das müsste nicht sein, doch es macht
meinen Nachtisch feiner). Dann werden sie in kleine Würfel
geschnitten und kommen zu den gemörserten Nusskernen in die
Porzellanschüssel. Ingwer haben wir auch im Hause, der ist jedoch
nicht regional. (Auch wenn wir immer wieder ein paar Rhizome treiben
lassen und sie zu Pflanzen ziehen, ist daraus die Ausbeute doch eher
schmal). Für den Ingwer benutze ich eine Porzellanreibe, die extra
für das Reiben von frischen Ingwerkollen hergestellt wurde und hier
gut ihren Zweck erfüllt. Auch hier behalte ich mich in der
Mengenangabe bedeckt, in Etwa ein Stück Knolle von der Größe einer
kleinen Walnuss. Ich nehme hier weniger, als ich eigentlich nehmen
würde, denn ein vier Jahre altes Enkelkind ist zu Besuch und isst
mit.
Ingwer,
Nussmus und Birnenwürfel werden gut miteinander gemischt, dann hebe
ich Joghurt darunter, fünf, sechs, große Esslöffel etwa, und noch
einmal gut durchgerührt. Das Ergebnis könnte etwas sämiger sein?
Den Blick durch die Küche schweifen lassen: Ich werde fündig, es
steht eine Flasche Rhabarbersirup auf dem Küchenbord, den meine
Liebste letztes Jahr zubereitet hatte. Damit wird komplettiert. Zum
Schluss abgeschmeckt. Ich entscheide mich noch für zwei, drei
Teelöffel Zucker dazu, um abzurunden. Zu süß darf es nicht werden,
das würde das feine Aroma der Birnen überlagern. Für eine Zeit in
den Kühlschrank, zum Durchziehen, das war es denn schon.
Variieren
lässt sich das auch: In die Richtung „Birne Helene“ etwa, dann
kann ich noch geraspelte dunkle Schokolade (70 - 90 %) darunter
mischen. Für einen solchen Fall habe ich noch Wildbirnengelee vom
letzten Jahr auf Vorrat, der das Birnenaroma unterstützt, und von
dem ein paar Teelöffel voll mit untergemischt werden.
Ich
könnte aber auch mehr Ingwer nehmen und noch geriebene
Zitronenschale und etwas Zitronensaft dazugeben. Auch hier muss ich
wieder aufpassen, dass das Birnenaroma nicht überlagert wird. Wie
dem auch sei, eine leckere und doch leichte Joghurtspeise, die auch
dem Enkel geschmeckt hat. „Fastenzeit“? So gerne immer wieder.
Hier ein link zu einem anderen Rezept mit Birnen, "Birn out", wo auch geschrieben steht, wie Wildbirnengelee hergestellt wird: Birn out