Die
Wilde Sollingküche lädt ein: Kräuterspaziergang jeweils am 17. Mai
und am 21. Juni 2026
Kräuter
für die Küche und Hausapotheke
Der
Mai ist gekommen und mit ihm der Waldmeister als Bestandteil der
klassischen Maibowle. Das wirft die Frage auf, ob am 17. Mai, wenn
unser Kräuterspaziergang stattfindet, der Waldmeister noch gesammelt
werden sollte. Es heißt ja oft, dass er, wenn er blüht, nicht mehr
genutzt werden solle, ja sogar, dass er dann giftig wäre. Und blühen
tut er jetzt schon an exponierten Stellen am 1. Mai, an dem ich
dieses schreibe.
In
manchen Jahren blüht der Waldmeister mit einer Geschwindigkeit auf,
dass es fast unmöglich ist, nichtblühende Triebe zu sammeln. Für
das Aroma, welches wir lieben, sind die Cumarine zuständig, Der
Wirkstoffgehalt ist kurz vor der Blüte am höchsten und schwindet
nach dem Blühen recht schnell. Wenn das Frühjahr sehr warm ist,
dann fallen Blütenbildung und Cumarinproduktion zusammen. Werden
diese Cumarine in zu hohen Dosen eingenommen, kann das zu Müdigkeit,
Kopfschmerzen oder Druckgefühl im Oberbauch führen. Gleichzeitig
ist dieser Stoff aber auch für das Aroma zuständig, welches wir so
schätzen, und dass die Maibowle so lecker macht. Also sollten wir
von den blühenden Pflanzen, beziehungsweise von den kurz vor der
Blüte stehenden Pflanzen mit Knospen dementsprechend weniger nehmen,
um den gleichen aromatisierenden Effekt zu haben. Übrigens sollte
der Waldmeister anwelken, um sein volles Aroma zu entfalten, frisch
riecht er nach fast nichts.
Auch
lässt sich Waldmeister für Sirup sammeln. Dazu zuckern wir die
gesammelten Triebe, die in einer Glasschüssel geschichtet werden,
lagenweise ein. Auf die letzte Lage legen wir einen Teller, den wir
mit einem Stein beschweren, dass die weichen Triebe mit dem Zucker
zusammengepresst werden. Das lassen wir dann mindestens 24 Stunden
ziehen, etwas länger schadet nicht. Schließlich diese Triebe mit
dem Zucker in einem Topf geben und mit Wasser auffüllen, dass sie
gut bedeckt sind. Aufkochen lassen, etwas Zitronensaft bei geben, und
dann noch etwa drei Minuten köcheln lassen, schließlich abseihen
und noch heiß in sterilisierte Flaschen abfüllen. Fertig.
Diesen
Sirup kann man dann jederzeit mit Mineralwasser aufgießen und
genießen. Besonders lecker ist das, wenn noch zur Hälfte Apfelsaft
dazu kommt. So erhält man auch eine alkoholfreie Maibowle. Wenn der
Waldmeister schließlich am Verblühen ist, ist auch die Sammelsaison
vorbei, dann nämlich treten die Cumarine zurück und das Kraut
schmeckt zunehmend herbe und bitter.
Doch
Waldmeister ist nicht das einzige Kraut, welches im Mai zu finden
ist. Und später im Jahr, im Juni, hat die Vegetation einen Wechsel
vorgenommen. Was dann jeweils zu finden ist für Küche und
Hausapotheke, möchten wir ihnen auf unseren Kräuterspaziergängen
näher bringen. Jeweils Sonntag 17. Mai und 21. Juni (dem Tag der
Sommersonnenwende, an dem wir sicher auch Johanniskraut finden
werden). Treffpunkt Alte Schule Fredelsloh, Am Kapellenbrunnen 4,
10:00 Uhr. Um an den Exkursionen teilzunehmen, müssen sie kein
Mitglied der Wilden Sollingküche sein. Kinder sind willkommen.
Jeweils im Anschluss bereiten wir eine Kleinigkeit (Kräuterquark
etc.) aus gesammelten Kräutern zu und verköstigen diese. In die
Welt der Kräuter führen Sie ein Jörg Krüger aus Fredelsloh und
Jutta Kramer aus Oldenrode. Kosten: Über eine Spende würden wir uns
freuen. Bitte auf dem Wetter angemessene Kleidung achten.
Veranstalter:
Wilde
Sollingküche im Bildungswerk Leben und Umwelt BLU e.V., Alte Schule
Fredelsloh, Am Kapellenbrunnen 4, 37186 Moringen, das Foto zeigt die
Maskottchen der Wilden Sollingküche, Peter Pateter und die
Waldlilli; eine Filzarbeit von Judith Zahn-Dahlen aus Fredelsloh,
inmitten von Waldmeister und anderen Kräutern.