Wenn ich zu dem Rosenansatz nur wenig Geliermittel gebe, so, dass er gerade etwas dickflüssiger wird, sirupartig, und noch etwas Zitronensaft dazu tu, dann habe ich den Grundstoff für eine Rosenbowle, wenn ich ca. 1:4 mit stark kohlesäurehaltigem Wasser aufgieße.
"Ein gutes Leben leben" - das könnte mein Motto sein. Ich berichte hier von meinem Leben als Dichter, Dingefinder und Gärtner im schönen Töpferdorf Fredelsloh von Garten, Topf und Magen und von der Kunst, den Alltag alltäglich zu genießen. Das geschieht auch immer mal wieder in Reimform. Manchmal lasse ich auch andere life durch Lesungen und Kräuterwanderungen an meinen Erfahrungen teilhaben. Viel Spaß auf diesem Blog wünscht: Jörg Krüger
Montag, 28. Mai 2012
Die hohe Zeit der Rosen
Wenn ich zu dem Rosenansatz nur wenig Geliermittel gebe, so, dass er gerade etwas dickflüssiger wird, sirupartig, und noch etwas Zitronensaft dazu tu, dann habe ich den Grundstoff für eine Rosenbowle, wenn ich ca. 1:4 mit stark kohlesäurehaltigem Wasser aufgieße.
Montag, 9. Juni 2025
Küche durch das Jahr: Blütenküche
| Holunderblütensternenhimmel auf dem Küchentisch |
Jeden Dienstag von 15:00 bis 18:00 Uhr in der Alten Schule Fredelsloh: Küche durch das Jahr. Es sollen keine Mahlzeiten zum Auftischen produziert werden (was trotzdem durchaus passieren darf), sondern Grundrezepte ausprobiert, dabei wird darauf geachtet, was gerade Saison hat.
Es ist gerade Blütenzeit, und so wurden verschiedene Arten Blüten zu Sirup und Gelee verarbeitet, als da wären Rosen, Holunder, Robinie.
Wie ich die Rosenblüten verarbeite habe ich schon hier: Die hohe Zeit der Rosen beschrieben; auch habe ich wieder Heckenrosenblüten (Rosa rugosa) gesammelt, auch dazu habe ich mich vor einiger Zeit ausgelassen: Feines aus und mit Rosen
Im Grunde sind da meine Abläufe bei den Blüten die gleichen, ob jetzt Rose, Lavendel oder andere. Es sind im Netz viele verschiedene Anleitungen für die Herstellung von Blütensirup und -gelee zu finden. Es variiert, ich selber bleibe in der Regel bei meiner Rezeptur (nur beim Löwenzahn habe ich dieses Jahr eine Ausnahme gemacht). Manchen Menschen ist das zu zuckerlastig, insbesondere, da ich meistens raffinierten Zucker nehme. Doch der Zucker nimmt beim ziehen lassen über 24 Stunden und mehr die ätherischen Öle und Aromastoffe 1 zu 1 auf, ohne einen Eigengeschmack hinzu zu geben. Das schätze ich. Mit anderen Methoden habe ich da oft nicht so befriedigende Ergebnisse, was das spätere Aroma der Zubereitungen betrifft. Es gab eine Zeit, lange liegt sie zurück, weit vor der Erfindung des Rübenzuckers, da wurde Zucker in Apotheken verkauft, als Heilmittel. Auch gab es da viele Zuckerzubereitungen wie Sirups, Pastillen und Kräuterbonbons. Die heutigen Eukalyptusbonbons zum Beispiel sind ein Echo davon.
Auch las ich über eine Studie, in der ausgeführt wurde, dass süß verabreichte Medizinen vom Körper besser aufgenommen werden als bitter schmeckende. Bei süß öffnen sich die Geschmacksknospen, und die Aufnahmebereitschaft steigt. Bei Rosen, Holunder und später beispielsweise Mädesüß agiere ich mit Heilpflanzen, und ich denke, einiges von der Heilwirkung findet sich dann auch in meinen Sirups und Gelees wieder.
| Robinienblüten |
Bei den Robinienblüten habe ich jeweils den grünen Stielansatz entfernt, denn ich machte einmal die Erfahrung, dass der Sirup davon „erbsig“ schmeckt, wenn ich die mitkoche. Ich habe auch von einer Frau die Anleitung gelesen, von den Rosenblütenblättern die weißen Ansätze abzuschneiden. Doch das halte ich für übertrieben. Besonders, da meiner Meinung nach in diesen oft vermehrt Harze und Gerbstoffe zu finden sind, welche das Geschmackserlebnis eher abrunden als beeinträchtigen.
Mit den Robinien hatte ich heuer eine Erfahrung machen dürfen, die etwas schade war. Ich hab die Blüten länger als 36 Stunden ziehen lassen, was normalerweise kein großes Problem darstellt, eher im Gegenteil. Doch diese Blüten haben nach 24 Stunden an Aroma verloren, darauf war ich nicht vorbereitet. Der Sirup ist daher nicht so geschmackskräftig geworden, wie er hätte sein können. Leider regnete es die Tage, so dass die Blüten morgens nass waren. Bei Rosen ist das kein Problem, die kann man „auswringen“, also eher sanft mit einem Geschirrtuch trockentupfen, sie bleiben aromatisch. Anders unsere Diva Robinie. Da ist bei Feuchtigkeit so ziemlich alles Aroma verduftet. Sie wollen sich in Sonnenwärme verströmen.
Am morgigen Dienstag ist noch einmal Blütentag: Die Blütenansätze kommen morgen als Gelee und Sirup in die Gläser; dabei bekommen einige der Rosen Begleitung, denn ich war noch spazieren und habe eine gute Menge Walderdbeeren gesammelt, die wollen als Fruchtmus mit Rosen vermählt werden.
Dann möchte ich mich dem Thema Toastbrot mit Wildhefe annehmen (ich denke, das passt gut zu Blütengelee. . .), Brötchen habe ich damit schon gebacken, das ging ganz gut. Doch erst einmal wird der Wildhefeansatz weiter vermehrt. Und, ich möchte mich noch einmal der Lindenblätter annehmen und welche einlegen.
Damit beginnen wir wieder um 15:00 Uhr. Wir haben für alles bis 18:00 Uhr Zeit, dann kommt Judith wieder zum Filzen.
| Peter Pateter und die Waldlilli sind auch wieder dabei |
Wer dabei sein möchte: Anmeldung unter 05555 / 522 (AB Alte Schule) oder dingefinder@gmx.de. Kinder dürfen mitgebracht werden. Kosten: Lebensmittelumlage, eine Spende für die Alte Schule wäre nett. Für das Filzen: Nach Absprache.
Montag, 17. Juni 2013
Feines aus und mit Rosen
| Rosa rugos - Blüte am Morgen |
In den gemeinsamen Ostseeferien haben wir dort das folgende Geleerezept entwickelt, welches den zarten Duft dieser Rosen in die Gläser bringt. Der Duft der Dünenrosen ist ja viel subtiler und feiner als der Duft einer Damaszenerrose zum Beispiel, der voll und schwer aus den Blütenblättern steigt.
| Obacht beim Sammeln! |
| In der Küche des Rosen-Alchymisten |
Nach einer Woche sammeln, einzuckern, hinzufügen, aufkochen werden die ausgelaugten Blütenblätter abgesiebt. Übrig bleibt ein rosafarbener starkduftender Sirup. Diesem wird im erneuten Aufkochen das Geliermittel hinzugefügt, ich benutze dazu an Stärke gebundenes Apfelpektin, welches ich mit dem Schneebesen in den erhitzenden Sirup einrühre, dann lässt man das Ganze drei Minuten lang köcheln und füllt es heiß in sterilisierte Twist-off-Gläser ab. Gegebenenfalls macht man vorher eine Gelierprobe.
| Der Aufwand hat sich gelohnt! |
Nehme ich übrigens Blütenblätter von Damszener- Alba- oder Bourbonrosen, dann ziehen diese nur 24 Stunden im Sud und werden dann verarbeitet. Das Aroma dieser Rosen ist so kräftig, dass es nicht diese lange Auszugszeit braucht wie die der Heckenrosen.
Ich benutze für diese Rezepte Biozucker-Raffinade, ich möchte möglichst keine weiteren Geschmacksnuancen in diesen Gelees haben. Einmal hatte ich einen Hauch Vanille dazugegeben. Das schmeckte auch nicht schlecht, doch eine wikliche Bereicherung war das nicht.
Zucker wurde früher in Apotheken verkauft, und aus der klassischen Arabischen Medizin sind viele zuckerhaltige Sirupe, Lecksäfte und anderes überliefert in der Medikamentenherstellung. Solch ein Rosengelee ist eher ein Heilmittel, denn ein Brotaufstrich. Ein Teelöffel davon morgens genossen bringt einen gut und heiter in den Tag. Der Geschmack hält sich längere Zeit im Rachenraum, und erinnert einen auch im Winter daran, dass es einmal die hohe Zeit der Rosen gab.
| Rose de Resht, Gertrude Jekyll, Louise Odier |
| Links: Erdbeer-Rose, rechts: Heckenrose |