Montag, 25. August 2025

Küche durch das Jahr: Die herbe Seite des Sommers - Vogelbeeren und Mahonienfrüchte

 



Die herbe Seite des Sommers: Vogelbeeren und Mahonienfrüchte

Jeden Dienstag von 15:00 bis 18:00 Uhr in der Alten Schule Fredelsloh: Küche durch das Jahr. Es sollen keine Mahlzeiten zum Auftischen produziert werden (was trotzdem durchaus passieren darf), sondern Grundrezepte ausprobiert, dabei wird darauf geachtet, was gerade Saison hat.

Bei uns in der Alten Schule laufen drei Küchenprojekte zusammen, einmal die Küche durch das Jahr, jeden Dienstag, der Küchentag, an dem Basics ausprobiert werden; am Donnerstag dann unsere Gemeinschaftsküche, die existiert schon mehr als zehn Jahre und dient dem gemeinsamen Kochen und Speisen; und als jüngster Spross an diesem Baum ein Treffen jeden zweiten und vierten Freitag im Monat, der aus der Sollinger Waldküche „Wie schmeckt der (Sollinger) Wald“ hervorgegangen ist.

Diese drei Projekte stehen jedes für sich, und doch greifen sie ineinander, so werden dienstags Marmeladen, Gelees, Frischkäse etc. produziert, die dann Eingang in das Menü am Donnerstag finden oder am Freitag verköstigt werden. Und so finden sich auch einmal Früchte, die uns gebracht werden, die eigentlich für die Waldküche vorgesehen sind, doch am Dienstag verarbeitet werden.

So fand ich heute Ebereschenbeeren vor, die uns für die Waldküche gebracht worden sind, die werden wir uns jedoch morgen vornehmen. Vogelbeeren sind schön farbig, sie leuchten geradezu, und nahezu geruchlos. Am Baume hängen sie an den äußeren Enden der Zweige, damit sie auch gesehen werden. Vögel sind Augentiere, und damit sie die Früchte auch sehen, haben diese sich so auffällig präsentiert. Geruch ist wenig vorhanden, und geschmacklich sind sie bitter und herbe, was von Inhaltsstoffen kommt, die eine möglichst schnelle Darmpassage garantieren.

Daraus hergestelltes Fruchtmus bedarf sehr viel Zucker, um angenehm zu munden, auch müssen die Beeren gekocht werden, da sonst die leicht giftigen Komponenten zum Tragen kommen, ich selber nehme kein reines Fruchtmus, sondern mische lieber andere Früchte zu. Am Leckersten erwiesen sich dabei Wildbirnen, das sind diese kleinen, harten Holzbirnen, die gepflückt fast ungenießbar sind. Bei denen müssen wir warten, bis sie voll- bis überreif zu Boden gefallen sind. Dann werden sie weich und entwickeln ein leicht gäriges aber volles Birnenaroma, das allein und für sich als Gelee schon klasse ist. Die Ebereschenmus dazu gegeben gibt dem Ganzen dann noch eine frische Farbe und eine „englische“ Note, was diese Kombination äußerst apart macht.

Leider haben sich diesen Sommer die Reifezeiten verschoben, so dass die Vogelbeeren weit vor den Wildbirnen reif sind. So werden wir morgen bei der Verarbeitung mit den Falläpfeln arbeiten, die uns auch gebracht wurden, um diese beiden Fruchtarten zusammen zu bringen. Rosengewächse sind ja beide, so wird das schon seine Richtigkeit haben.

Die Wildbirnen sind als Früchte eher für Säugetiere, „Nasentiere“, vorgesehen, und ihr Aroma bei der Vollreife am Boden soll diese anlocken und verlocken. Ich Säugetier falle immer wieder darauf herein und freue mich schon darauf, wenn es soweit ist.


Die zweite eher herbe Frucht, die wir morgen verarbeiten wollen, sind die Beeren der Mahonie. Die Mahonie ist mit der Berberitze verwandt, dem Sauerdorn, und wird oft als „Straßenbegleitgrün“ gepflanzt, da sie immergrün und äußerst robust ist. Die schönen gelben Blüten blühen im Frühjahr und duften nach Honig, die blaubereiften Früchte sind jetzt zu ernten. Ich hatte sie nie als verwertbar auf dem Schirm, bis mein Sohn, damals drei Jahre alt, diese immer wieder, und augenscheinlich mit Genuss, pflückte und aß. Als besorgter Vater blätterte ich in meinen Handbüchern und fand heraus, dass sie nicht giftig sind, jedoch sehr herbe, und so ließ ich ihm das Vergnügen. Ich probierte sie auch, konnte ihnen jedoch nichts abgewinnen, wunderte mich eher, dass ein Kind diese so gerne aß, wo Kinder doch eigentlich auf alles stehen, was süß schmeckt.

Nun habe ich doch einmal welche geerntet und eingezuckert, diese möchte ich morgen weiterverarbeiten, ein Essperiment also. Wer dabei sein möchte: Anmeldung unter 05555 / 522 (AB Alte Schule) oder dingefinder@gmx.de. Kinder dürfen mitgebracht werden. Kosten: Lebensmittelumlage, eine Spende für die Alte Schule wäre nett. Das Filzen mit Judith im Anschluss um 18 Uhr findet auch wieder statt.

Peter Pateter und die Waldlilli werden wieder dabei sein.

Montag, 18. August 2025

Küche durch das Jahr: Einhornreis und Basilikum

 


Jeden Dienstag von 15:00 bis 18:00 Uhr in der Alten Schule Fredelsloh: Küche durch das Jahr. Es sollen keine Mahlzeiten zum Auftischen produziert werden (was trotzdem durchaus passieren darf), sondern Grundrezepte ausprobiert, dabei wird darauf geachtet, was gerade Saison hat.

Heute mit jemanden darüber unterhalten, wie früh die Ernte(n) dieses Jahr sind. Das Frühjahr zuerst heiß und trocken, und das so schnell, dass Rosen und Holunder gemeinsam blühten, und die Erdbeeren dazu kamen, die Kräuter wie Gundermann dafür schnell durch, Alles ineinander verschoben wie bei einer Karambolage auf der Autobahn die Fahrzeuge; dann eine kühle Periode im Sommer, und trotzdem wurden Früchte reif. Pflaumen und Verwandte dieses Jahr reichlich, Klaräpfel schon im Juli, und jetzt geht es mit der erneuten Hitze wieder Schlag auf Schlag: Nach den Aronias die Brombeeren, gleichzeitig verfärben sich die Holunderbeeren, und die Vogelbeeren zeigen auch Anzeichen der Reife. Und erste Haselnüsse habe ich auch schon gefunden, neben Kornelkirschen, die eigentlich eher Richtung Oktober dran werden.

Nichtsdestotrotz müssen nun die letzten Kräuter in Töpfen versorgt werden. Vor allem die Basilikumpflanzen brauchen frische Erde, sie sind die Starkzehrer unter den Kräutern. Für sie gilt eine einfache Formel: Viel Sonne, viel Wasser, viel Dünger, weshalb man sie auch getrost zu den Tomaten pflanzen kann. Was mediterrane Kräuter wie Thymian durchaus umbringen würde.

Ein Kraut auf dem Fensterbrett hat es mir heuer besonders angetan: Peristrophe speciosa, auf deutsch die Reisfärbepflanze. Sie lässt sich gut ganzjährig im Zimmer halten, ihre schönen Blüten erscheinen erst spät im Jahr. Diese haben die gleiche Farbe wie der Reis, den man mit ihr färben kann.

Für einen halben Liter färbende Flüssigkeit benötige ich etwa eine Handvoll grob geschnittene Blätter, diese werden im Wasser aufgekocht und dann über Nacht ziehen gelassen. Am nächsten Tag kann ich diesem nun kräftig lilafarbenen Sud meinen Reis (oder andere stärkehaltige Pflanzen, wie Kartoffeln) wie gewohnt kochen, und er wird, abrakadabra lila. „Einhornreis“ hat in der kleine Mann, der mich Opa nennt, getauft. Da brauchte es nur noch ein paar ganz fein geschnittene Rolleken vom Lauch, einige orangene, gelbe und rote Paprika; Tomaten und Petersilie, hellen Balsamicoessig und Leindotteröl darunter, und fertig ist der knallbunte Sommersalat. „Einhornreissalat“.


Zurück zur Dienstagsküche: Morgen wird der Küchentisch zum Pflanztisch, die Basilkümmer rufen. Einige gehen schon in Blüte, die müssen ordentlich pinziert (Gärtnersprache für „stutzen“) werden, immer schön die Triebspitzen ab, mitsamt Knospen und Blüten. Das alles kann ohne weiteres verwendet werden für zum Beispiel Pesto.

Einige Sorten und Arten vom Basilikum werden so recht langlebig, und es ist durchaus möglich, einige davon mehrjährig zu ziehen: Merke, bei Basilikumpflanzen nicht von unten einzelne Blätter ernten sondern immer ganze Triebe. Oberhalb der Blattachseln. Größere Kopftriebe kann man auch gleich weiter vermehren als Stecklinge.

Das also wird am morgigen Dienstag im Fokus stehen. Und ich vermute jetzt schon, dass die Küche gut nach Basilikum duften wird.


Wer dabei sein möchte: Anmeldung unter 05555 / 522 (AB Alte Schule) oder dingefinder@gmx.de. Kinder dürfen mitgebracht werden. Kosten: Lebensmittelumlage, eine Spende für die Alte Schule wäre nett. Das Filzen mit Judith im Anschluss um 18 Uhr findet auch wieder statt.

Montag, 11. August 2025

Küche durch das Jahr: Reineclauden

 


Jeden Dienstag von 15:00 bis 18:00 Uhr in der Alten Schule Fredelsloh: Küche durch das Jahr. Es sollen keine Mahlzeiten zum Auftischen produziert werden (was trotzdem durchaus passieren darf), sondern Grundrezepte ausprobiert, dabei wird darauf geachtet, was gerade Saison hat.

Wir sind noch tief verstrickt in der Ernte der Früchte, oder soll ich besser sagen, sie hat gerade erst begonnen? Jetzt ist zwar die Mirabellen- und Kirschpflaumenzeit rum, und da ist einiges in Gläser gewandert, schon geht es weiter. Heute wurden uns ein paar Kilo grüne Reineclauden gebracht, die sanftmütigsten und aromatischsten Pfläumchen ever.

Zwar werden grüne Reineclauden ab und zu auf einem Wochenmarkt angeboten, doch das ist selten und hat auch einen Grund. Ich arbeitete mehrere Jahre als Verkaufshilfe an einem Bio-Obst- und Gemüsestand. Und wenn wir da mal Reineclauden bekamen, waren die halt grün - und hart. Wollte kaum jemand haben, und zu recht. So richtig nachreifen tun die Dinger ungern. Wenn sie aber richtig reif wären, dann wären sie so weich (zartschmelzend), dass sie nicht mehr transportfähig sind. Im Grunde sollte jeder Garten ein Bäumchen mit Großen Grünen Reineclauden haben (sofern ein Zwetschgenbaum in der Nähe ist, den brauchen sie als Befruchtersorte).

Ich erinnere mich gut an die Zeit, als ich im Parzellengebiet in Bremen wohnte. Da gab es auf einer aufgelassenen Nachbarparzelle ein Reineclaudenbäumchen, und wenn im August zur Reifezeit so ein Wetter wie heute war, mit 30 Grad und Sonnenschein, dann dufteten die Früchte so stark (und lecker), dass ich sie schon dreißig Meter weiter erschnuppern konnte.

Über die Reineclauden werde ich mich heute noch hermachen, sie sind duftend, und weich, und leider nicht steinlösend, so dass mich da etwas Fiddelarbeit erwartet, die ich aber gerne mache. Einen Teil werde ich dann einzuckern und über Nacht stehen lassen, den anderen Teil werde ich mit Weißwein aufgießen und schon einmal vorkochen.


So ergibt sich schon einmal, was wir morgen auch tun werden: Reineclaudenmus abfüllen. Dann habe ich noch Knoblauchraukensamen auf dem Schirm. Nach dreimaligen Sammeln habe ich davon immerhin fast 70 Gramm. Das ist zwar noch nicht so viel wie die Menge, die zweie aus unserer Waldkochgruppe gesammelt haben (Grüße an Inke und Georg), doch immerhin, ich nähere mich. Die beiden haben daraus einen Senf hergestellt, der ganz harmlos aussieht, doch mit einer Schärfe gesegnet ist, die einem die Tränen in die Augen treibt. Mal sehen, ob wir hier morgen eine weniger bissige Variante hinbekommen.

Dann liegen morgen noch einmal Aroniabeeren an, ich kann morgen früh noch einmal welche sammeln. Klaräpfel sind auch noch da. Das passt schon zusammen. Und dann sind morgen noch ganz dringend einige von den Basilikumpflanzen und andere Kräuter umzutopfen, noch lohnt es sich, sie in größere Töpfe in frische Erde zu setzen. Abgesehen davon möchte ich morgen auch noch das Zitronen-Bohnenkraut ernten und für die Sirupproduktion daraus vorbereiten.


Wer dabei sein möchte: Anmeldung unter 05555 / 522 (AB Alte Schule) oder dingefinder@gmx.de. Kinder dürfen mitgebracht werden. Kosten: Lebensmittelumlage, eine Spende für die Alte Schule wäre nett. Das Filzen mit Judith im Anschluss ist zur Zeit noch in der Sommerpause, doch ihr Kinderferienprogramm ist beendet, so dass sie dafür in Kürze wieder Zeit hat. Vielleicht schaut sie morgen ja einmal rein. Deshalb auch wieder ein Foto von Peter und Lilli hier.


Montag, 4. August 2025

Küche durch das Jahr: Schwarze Nüsse, Aroniabeeren, Blaubeeren, Sauersaft von Mirabellen

 


Jeden Dienstag von 15:00 bis 18:00 Uhr in der Alten Schule Fredelsloh: Küche durch das Jahr. Es sollen keine Mahlzeiten zum Auftischen produziert werden (was trotzdem durchaus passieren darf), sondern Grundrezepte ausprobiert, dabei wird darauf geachtet, was gerade Saison hat.

Endlich ist es geschafft: Die Juninüsse sind in Gläsern. Lange genug gewässert hatten wir sie ja schließlich. Diesesmal habe ich für den Sud die Variante ohne Essig genommen (Das Rezept für mit Essig gibt es hier: Birn out und süße grüne Nüsse ) Diesmal nahm ich als Gewürze auf 500 ml Wasser eine Vanilleschote, einige Körner Kardamom, drei Gewürznelken, Schale von einer Zitrone (Zesten) und, als erstes, 500 g Zucker (darf ruhig brauner Zucker sein).

Wenn die Nüsse schön schwarz sind, und das täglich gewechselte Einweichwasser hell bleibt, werden sie in frischem Wasser noch einmal 30 Minuten gekocht. Danach das Kochwasser abgießen, und die Nüsse mit dem in heißem Wasser gelösten Zucker, der dann 10 Minuten gekocht hat, übergießen. Am nächsten Tag den Sud abgießen und in einem Topf auffangen. Nochmals 100 g Zucker dazugeben, wieder aufkochen und über die Nüsse gießen. Am dritten Tag wiederholen: also Sud abgießen, 100 g Zucker hinzufügen, erneut aufkochen und wieder über die Nüsse gießen. Das ist ein Schritt, den ich übersprungen habe, am dritten Tag habe ich das Ganze nur kurz aufgekocht, und süß genug schien mir das auch.

Am vierten Tag wurden die Nüsse mitsamt dem Sud noch einmal aufgekocht und in sterilisierte Gläser gefüllt, so, dass genügend von der Flüssigkeit über den Nüssen steht. Gläser gut verschließen und zum Lagern ab in den Keller (gottlob habe wir in der Alten Schule noch einen schönen Sandsteingemauerten, in dem auch keine Heizung eingebaut wurde). Dann heißt es: Mindestens ein halbes Jahr Finger weg davon. Besser sogar mindestens ein Jahr. Ich habe noch welche von 2016 stehen, und hüte sie wie einen Schatz. Sie werden mit dem Lagern immer besser.

Die Aronias kamen zusammen mit den zerkleinerten Klaräpfeln in den Dampfentsafter. Es ergab immerhin drei Liter Sirup, und dann noch einen Liter Aroniabeeren pur. Auch Mirabellen haben wir durch den Dampfentsafter geschickt. Den Saft davon wollen wir morgen auf etwa Sirupdicke reduzieren. Es ist da wie im richtigen Leben: Reduzieren bedeutet sich konzentrieren. Der Saft ist jetzt schon sehr sauer, und ich hoffe, dass das noch zunimmt. Diese Art Sauersäfte wurden früher aus unreifen Weinbeeren gewonnen und dienten zum Beispiel statt Essig oder Zitronensaft für Dressings.

Gestern war ich mit einer Nachbarin in einem Wald in der Nähe eines Dorfes weiter, und tatsächlich, sie hatte recht, wir konnten dort Blau- oder Bickbeeren sammeln. Genügend, dass daraus vier Gläser Bickbeerenmus wurde, der, welcher die Zunge so schön blau macht. Und er schmeckt auch nach Kindheit. In den Sommerferien waren wir mit Vater Mutter Kindern, Oma Opa, Tante und Onkel immer im Wald, um welche zu sammeln.

Die gehörten zu unserem Bestand an Süßem im Keller, wir waren immerhin eine sechsköpfige Familie, und Schokolade war teuer. Oft machte meine Mutter dann davon Bickbeerensuppe, manchmal mit Grießklöschen, und dann gab es danach entweder Kartoffelpuffer mit Apfelmus oder Eierpfannkuchen mit Moosbeerenmarmelade. Moosbeeren sind ähnlich wie Preisselbeeren, nur flacher am Boden, und auch davon hatten wir eine Stelle, wo genügend für den Wintervorrat zu sammeln waren.

Ich möchte morgen Vormittag noch einmal dort hin, dass wir dann noch mehr Blaubeermus machen können. Die Beeren zuckere ich einfach ein und lasse sie über Nacht ziehen, am nächsten Tag aufkochen, etwas Geliermittel dazu und heiß abfüllen.

Auch sollte noch einmal das Zitronenbohnenkraut geerntet werden, wieder für Sirup, vielleicht zusammen mit Mirabellen, davon sind immer noch welche da, und dann beschäftigen wir uns noch mit so etwas Banalem wie Apfelmus, denn Klaräpfel sind auch noch vorbei gebracht worden. Ich habe einmal nachgerechnet, mittlerweile dreizehn Gärten hier im Dorf, in denen wir ernten dürfen oder aus denen wir etwas vorbei gebracht bekommen. Das finde ich sehr beachtlich, und unsere Streuobstwiese auf dem Tönjeshof ist dabei noch nicht mit eingerechnet.

Wie zu sehen ist: Es gibt wieder einiges zu tun, und dabei beginnt die Erntesaison erst. Wer dabei sein möchte: Anmeldung unter 05555 / 522 (AB Alte Schule) oder dingefinder@gmx.de. Kinder dürfen mitgebracht werden. Kosten: Lebensmittelumlage, eine Spende für die Alte Schule wäre nett. Das Filzen mit Judith im Anschluss geht zur Zeit in die Sommerpause, und beginnt in vier Wochen wieder. (Dann sind auch Peter Pateter und die Waldlilli wieder dabei). Wer beim Blaubeerensammeln dabei sein möchte: Ich fahre um 10:20 Uhr mit dem Bus ab Klosterhof nach Espol.

Montag, 28. Juli 2025

Küche durch das Jahr: Tkemali (Georgische Kirschpflaumensauce), Stampfkartoffeln mit Salbei und Sahneschichtkäse, Sauce aus Wiesenbärenklau-Samen

 


Jeden Dienstag von 15:00 bis 18:00 Uhr in der Alten Schule Fredelsloh: Küche durch das Jahr. Es sollen keine Mahlzeiten zum Auftischen produziert werden (was trotzdem durchaus passieren darf), sondern Grundrezepte ausprobiert, dabei wird darauf geachtet, was gerade Saison hat.

Wir hatten uns letzten Dienstag dann der Kirschpflaumen angenommen. Es waren etwas mehr als drei Kilo. Die meiste Zeit ging dafür drauf, die Dinger zu entsteinen, das ließ sich zwar leicht bewerkstelligen mit dem klassischen Kirschkernentsteiner, doch es dauerte halt.

Die eine Hälfte davon wanderte gleich in einen Topf und wurde aufgekocht und dann köcheln gelassen, bis die Pfläumchen zerfielen. Dann wurde abgeschmeckt und Zucker dazu gegeben, so viel, dass es nicht mehr einfach nur sauer war, und weiterhin bei kleiner Flamme köcheln gelassen. So lange, bis es die Konsistenz der klassischen Latwerge aus Zwetschgen hatte. Diese werden wir in größeren Mengen herstellen, wenn es so weit ist. Teilweise mit den dazu gehörigen Gewürzen. Die Latwerge aus den Kirschpflaumen schmeckt lieblicher als die aus den Zwetschgen. Das hat sich schon mal gelohnt.

Die andere Hälfte war für Tkemali vorgesehen, das ist eine Sauce aus Kirschpflaumen, die in Georgien ihren Ursprung hat. Dort werden besonders unreife grüne Früchte dafür genommen. Auch das können wir ausprobieren, denn gestern kam noch ein Schwung Mirabellen rein, davon eine Menge noch unreifer.

Die Kirschpflaumen werden mit Knoblauch, Chili, Paprika, Essig und Zucker eingekocht. Vor dem Servieren kommen dann noch frische Kräuter dazu, und zwar Minze und Blattkoriander. Und eventuell Zitronensaft zum abrunden des Geschmacks. Gereicht wird sie zu Grillgut und Käse, sie eignet sich auch zum Verfeinern von Dressings.

500 g Kirschpflaumen
3 Knoblauchzehen
Eine Prise Salz
50 ml Himbeer- oder Apfelessig
Etwas roter Pfeffer
Eine kleine Chili
2 TL Paprika rosenscharf
25 g (oder mehr) Zucker

Die Pfläumchen werden gewaschen und entsteint, der Knoblauch geschält und fein gehackt. Die Chilischote wird von den Kernen befreit und fein gewürfelt. Dann kommen alle Zutaten in einen Topf, werden aufgekocht und dann auf kleiner Flamme eingekocht, bis eine sämige Konsistenz erreicht ist. Es muss immer wieder umgerührt werden, damit das Ganze nicht anbrennt. Ich habe das Grundrezept insofern abgewandelt, indem ich noch ein paar Lorbeerblätter und etwas geriebenen frischen Ingwer mit hinein gab.

Der fertigen Sauce haben wir dann noch jeweils ein Bund Blattkoriander und Minze fein gehackt untergerührt. Zitronensaft brauchte es nicht mehr. Gereicht haben wir sie am Donnerstag bei der Gemeinschaftsküche zu frittierten Blumenkohlröschen. Dazu gab es übrigens einen Kartoffelbrei, den wir etwas anders gestalteten als sonst: Stampfkartoffeln mit Salbei und Sahneschichtkäse. Dafür brauche ich:

750 g große mehlige Kartoffeln
Salz
2 Knoblauchzehen
3 Stiele Salbei (wir hatten hier eine großblättrige, sehr ergiebige Sorte)
40 g Butter
200 g Sahneschichtkäse
Etwas frisch geriebene Muskatnuss

Die Kartoffeln werden geschält und in Salzwasser gegart, dann das Wasser abgießen und die Kartoffeln auf der noch warmen Herdplatte ausdampfen lassen.

In der Zwischenzeit wurde der Knoblauch gepellt und in feine Scheiben geschnitten, und die Salbeiblätter von den Stielen gezupft und fein geschnitten. Die Butter wurde in einem Topf ausgelassen und beides kam in die warme flüssige Butter.

Die ausgedämpften Kartoffeln wurden gestampft, der Schichtkäse darunter gehoben und eventuell noch etwas nach gesalzen. Zum Schluss wurde Muskatnuss darüber gerieben und die Kräuterbutter kam dazu und wurde leicht untergerührt.

Die Pflaumensoße hält sich im Kühlschrank etwa einen Monat. Sofern im Sommer nicht allzu häufig gegrillt wird. Dann ist sie nämlich schnell alle, so lecker wie sie ist.


Die Juninüsse mussten auf ihre Verarbeitung noch etwas warten, weil wieder einmal etwas dazwischen kam. Das hieß, es wurde weiterhin das Wasser einmal täglich gewechselt. Ihnen geht es nun morgen an den Kragen. Was dazwischen kam waren frische grüne Samen vom Wiesenbärenklau. Mit einem großen „W“, also nicht (!) Riesenbärenklau.

Die sammelte ich bei einem Rundgang durch „mein“ Revier. Daraus wurde eine Sauce aus grünen Wiesenbärenklau-Samen, Distelöl, Cashewkernen und Ahornsirup zusammengebraut, das Ganze kam in die Küchenmaschine und wurde darin zu einer Paste verarbeitet, dann mit etwas Zitronensaft und -schale abgeschmeckt. Etwas herbe, aber sehr lecker.

Morgen ist die Weiterverarbeitung von den am Sonntag gesammelten Aroniabeeren dran. Die kamen zusammen mit Klaräpfeln in den Dampfentsafter, das geht heute noch weiter. Und der Mirabellen kommen noch dran: Einen Teil möchten wir einwecken, einen Teil zur oben genannten Georgischen Pflaumensauce verarbeiten, die unreifen, und einen kleinen Teil, auch unreife, möchte ich versuchen milchsauer einzulegen, wie es in Japan mit Umeboshi gemacht wird. Mal wieder ein Essperiment. Ach ja, und Frühzwetschgen haben wir auch noch bekommen. Für die habe ich ein ganz besonders ausgefeiltes Rezept: Einfach aufessen. Lecker.

Das erinnert mich an das Gedicht von William Carlos Williams (1883 - 1963), hier in der Übersetzung von Hans Magnus Enzensberger:

Nur damit du Bescheid weißt


Ich habe die Pflaumen
gegessen
die im Eisschrank
waren

du wolltest
sie sicher
fürs Frühstück
aufheben

Verzeih mir
sie waren herrlich
so süß
und so kalt

Wer dabei sein möchte (auch beim Pflaumenessen): Anmeldung unter 05555 / 522 (AB Alte Schule) oder dingefinder@gmx.de. Kinder dürfen mitgebracht werden. Kosten: Lebensmittelumlage, eine Spende für die Alte Schule wäre nett. Das Filzen mit Judith im Anschluss geht zur Zeit in die Sommerpause, und beginnt in vier Wochen wieder. (Dann sind auch Peter Pateter und die Waldlilli wieder dabei)

Montag, 21. Juli 2025

Küche durch das Jahr: Fladenbrot mit Wildhefe / Gazpacho aus Pflaumen und Tomaten

 


Jeden Dienstag von 15:00 bis 18:00 Uhr in der Alten Schule Fredelsloh: Küche durch das Jahr. Es sollen keine Mahlzeiten zum Auftischen produziert werden (was trotzdem durchaus passieren darf), sondern Grundrezepte ausprobiert, dabei wird darauf geachtet, was gerade Saison hat.

Letzten Dienstag hat es mit dem Fladenbrot mit Wildhefe endlich geklappt. Dabei hatte ich das Mehl für die Brote mit einem Rest Hefeteig (auch aus Wildhefe), den ich noch im Kühlschrank hatte, gemischt. Ich lasse immer etwas von meinem Hefeteig übrig. Dieser Rest kommt bis zur Weiterverwendung in den Kühlschrank. Dort kann er eine Woche auf seinen nächsten Einsatz warten. Ähnlich wie beim Sauerteig aus Roggenschrot oder wie den seligen Hermann, wer kennt ihn noch?

Die Flüssigkeit wurde durch meinen flüssigen Wildhefeansatz ersetzt. Diese Mischung knetete ich zu einer Teigkugel, die über Nacht gehen durfte. Damit wurde dann weiter verfahren wie im Rezept: Die Teigkugel halbieren. Jedes Teigstück wird dann auf einer bemehlten Fläche rund ausgerollt auf etwa 25cm Durchmesser und auf ein eingeöltes Blech gelegt. Abgedeckt 10 Minuten gehen lassen, dann mit einem Messer in jeden Fladen ein Schachbrettmuster einritzen. Beide Fladen abdecken und weitere 60 Minuten gehen lassen.

Der Ofen wird auf 200 Grad (Umluft: 180 Grad) vorgeheizt und die Teigfladenladen mit Milch bestrichen. Sesam und Schwarzkümmelsamen darüber streuen und im vorgeheizten Ofen ca. 20 Min. backen. Diesmal war das Fladenbrot so, wie ich es mir gewünscht hatte: Fluffig und aromatisch. Wie geschaffen, um die Sauce vom Teller aufzunehmen. Oder, wenn der Sommer heiß ist, zu einer kalten Gurkensuppe reichen.


Die Ernte war gut. Ein Dorf weiter, und dann noch etwas, gibt es Mirabellen und Kirschpflaumen zu pflücken. In verschiedenen Sorten. Einige der Mirabellen waren schon fast überreif, andere noch hart und sauer. Es lohnt also, noch einmal wieder zu kommen. Wir hatten erst einmal verköstigt. Die verschiedenen Sorten schmecken unterschiedlich. Da gibt es welche, die eher wässerig daher kommen, dann wieder andere mit einem guten Aroma. Jetzt geht es ans ausprobieren. Einige sollen eingemacht werden, wie es meine Großmutter immer getan hatte.

Ich war als Grundschulkind in den Sommerferien immer bei den Großeltern in Stade, und in der Nähe ihres Hauses, zu Fuß gut zu erreichen, war ein kleiner See, die Ufer ringsum zur Hälfte mit Mirabellenbäumchen bewachsen. Gelbe. Dort pflückte ich immer und meine Großmutter weckte sie ein. Mit Stein.

Auch hatte ich einige mit einem Kirschkernentsteiner entsteint. Für Marmelade. Das Entsteinen klappt bei den Vollreifen klappt nicht, dafür sind sie zu weich (aber dafür am aromatischsten). Da werde ich mir noch etwas für überlegen.

Die großen aber nicht so geschmackvollen möchte ich probeweise zu Latwerge einkochen, in der Hoffnung, dass sie dann an Aroma zunehmen. Morgen geht’s in die zweite Runde mit den kleinen Dingern. Zwischendurch möchte ich ein Rezept ausprobieren: Gazpacho aus Pflaumen und Tomaten. In diesem Falle Kirschpflaumen, Mirabellen und Tomaten.

Die gleiche Menge reife Tomaten und Pflaumen, die Tomaten werden vom Strunk befreit und grob zerkleinern, die Pflaumen entkernt. Pürieren, durch ein Haarsieb streichen und mit Salz und Pfeffer abschmecken. Das wäre die Grundlage, die ich variieren kann, Brot und Paprika würde ich beiseite lassen, Knoblauch auch. Doch etwas Gemüsebrühe, Olivenöl und Essig kann in das Püree mit eingearbeitet werden. Falls es dann zu flüssig sein sollte, kann man immer noch eingeweichtes und wieder ausgedrücktes helles Brot (Toastbrot, Fladenbrot, entrindet) beigeben. Gazpacho wird selbstverständlich gut gekühlt serviert.

Morgen steht neben der weiteren Beschäftigung mit den Pfläumchen noch anderes an: Die Juninüsse haben ihre zwei Wochen Vorbereitung hinter sich: Die grünen Nüsse wurden mit der Kuchengabel ringsum eingestochen und mit kaltem Wasser übergossen. Das Wasser wurde täglich gewechselt, das durfte zwei Wochen lang so gehen. Morgen dann werden sie eingelegt. Auch können wir die Frischkäsekügelchen verköstigen, die vor zwei Wochen in Olivenöl eingelegt wurden. Und der Holunderblütenessig, vor zwei Monaten angesetzt, kann abgeseiht werden. Und wenn dann noch Zeit ist: Die Basilikumpflanzen wollen durchgestutzt werden und verlangen nach größeren Töpfen.

Wer dabei sein möchte: Anmeldung unter 05555 / 522 (AB Alte Schule) oder dingefinder@gmx.de. Kinder dürfen mitgebracht werden. Kosten: Lebensmittelumlage, eine Spende für die Alte Schule wäre nett. Das Filzen mit Judith im Anschluss geht zur Zeit in die Sommerpause, und beginnt in vier Wochen wieder. (Dann sind auch Peter Pateter und die Waldlilli wieder dabei)

Montag, 14. Juli 2025

Küche durch das Jahr: Pilzextrakt und Fladenbrot

 




Jeden Dienstag von 15:00 bis 18:00 Uhr in der Alten Schule Fredelsloh: Küche durch das Jahr. Es sollen keine Mahlzeiten zum Auftischen produziert werden (was trotzdem durchaus passieren darf), sondern Grundrezepte ausprobiert, dabei wird darauf geachtet, was gerade Saison hat.

Letzten Dienstag war Pilzextrakt dran, nach einem vereinfachten Rezept, das gut funktionierte: Die Pilze, in diesem Falle die Eichhasen werden geputzt und zerteilt und werden in einem großen Topf mit wenig Wasser aufgesetzt. Im Originalrezept stand, bis die Pilze knapp mit Wasser bedeckt sind, doch das ist zu viel, die Pilze bestehen ja zu einem großen Teil auch aus Wasser, und das geben sie ab. Da wir zum Schluss das Kochwasser zu Extrakt reduzieren, muss das ganze Wasser ja auch wieder raus. Also nur so viel Wasser, dass die Pilzstückchen am Anfang nicht ansetzten.

Das wird ein bis zwei Stunden leicht köcheln gelassen, wobei ich, sobald genügend Flüssigkeit da war, diese leicht gesalzen habe. Nicht zu viel Salz! Das Salz bleibt beim Reduzieren erhalten!

Der Sud wird dann in ein engmaschiges Sieb gegeben, der Saft aufgefangen, und aus den Pilzstückchen die letzte Feuchtigkeit mit einem Holzlöffel heraus gepresst. Dieser Pilzsaft kommt wieder aufs Feuer und wird auf die gewünschte Konsistenz reduziert. Ich beließ es diesmal dabei, als er etwa wie Sojasauce aussah. Dunkelbraun und etwas in Richtung Sirup. Heiß in sterilisierte Flaschen abfüllen und fertig. Der Extrakt ist recht salzig, dazu würzig und lässt sich zum Verfeinern von Suppen und Saucen verwenden.

In der Zwischenzeit habe ich auch wieder einmal Fladenbrot gebacken, nach einem neuen Rezept, das sehr gut funktioniert hat. Diesmal mit Trockenhefe, zum Ausprobieren. Das Ergebnis war überzeugend, so möchte ich am morgigen Dienstag das noch einmal mit Wildhefe wiederholen. Den Grundansatz werde ich schon heute fertigen.

Also: Ich brauche für zwei Fladenbrote 500 g Mehl, Type 405 oder, wie ich es nahm, 550er, einen Würfel Hefe oder das Äquivalent in Trockenhefe dazu, einen Teelöffel Zucker, 50 g weiche Butter, ein Ei, 2 Teelöffel Salz und 250 ml lauwarmes Wasser (hier nahm ich Molke, die von einer Frischkäseherstellung aus Joghurt noch übrig hatte).

Das Mehl wird in eine Schüssel gegeben, die Hefe in einen Messbecher mit den 250ml lauwarmen Wasser gebröselt, der Zucker hinzugeben und alles kurz verrührt. Mit den Händen wird eine Mulde im Mehl gebildet, das Hefe-Wassergemisch dort hineingegeben. Butter, Ei und Salz hinzugeben und alles mit den Knethaken der Rührmaschine mindestens 5 Minuten lang bearbeiten. Danach mit den Händen weiter kneten und den Teig zu einer Kugel formen. Mit einem Tuch abdecken und 40 Minuten gehen lassen.

Dann den Teig wieder kurz durchkneten und die Teigkugel halbieren. Jedes Teigstück wird dann auf einer bemehlten Fläche rund ausgerollt auf etwa 25cm Durchmesser und auf ein eingeöltes Blech gelegt. Abgedeckt 10 Minuten gehen lassen, dann mit einem Messer in jeden Fladen ein Schachbrettmuster einritzen. Beide Fladen abdecken und weitere 60 Minuten gehen lassen.

Der Ofen wird auf 200 Grad (Umluft: 180 Grad) vorgeheizt und die Teigfladenladen mit Milch bestrichen. Sesam und Schwarzkümmelsamen darüber streuen und im vorgeheizten Ofen ca. 20 Min. backen. Wie oben schon beschrieben, folgt morgen die Premiere mit selbstgemachter Wildhefe.

Das am Montag vor einer Woche angekündigte Essperiment mit den unreifen Lindensamen verlief übrigens nicht zufriedenstellend. Zuerst sonderten die Lindensamen Öl ab, so dass sie nicht geröstet wurden, sondern eher im eigenen Öl gebraten (die Küche duftete auch nicht herrlich, sondern roch einfach neutral). Ich stellte die Flamme etwas höher, damit das Öl verflüchtigen konnte, da waren die Kullerchen dann auch ruckzuck schwarz und eher Lindenholzkohle. Es gibt bei meinem ersten Mal sicher einige Fehler, die ich dabei gemacht habe, doch wirklich reizvoll ist es für mich nicht, das weiter zu verfolgen.

Dass auf dem Foto oben Bunzlauer Geschirr, das ich auf dem Fredelsloher Dorfflohmarkt Ende Juni erstanden hatte, zu sehen ist hat seinen Grund: Ab Mitte / Ende September wird es einmal im Monat an einem Samstag ein Küche-durch-das-Jahr Spezial geben, und wir werden aus den über das Jahr hergestellten Dingen Menüs zusammen stellen, immer mit mehreren Gängen, das heißt, dann kommen unsere Erfahrungen zur Anwendung. Und diese Menüs möchte ich stilecht auf in Fredelsloh hergestelltem Steingut nach Bunzlauer Art servieren. Über die genauen Zeiten und entstehenden Kosten werde ich noch Auskunft geben, wenn es so weit ist.

Am morgigen Dienstag ist also Fladenbrot mit Wildhefe auf dem Programm, außerdem möchte ich morgen Vormittag Mirabellen beziehungsweise Kirschpflaumen ernten, und die sollen eingemacht werden. Und ein weiterer Ansatz für Sirup von Mädesüßblüten steht auch noch an.

Wer dabei sein möchte: Anmeldung unter 05555 / 522 (AB Alte Schule) oder dingefinder@gmx.de. Kinder dürfen mitgebracht werden. Kosten: Lebensmittelumlage, eine Spende für die Alte Schule wäre nett. Das Filzen mit Judith im Anschluss geht zur Zeit in die Sommerpause, und beginnt in vier Wochen wieder.

Montag, 7. Juli 2025

Küche durch das Jahr: Eichhase und kein Ende, Mädesüß und Juninüsse

 

Peter Pateter und die Waldlilli bei den Eichasen

Jeden Dienstag von 15:00 bis 18:00 Uhr in der Alten Schule Fredelsloh: Küche durch das Jahr. Es sollen keine Mahlzeiten zum Auftischen produziert werden (was trotzdem durchaus passieren darf), sondern Grundrezepte ausprobiert, dabei wird darauf geachtet, was gerade Saison hat.

Eichhase und kein Ende. . . Da an meiner Lieblingshasenstelle immer noch welche nach gekommen sind, wurde noch ein weiterer geerntet und zum Trocknen vorbereitet. Ich nehme dafür einfache Gemüsekisten aus Holz, in denen ich Küchentücher auslege und die, einfach mit der Hand auseinander „gerupft“ auslege, so, dass die einzelnen Teile sich möglichst wenig berühren. Die stelle ich dann zum Trocknen aus, so, dass sie keine direkte Sonneneinstrahlung haben. Die letzten Tage waren sehr warm, da geth das ziemlich schnell, die Eichhasen brauchen da nicht sehr lange, bis die einzelnen Teile sich über den Daumennagel brechen lassen, und damit fertig sind. Jetzt ist wieder Regenzeit. Falls die neue Lage Pilze nicht durchtrocknet durch die höhere Luftfeuchtigkeit, bekommen sie ihren letzten „Schliff“ im Dörrautomaten oder im Backofen, wo sie bei 50 Grad und leicht geöffneter Ofentür nachtrocknen dürfen.


Noch warten sechs der netten Hasen im Walde, wobei ich zweie stehen lasse. Doch die größeren möchte ich morgen schon holen, trotz Regen, diese werden dann nicht getrocknet, sondern zu Pilzextrakt verarbeitet.

Auf dem Weg zu den Häslein wurde noch fleißig Mädesüß gesammelt, die Blüten. Zu Hause angekommen, wurden diese erst einmal auf dem Tisch ausgebreitet, und dann wurde eine Weile gewartet: Viele kleine schwarze Käferchen krabbelten aus dem Sammelgut, die ließen sich mit Handfeger und Schaufel gut zusammenkehren, und wurden aus dem geöffneten Fenster in die Freiheit entlassen. Dann kamen die Blüten lagenweise eingezuckert in eine Glasschüssel, da soll Sirup daraus werden.


Last but not least wurden auch noch Juninüsse gesammelt (wenn man schon einmal am ernten ist. . .), beziehungsweise sind es ja Julinüsse geworden, sie hatten dieses Jahr etwas später die gewünschte Größe. Das sind unreife, grüne Walnüsse, die nach einiger Vorbereitung in einem würzigen Sud eingelegt werden. Dazu später in der Küche durch das Jahr, erst einmal wurden sie mit einer Kuchengabel ringsum mit Löchern versehen, und in kaltes Wasser eingelegt. Dieses Wasser wird nun für etwa zwei Wochen jeden Tag erneuert (am Anfang ist es noch schön dunkelbraun), bevor die Nüsse weiter verarbeitet werden. Dadurch werden die vorhandenen Gerbstoffe ausgewaschen.


Ach ja, fast hätte ich vergessen, wenn man schon mal unterwegs ist. . . Waldhimbeeren waren auch schon reif. Dieses Jahr sind sie auf Grund der Trockenheit noch kleiner als sonst, doch das tut dem Aroma keinen Abbruch. Am Rande bemerkt: Es gibt wohl keine vegane Waldhimbeermarmelade. . .

Morgen also: Pilzextrakt, Mädesüßsirup (Habe zu den Blüten übrigens einen interessanten Tipp gelesen: „Habe gestern Pfannkuchen gemacht damit, 2 Tage in Milch eingelegt die Blüten. Püriert die Milch und dann Teig gemacht wie immer. War sehr lecker, Mandel Geschmack“ Werde ich in Kürze ausprobieren.) Außerdem steht wieder einmal Brotbacken mit Natursauerteig auf dem Programm, und ein Versuch mit unreifen Lindensamen: „Lindensamen, die noch grünlich und rund sind (da sind sie noch reich an ätherischen, duftenden Ölen) ohne Öl in einer Pfanne rösten. Schon dabei entsteht ein herrlicher Duft! Aber nicht wie dunkle Schokolade, sondern ein wenig rauchig, dazu süßlich schokoladig und ein wenig kaffeeartig. Pulverisiert finde ich das jetzt wie eine Mischung aus sehr mildem Kaffee und Kakao.“ Probieren wir mal aus, als Essperiment.

Also, es wäre nicht so, dass wir morgen nichts zu tun hätten. Damit beginnen wir wieder um 15:00 Uhr. Wir haben für alles bis 18:00 Uhr Zeit, dann kommt Judith wieder zum Filzen.

Wer dabei sein möchte: Anmeldung unter 05555 / 522 (AB Alte Schule) oder dingefinder@gmx.de. Kinder dürfen mitgebracht werden. Kosten: Lebensmittelumlage, eine Spende für die Alte Schule wäre nett. Für das Filzen: Nach Absprache.


Freitag, 4. Juli 2025

Ausstellung „Federleicht“ vom 07.07. - 20.08.2025 in der Kunsttöpferei, Galerie und Cafe Klett in Fredelsloh

 



Helmut Rumpeltin, ein Mitglied des Kunsthauses Einbeck, ist seit seiner Jugend als Naturbeobachter unterwegs, um Tiere, ganz besonders Vögel, zu beobachten und zu fotografieren. Um Vögel mit der Kamera einzufangen braucht es viel Geduld und auch Erfahrung, diese Voraussetzungen hat er sich seit vielen Jahren als „Birder“ erarbeitet.

In der Zeit vom 07.07. - 20.08.2025 hängen in der Galerie & Café Klett in Fredelsloh, täglich 13-18 Uhr Fotodrucke von ihm an den Wänden. In der Ausstellung, unter dem Namen „Federleicht“, werden von dem Fotokünstler den interessierten BesucherInnen beeindruckende Vogelportraits mit dem Focus auf das Federkleid und die Farbenpracht gezeigt.

Der Fotograf Helmut Rumpeltin, der im vergangenen Jahr „Rabenvögel“ und „Vogelflug“ zum Ausstellungsthema gemacht hat, würde sich wünschen, wenn er mit dieser aktuellen Fotoausstellung den BesucherInnen die Leichtigkeit und auch Zerbrechlichkeit dieser manchmal fliegenden Federbälle nahe bringen kann.

Die Vernissage zu dieser Ausstellung beginnt mit einer Einführung von Jutta Klötzer, Co-Vorsitzende vom Kunsthaus Einbeck, am Montag 07.07., um 17:00 Uhr in der Kunsttöpferei, Galerie und Cafe Klett, Fredelsloh.

Montag, 30. Juni 2025

Küche durch das Jahr: Ernteträume und Traumernten


Kräuterbuschen, Gelber Steinklee, Schafgarbe

Jeden Dienstag von 15:00 bis 18:00 Uhr in der Alten Schule Fredelsloh: Küche durch das Jahr. Es sollen keine Mahlzeiten zum Auftischen produziert werden (was trotzdem durchaus passieren darf), sondern Grundrezepte ausprobiert, dabei wird darauf geachtet, was gerade Saison hat.

Manchmal kommt alles ganz anders, und bei dem warmen Wetter blühen Blüten schnell auf und werden Früchte schnell reif. Also wurde am letzten Dienstag eifrig geerntet, am Vormittag waren Lindenblüten dran, und noch einmal Walderdbeeren.

Am Nachmittag, also dem eigentlichen Küchentermin, wurde eine Stiege Erdbeeren vorbereitet, das heißt ausgeputzt und halbiert, dann eingezuckert um über Nacht ziehen zu können. Am nächsten Tag erst wurden sie zu „Marmelade“, besser Fruchtaufstrich, verarbeitet. Zucker nur so viel, wie für den guten Geschmack vonnöten ist, und dann mit Apfelpektin geliert. Diese Fruchtmuse halten sich, wenn sauber gearbeitet wurde, nachdem sie heiß in sterilisierte Twist-off-Gläser abgefüllt wurden sehr lange (wie lange wirklich ließ sich nicht feststellen, spätestens nach einem Jahr waren die begehrtesten Sorten wie Himbeere, Erdbeere oder Hagebutte verschwunden. Sie müssen nur nach Anbruch kühl gestellte werden und binnen zwei Wochen verzehrt. Denn die mindestens 50% Zucker, die in Marmeladen und Konfitüren enthalten sind, haben sie nicht, und so fehlt auch die Haltbarkeit durch hohen Zuckergehalt.

Die Woche ging es noch weiter, Vogelkirschen waren reif, auch die ergeben ein leckeres Fruchtmus, und am Samstag kamen noch Johannisbeeren, weiß, schwarz, rot. Die hab ich am Sonntag abgestribbelt und eingezuckert, verarbeitet werden sie morgen, die roten als Gelee pur, die schwarzen als Fruchtmus und die weißen zusammen mit Zitronen-Bergbohnenkraut wiederum zu Gelee. Kirschen gab es auch noch, und heute durfte ich noch einmal welche ernten, die auch morgen weiter verarbeitet werden.

Ein (sehr junger) Eichhase

Doch morgen Vormittag werden noch einmal Walderdbeeren geerntet, und Eichhase (ein Pilz), sowie Mädesüß, das gerade blüht. Für verschiedene Zwecke, dazu nächstens mehr. Als Duftbüschel zum Hinhängen habe ich heute noch einmal ein großes Bündel gelben Steinklee geschnitten, und, ach ja, Johanniskraut wäre auch dran, für Rotöl (und Schafgarbe und Baldrian blühen auch gerade).

Also, es wäre nicht so, dass wir morgen nichts zu tun hätten. Damit beginnen wir wieder um 15:00 Uhr. Wir haben für alles bis 18:00 Uhr Zeit, dann kommt Judith wieder zum Filzen.

Das Aufblühen einer Filzblume

Wer dabei sein möchte: Anmeldung unter 05555 / 522 (AB Alte Schule) oder dingefinder@gmx.de. Kinder dürfen mitgebracht werden. Kosten: Lebensmittelumlage, eine Spende für die Alte Schule wäre nett. Für das Filzen: Nach Absprache.



Montag, 23. Juni 2025

Küche durch das Jahr: Toastbrot und immer noch Walderdbeeren

 


Jeden Dienstag von 15:00 bis 18:00 Uhr in der Alten Schule Fredelsloh: Küche durch das Jahr. Es sollen keine Mahlzeiten zum Auftischen produziert werden (was trotzdem durchaus passieren darf), sondern Grundrezepte ausprobiert, dabei wird darauf geachtet, was gerade Saison hat.

Immer noch ist Walderdbeerenzeit, und wir waren noch einmal sammeln. Das war übrigens früher im Solling eine typische Kinderarbeit, ebenso wie das Sammeln von Blaubeeren, später im Sommer. Teilweise waren die kleinen Dinger für den Verkauf bestimmt, und tagsüber wurde gesammelt, und in den sehr frühen Morgenstunden darauf gingen die Frauen dann mit der Ausbeute zum Markt von Fredelsloh nach Northeim. Einmal, so las ich in einem Heimatbuch, waren die Preisangebote für die Northeim so ungenügend, dass die Frauen noch weiter nach Göttingen wanderten, um ein besseren Erlös zu erzielen. Und zurück mussten sie ja auch noch. Das also war die gute alte Zeit. Das Bild „Wilde Erdbeeren“ ist von dem finnischen Maler Albert Edelfelt (1854 - 1905), der sich vor allem Szenen aus dem finnischen Volksleben widmete. Sieht doch ganz idyllisch aus. . .

Ich selber empfinde das Sammeln der kleinen Dinger eher als eine Art Meditation und ich sammle sie um des Genusses willen. Fruchtmus von Walderdbeeren ist aber auch zu lecker. Und auf dem Rückweg vom Wald konnten noch an einem Feldweg Kamillenblüten gesammelt werden.

Um diesem Fruchtmus zum Frühstück die richtige Begleitung zu geben, möchte ich Toastbrot selber Backen, und zwar mit Wildhefe, denn durch die langen Gehzeiten wird das Brot bekömmlicher als mit der käuflich zu erwerbenden Turbohefe.

Für ein Brot brauche ich 500 g Weizenmehl, Type 405 oder 550, das es in unserem Dorfladen auch in Bioqualität gibt. Dazu kommen 275 ml Milch, 75 g Butter, 1 Esslöffel Zucker und Salz. Doch weiche ich jetzt von dem Gewohnten ab, da ich keinen halben Würfel Hefe benutze. So mache ich mir am Vortag einen Vorteig mit der Hälfte des Mehles, das ich mit meinem flüssigen Hefeansatz zu einem glatten Teig verrühre. Das bleibt erst einmal bis zum Abend stehen, dann nehme vermenge ich den Teig mit weiterem Mehl und forme es zu einer festen Kugel. Diese wandert für eine Nacht in den Kühlschrank.

Am nächsten Tag nehme ich davon die Hälfte ab, die ich mir weiterhin im Kühlschrank aufbewahre. Wenn ich einmal die Woche backe, kann ich diesen Teig ähnlich wie Sauerteig als Starter benutzen. Funktioniert. Zu dem Rest kommt wieder Mehl hinzu, und die Milch, die ich zusammen mit der gewürfelten Butter in einem Topf erwärmt habe, so dass sich die Butter auflöst. Zucker und Salz dazugeben und zu einem glatten Teig kneten. Dieser darf dann noch einmal mindestens eine halbe Stunde ruhen.

Dann fette ich meine Kastenform ein, knete meinen Hefeteig auf einer leicht bemehlten Arbeitsfläche noch einmal durch und gebe ihn dann in die Form, wo er noch einmal eine Stunde bei Zimmertemperatur gehen darf. Dann wird er bei 180 Grad im vorgeheizten Backofen etwa 30 Minuten gebacken. Vorher bestreiche ich die Oberfläche mit Wasser. Auch im Ofen habe ich vor dem Anschalten eine Schüssel mit Wasser hineingestellt. Dadurch entsteht eine feuchte Hitze, das Brot wird saftiger und die Kruste trocknet nicht so sehr aus.

Mein erster Versuch mit diesem Rezept verlief noch nicht zur vollsten Zufriedenheit. Das Brot sah zwar aus wie Toastbrot (von außen), und schmeckte auch so, war aber noch nicht so fluffig, wie ich mir es gewünscht hätte. Also werde ich in Zukunft die Ruhezeiten etwas ausdehnen. Derweil bin ich im Geiste schon dabei, von der Rohmilch aus der Milchtankstelle ein Dorf weiter die Sahne abzuschöpfen, nachdem sie eine Nacht bei mir im Kühlschrank verbracht hat, um daraus Butter in der Küchenmaschine herzustellen. Dann hat ich in allem „meine Finger drin“, dem Toast, der Butter und dem Fruchtaufstrich.

Derweil zieht das Jahr weiter, am morgigen Dienstag sind einmal nicht Walderdbeeren dran, sondern welche vom Feld, denn ich habe bei unserem Obstlieferanten des Vertrauens für morgen eine Stiege Erdbeeren vorbestellt, um den Jahresvorrat an Erdbeermarmelade einzukochen. Davon kann man eigentlich nie genug haben.

Auch sind noch einmal Lindenblätter dran, zum Einlegen; außerdem sind Lindenblüten zu ernten. Die Blüten der Sommerlinde sind schon „durch“, bei der Wärme der letzten Tage ging das Verblühen sehr schnell, doch die Winterlinde beginnt gerade aufzublühen, so dass es doch noch möglich ist, einen Wintervorrat anzulegen. Außerdem wird das Toastbrotexperiment fortgesetzt, der Vorteig ist schon angesetzt.

Damit beginnen wir wieder um 15:00 Uhr. Wir haben für alles bis 18:00 Uhr Zeit, dann kommt Judith wieder zum Filzen.

Peter Pateter und die Waldlilli in den Walderdbeeren

Wer dabei sein möchte: Anmeldung unter 05555 / 522 (AB Alte Schule) oder dingefinder@gmx.de. Kinder dürfen mitgebracht werden. Kosten: Lebensmittelumlage, eine Spende für die Alte Schule wäre nett. Für das Filzen: Nach Absprache.





Montag, 16. Juni 2025

Küche durch das Jahr: Apfelessig, Holunderblütenessig, Salzzitronen

 


Jeden Dienstag von 15:00 bis 18:00 Uhr in der Alten Schule Fredelsloh: Küche durch das Jahr. Es sollen keine Mahlzeiten zum Auftischen produziert werden (was trotzdem durchaus passieren darf), sondern Grundrezepte ausprobiert, dabei wird darauf geachtet, was gerade Saison hat.

Auf dem Foto von links nach rechts Gläser mit verschiedenen Inhalten: Ansatz von Apfelessig aus Apfelresten (Kerngehäuse und Schalen); Holunderblütenessig, Salzzitronen, Wildhefe.

Es ergab sich, dass wir Äpfel geschenkt bekamen mit kleinen Fehlern, aus Bioanbau. Diese wurden zu einem Apfel-Zwiebel-Chutney verarbeitet. (Eigentlich ganz einfach: Auf ein Kilo geschälter und grob zerkleinerter Äpfel ein Pfund grob gewürfelte Zwiebeln, ein großzügiges Stück Ingwer nach Geschmack, geschält und in feine Würfel geschnitten, 250 g Rohrzucker, 350 ml Apfelessig und etwas Chilipulver zusammen verkochen). Davon hatten wir noch die Kerngehäuse und die Apfelschalen übrig. Diese wurden in ein vorher sterilisiertes Weckglas geschichtet und mit einem Sud von 2 Esslöffeln Zucker auf ein Liter Wasser übergossen. Der Zucker wurde vorher in etwas kochendem Wasser aufgelöst. Optional kamen noch zwei Esslöffel Apfelessig dazu, als Starter. Das ganze wurde mit einer Gaze abgeschlossen, so dass noch Luft heran kann. Ein bis zwei Mal täglich wird das mit einem Holzlöffel umgerührt, mit der Zeit entsteht Schaum durch die einsetzende alkoholische Gärung, das ist erwünscht.

Nach mehren Tagen ändert sich der Geruch, und eine Essignote bildet sich aus. Wenn die Fruchtstückchen nach unten gesunken sind und der Essiggeruch intensiv ist, dann kann der Rohessig durch ein sauberes Tuch abgegossen werden, und wieder in ein sterilisiertes Glasgefäß abgefüllt werden. Wieder abgedeckt mit einem Tuch weitere vier bis sechs Wochen zum fertigen Apfelessig vergären lassen, der dann auf Flaschen gezogen werden kann zum Gebrauch. Das alles durfte ich von Judith erfahren, die seit längerem dieses Jahr sich mit der Herstellung von Essig (und von Wasserkefir) beschäftigt, und die mir diese Anleitung verraten hat. Eine gute Art der Resteverwertung.

Für den Holunderblütenessig habe ich eine gute Menge Holunderblüten in ein sterilisiertes Weckglas getan, für die Farbe habe ich noch ein paar dunkelrote Rosenblütenblätter dazu gegeben, und für den Geschmack einen Esslöffel Honig. Das darf jetzt einen Monat ziehen, bevor es abgeseiht wird. Holunderblütenessig ist der mir liebste aromatisierte Essig.

Mein Zitronenstrauch im Topf, der im Hause überwintert hatte, durfte nach draußen umziehen. Doch vorher musste er noch in frische Erde in einen größeren Topf umgetopft werden. Auch hatten sich Wolläuse auf ihm angesiedelt über Winter. Die wischte ich mit einem feuchten Tuch ab, das ich vorher mit einer Lösung aus warmen Wasser und Neutralseife befeuchtet hatte. Um in die Winkel zu gelangen, benutzte ich teilweise auch eine Zahnbürste (außer Dienst). Dann kam sie in die neue Erdmischung, die ich mir selber zusammenstellte, aus Blumenerde, der ich etwas gekörnten Bio-Gemüsedünger untergemischt hatte, dazu etwa ein Drittel Lehm und einige Handvoll (hier bin ich großzügig) Urgesteinsmehl. Kein Kalk, den mögen Zitrusfrüchte nicht so gerne.

Dir Pflanze ist von der Sorte Ponderosa, die ich mir vor Jahren in einer Gärtnerei bestellt hatte, und die sich ohne Probleme im Zimmer überwintern lässt, dabei schon sehr früh mit dem Tragen beginnt. Absolut empfehlenswert. Eine der angesetzten Früchte war reif, und da sie mir zu schade war, sie einfach zu saften, durfte sie zu einer Salzitrone marokkanischer Art verarbeitet werden. Auch hier war wieder Judith im Spiel, die einige Zitronen auf diese Art eingemacht hatte.

Dazu hatte ich die Zitrone (sie war recht groß) gesechselt, bei den einzelnen Stücken die Kerne entfernt, und diese großzügig mit groben Salz betreut, je Schnitz mit einem Teelöffel voll. Dann in ein sterilisiertes Glas noch einmal einen Teelöffel Salz geben und die vorbereiteten Schnitze eng darein geben und fest zusammendrücken. Die Zitronen noch einmal mit Salz bestreuen und kochendes Wasser darüber geben. Um die Zitronen zu beschweren, damit sie nicht im Glas schwimmen, einen sauberen, flachen Stein darauflegen. Verschließen und drei bis vier Wochen an einen warmen Platz stellen.

Die Zitronen halten sich monatelang. Wem sie zu salzig sind, der kann sie vor dem Weiterverarbeiten mit Wasser abspülen. Sie würzen sehr intensiv alle Saucen und Gerichte, wo Zitronenaroma erwünscht ist.

Die Herstellung von Wildhefe habe ich schon beschrieben: Wildhefe selber machen.  Morgen am Dienstag möchte ich damit Toastbrot backen, damit unsere leckeren Marmeladen und Fruchtaufstriche auch eine adäquate Unterlage haben.

Wir hatten auch noch einmal Rosengelee hergestellt, nach einem hier schon beschriebenen Verfahren: Feines aus und mit Rosen , die Küche roch dabei so sehr nach Rose, dass sich durch ein geöffnetes Kippfenster brummend ein Rosenkäfer hierher verirrte. Er setzte sich auf eine gestrickte Blüte auf meiner Strickjacke, und ich geleitete ihn wieder hinaus. Dem Holunderblütensirup, den wir auch noch aufkochten und abfüllten, hatten wir  Malvenblüten zugesetzt vor dem Aufkochen, um die Farbe etwas fröhlicher zu gestalten.


Morgen ist, wie schon beschrieben, Toastbrot mit Wildhefe als Triebmittel dran, und dann noch einmal Rosengelee, Fruchtaufstrich von Walderdbeeren, und der letzte Holunderblütensirup dieses Jahres.

Damit beginnen wir wieder um 15:00 Uhr. Wir haben für alles bis 18:00 Uhr Zeit, dann kommt Judith wieder zum Filzen. Deshalb sind Peter Pateter und die Waldlilli auch wieder mit dabei. 


Wer dabei sein möchte: Anmeldung unter 05555 / 522 (AB Alte Schule) oder dingefinder@gmx.de. Kinder dürfen mitgebracht werden. Kosten: Lebensmittelumlage, eine Spende für die Alte Schule wäre nett. Für das Filzen: Nach Absprache.

Montag, 9. Juni 2025

Küche durch das Jahr: Blütenküche

 

Holunderblütensternenhimmel auf dem Küchentisch 

Jeden Dienstag von 15:00 bis 18:00 Uhr in der Alten Schule Fredelsloh: Küche durch das Jahr. Es sollen keine Mahlzeiten zum Auftischen produziert werden (was trotzdem durchaus passieren darf), sondern Grundrezepte ausprobiert, dabei wird darauf geachtet, was gerade Saison hat.

Es ist gerade Blütenzeit, und so wurden verschiedene Arten Blüten zu Sirup und Gelee verarbeitet, als da wären Rosen, Holunder, Robinie.

Wie ich die Rosenblüten verarbeite habe ich schon hier: Die hohe Zeit der Rosen  beschrieben; auch habe ich wieder Heckenrosenblüten (Rosa rugosa) gesammelt, auch dazu habe ich mich vor einiger Zeit ausgelassen: Feines aus und mit Rosen

Im Grunde sind da meine Abläufe bei den Blüten die gleichen, ob jetzt Rose, Lavendel oder andere. Es sind im Netz viele verschiedene Anleitungen für die Herstellung von Blütensirup und -gelee zu finden. Es variiert, ich selber bleibe in der Regel bei meiner Rezeptur (nur beim Löwenzahn habe ich dieses Jahr eine Ausnahme gemacht). Manchen Menschen ist das zu zuckerlastig, insbesondere, da ich meistens raffinierten Zucker nehme. Doch der Zucker nimmt beim ziehen lassen über 24 Stunden und mehr die ätherischen Öle und Aromastoffe 1 zu 1 auf, ohne einen Eigengeschmack hinzu zu geben. Das schätze ich. Mit anderen Methoden habe ich da oft nicht so befriedigende Ergebnisse, was das spätere Aroma der Zubereitungen betrifft. Es gab eine Zeit, lange liegt sie zurück, weit vor der Erfindung des Rübenzuckers, da wurde Zucker in Apotheken verkauft, als Heilmittel. Auch gab es da viele Zuckerzubereitungen wie Sirups, Pastillen und Kräuterbonbons. Die heutigen Eukalyptusbonbons zum Beispiel sind ein Echo davon.

Auch las ich über eine Studie, in der ausgeführt wurde, dass süß verabreichte Medizinen vom Körper besser aufgenommen werden als bitter schmeckende. Bei süß öffnen sich die Geschmacksknospen, und die Aufnahmebereitschaft steigt. Bei Rosen, Holunder und später beispielsweise Mädesüß agiere ich mit Heilpflanzen, und ich denke, einiges von der Heilwirkung findet sich dann auch in meinen Sirups und Gelees wieder.

Robinienblüten

Bei den Robinienblüten habe ich jeweils den grünen Stielansatz entfernt, denn ich machte einmal die Erfahrung, dass der Sirup davon „erbsig“ schmeckt, wenn ich die mitkoche. Ich habe auch von einer Frau die Anleitung gelesen, von den Rosenblütenblättern die weißen Ansätze abzuschneiden. Doch das halte ich für übertrieben. Besonders, da meiner Meinung nach in diesen oft vermehrt Harze und Gerbstoffe zu finden sind, welche das Geschmackserlebnis eher abrunden als beeinträchtigen.

Mit den Robinien hatte ich heuer eine Erfahrung machen dürfen, die etwas schade war. Ich hab die Blüten länger als 36 Stunden ziehen lassen, was normalerweise kein großes Problem darstellt, eher im Gegenteil. Doch diese Blüten haben nach 24 Stunden an Aroma verloren, darauf war ich nicht vorbereitet. Der Sirup ist daher nicht so geschmackskräftig geworden, wie er hätte sein können. Leider regnete es die Tage, so dass die Blüten morgens nass waren. Bei Rosen ist das kein Problem, die kann man „auswringen“, also eher sanft mit einem Geschirrtuch trockentupfen, sie bleiben aromatisch. Anders unsere Diva Robinie. Da ist bei Feuchtigkeit so ziemlich alles Aroma verduftet. Sie wollen sich in Sonnenwärme verströmen.

Am morgigen Dienstag ist noch einmal Blütentag: Die Blütenansätze kommen morgen als Gelee und Sirup in die Gläser; dabei bekommen einige der Rosen Begleitung, denn ich war noch spazieren und habe eine gute Menge Walderdbeeren gesammelt, die wollen als Fruchtmus mit Rosen vermählt werden.

Dann möchte ich mich dem Thema Toastbrot mit Wildhefe annehmen (ich denke, das passt gut zu Blütengelee. . .), Brötchen habe ich damit schon gebacken, das ging ganz gut. Doch erst einmal wird der Wildhefeansatz weiter vermehrt. Und, ich möchte mich noch einmal der Lindenblätter annehmen und welche einlegen.

Damit beginnen wir wieder um 15:00 Uhr. Wir haben für alles bis 18:00 Uhr Zeit, dann kommt Judith wieder zum Filzen.

Peter Pateter und die Waldlilli sind auch wieder dabei

Wer dabei sein möchte: Anmeldung unter 05555 / 522 (AB Alte Schule) oder dingefinder@gmx.de. Kinder dürfen mitgebracht werden. Kosten: Lebensmittelumlage, eine Spende für die Alte Schule wäre nett. Für das Filzen: Nach Absprache.




Montag, 2. Juni 2025

Küche durch das Jahr: Sellerie einwecken, Hollerblütensirup, Bananeneis

 

Zistrose (Cistus incanus ssp. tauricus)

Jeden Dienstag von 15:00 bis 18:00 Uhr in der Alten Schule Fredelsloh: Küche durch das Jahr. Es sollen keine Mahlzeiten zum Auftischen produziert werden (was trotzdem durchaus passieren darf), sondern Grundrezepte ausprobiert, dabei wird darauf geachtet, was gerade Saison hat.

Letzten Dienstag sollte eigentlich Sellerie eingeweckt werden, das wäre in etwa so vor sich gegangen: Die geputzten Sellerieknollen so lange kochen, bis man sie mit einem Hölzchen durchstechen kann. Dann schälen und in nicht zu dünne Scheiben schneiden. Die Scheiben in Einkochgläser geben und mit Salzwasser (1 EL Salz pro Liter Wasser) auffüllen und kalt werden lassen. Evtl. nochmal auffüllen und einkochen (bei 100°C 60 Minuten). Wohl dem, wer noch Weckgläser und einen Einkochtopf hat. Hier im Dorf gibt es von ersteren bestimmt noch einige in vielen Kellern zu finden. Wir bekamen schon häufig welche gebracht als Geschenk.

Mir persönlich ist das Einwecken um einiges lieber als das Einfrieren, wenn es möglich ist. Was auch daran liegt, dass wir hier in der Alten Schule noch einen richtigen Vorratskeller haben, das ganze Jahr durch fast gleichbleibend kühl, und die Heizung für das Haus ist in einem anderen Gebäude.

Warum wir die Sellerieknollen, die wir bekamen nicht einmachten, hat einen einfachen Grund: Drei konnten wir verschenken, zwei verarbeiteten wir in unserer Gemeinschaftsküche zu einer leckeren Sellerie-Apfel-Suppe (mit Walnusskernen), und die, welche übrig blieb, werden wir wohl am kommenden Donnerstag verwerten.


Dann gab es noch eine Änderung, statt der Fichtenwipfel ernteten wir Hollerblüten. Auch hier wurden diese wieder lagenweise eingezuckert, in einer Glasschüssel, nachdem von den Blütendolden alle groben Stiele entfernt wurden. Hier tauchte immer wieder einmal die Frage auf: „Waschen oder nicht?“ Ich selber wasche die Blütendolden nicht (ähnlich wie die Rosenblütenblätter und andere Kräuter und Blüten, die ich zu Sirup verarbeite), ich hege die Vermutung, dass mir dadurch einiges an Inhaltsstoffen verloren geht, und da der Sirup sowieso drei Minuten aufgekocht wird, ehe er abgefüllt wird, wird es auch keine Keimbelastung geben.

Die so vorbereiteten Blüten dürfen jetzt ziehen, mindestens 24 Stunden, gerne auch mehr, wobei ich sie zusammen mit dem Zucker mit einem Teller abdecke, den ich mit einem Stein beschwere, damit sich Zucker und Blüten gut verbinden. Nach den 24 Stunden (oder mehr) dann in einem Topf mit soviel Wasser geben, dass sie gut bedeckt sind, zehn Minuten köcheln lassen, Zitronensaft dazu geben, abseihen, noch einmal drei Minuten kochen und heiß abfüllen.

Es wurden uns Bananen gebracht, so richtig Weichmatschige mit brauner Schale. Etwa 500 g, auch deren Fruchtfleisch war teilweise gebraucht, sprich, sie sahen nicht mehr gut aus. Wenn bei den Bananen das Aussehen vergeht, dann kommt das Aroma. Also ganz wunderbar. Die Bananen wurden geschält, mit der Gabel gemust, etwa 200g Joghurt (der Sahnige mit 10% Fett) und gleichviel Sahne dazugegeben, dazu ein Schwapp Zitronensaft und etwas Feinzucker zur Geschmacksabrundung, und dann kam das Ganze in die Eismaschine. Lecker. Besonders wenn es dazu Rhabarberkompott gibt. Statt immer wieder Vanillepudding.

Am morgigen Dienstag ist unter anderem Blütentag: Die erste Partie Holunderblütensirup wird fertig gestellt, dann werden weitere Holunderblüten vorbereitet, des weiteren Robinienblüten, auch wenn sie immer wieder Akazienblüten genannt werden. Die Robinien hier im Ort haben sich doch noch bequemt zu blühen. Ach so, und die ersten Rosen sind auch am Start.

Dann möchten wir noch Nussnougatkugeln herstellen („Energiebällchen“ trifft es als Bezeichnung für die leckeren Dinger nicht so ganz).

Damit beginnen wir wieder um 15:00 Uhr. Wir haben für alles bis 18:00 Uhr Zeit, dann kommt Judith wieder zum Filzen. Wir wollen doch unsere Filzmäuse fertig bekommen. Dafür haben wir bis 21:00 Uhr Zeit. Und noch eine Nachricht aus dem Kräutergarten: Die Zistrose blüht! (Siehe das Bild oben)

Peter Pateter und die Waldlilli sind auch wieder dabei

Wer dabei sein möchte: Anmeldung unter 05555 / 522 (AB Alte Schule) oder dingefinder@gmx.de. Kinder dürfen mitgebracht werden. Kosten: Lebensmittelumlage, eine Spende für die Alte Schule wäre nett. Für das Filzen: Nach Absprache.



Montag, 26. Mai 2025

Küche durch das Jahr: Eingelegte Lindenblätter, die zweite; Waldmeistereis in rot, Basilikumpflanzen

 


Jeden Dienstag von 15:00 bis 18:00 Uhr in der Alten Schule Fredelsloh: Küche durch das Jahr. Es sollen keine Mahlzeiten zum Auftischen produziert werden (was trotzdem durchaus passieren darf), sondern Grundrezepte ausprobiert, dabei wird darauf geachtet, was gerade Saison hat.

Letzten Dienstag hatten wir uns noch einmal der Lindenblätter angenommen, und sie ähnlich wie Weinblätter eingelegt, mit leicht veränderter Rezeptur. Zum einen haben wir die gesammelten Blätter einzeln mit dem Nudelholz traktiert, nachdem wir die Stiele abgeschnitten hatten, so dass die dicken mittleren Blattrippen glatt waren. (Zuerst versuchten wir es mit Bündeln zu acht Blättern, doch das erwies sich als ungünstig, denn die unten liegenden Blätter wurden dabei verletzt, also verlegten wir uns auf Vereinzelung). Wir machten wieder Stapel von acht Blättern, blanchierten diese etwa drei Minuten und falteten sie zu Päckchen, wobei die Unterseite nach außen zeigte. Diese Päckchen wurden in einem sterilisierten Weckglas gestapelt und dann wurde mit einem heißen Sud aufgegossen, diesmal auf je 200 ml Wasser 3 EL Salz, 1 TL Zucker und 3 EL Zitronensaft; und das Glas sofort verschlossen. In ein 1 Liter-Weckglas passten auf diese Weise 80 Lindenblätter. Nun warten wir wieder zwei Wochen auf das erste Probieren.



Eigentlich wollten wir Gundermanngummibärchen herstellen, doch dann wurden es Waldmeistergummibärchen. Gummibärchen mussten sein, denn das hatte ich dem kleinen Mann, der mich Opa nennt, versprochen. Ein Glas unseres selbst hergestellten Waldmeistersirups hatte nicht richtig geschlossen, und dessen Inhalt verwendeten wir. Auf 150 ml Sirup, den wir aufkochten gaben wir 5 g Agar Agar hinzu, und, da uns die Farbe des Sirups etwas blass erschien auch noch einen Schwapp Rote-Bete-Saft. Noch einmal aufkochen, auf Körpertemperatur abkühlen lassen, und in die eingeölten Silikonformen geben. So erhielten wir nach dem Festwerden Gummibärchen, die knallrot waren, doch „grün“, eben nach Waldmeister, schmeckten.

Das brachte uns auf die Idee, aus dem Rest des Sirups Waldmeistereis herzustellen, mit Joghurt und Sahne vermischt, und mit Rote-Bete-Saft gefärbt. Dieses Eis wurde später verköstigt, und es gab am Anfang einiges Rätselraten darüber, was da wohl zu schmecken wäre. Das Auge sagte Himbeere, doch die Zunge. . . Das Foto oben zeigt übrigens eine Portion dieses Eises, verziert nicht mit einem Gummibärchen, sondern einem Gummistern.

Gebraucht werden dafür auf etwa 300 - 400 g Sirup 300 g Joghurt und 2 EL Sahne (darf gerne auch etwas mehr sein) und einen Schuss Rote-Bete-Saft. Eventuell nachsüßen mit Puderzucker (meistens nicht notwendig). Das wird alles gut verrührt und in die Eismaschine gegeben.

Mich erinnerte das an eine Aktion von Slow Food Bremen, an der ich beteiligt war. Auf einer Slow Food – Veranstaltung bauten wir einen Stand auf, an dem Säfte verköstigt werden durften, vier verschiedene, einer eher gelblich, ein grüner, ein roter und ein orangefarbener. Eigentlich waren alle vier der gleiche klare Apfelsaft, nur mit verschiedenen Lebensmittelfarben versetzt. Es war schon interessant zu beobachten, wie oft sich der Geschmackssinn von der Farbe täuschen ließ. Es wurde unter anderem Orangen-, Bananen- und Mangosaft herausgeschmeckt. Was bei uns den Verdacht erregte, dass die Fruchtsäfte, bzw. „Nektare“ so ziemlich gleich schmecken. Wir hatten auf jeden Fall einen spaßigen Nachmittag.



Dann hatten wir uns noch unserem Indoor-Küchengarten angenommen. Im Januar wurde uns unter anderem für die Gemeinschaftsküche in der Alten Schule eine reichlich abgeweidete Basilikumpflanze aus dem Supermarkt überlassen. Viel war da nicht mehr dran, und die Versuchung, sie der Biotonne zu überlassen war groß. Nun sind diese armen „Wegwerfpflanzen“ gar keine Einzelpflanze. Es werden bei der Anzucht mehrere Samen auf die Erde im Endtopf gelegt (Basilikum ist ein Lichtkeimer), und das ganze dann im Gewächshaus mit viel Wärme und Dünger bis zur Verkaufsfertigkeit „aufgeblasen“. Will meinen, so ein Topf besteht aus einer Gruppe Einzelpflanzen. Ich hatte dann diesen Ballen auseinandergepflückt, sprich vereinzelt, alles Welke entfernt, so dass ich Material für vier Einzeltöpfchen bekam, verwendet wurden hier 9er Plastiktöpfchen. Die besorge ich mir übrigens in größeren Mengen, indem ich im zeitigen Frühjahr die Müllentsorgundsstelle des hiesigen Friedhofes besuche, dort sind genügend Plastik- und manchmal auch Tontöpfe zu finden, die wieder bepflanzt werden können.

Die von mir so getopften (in Anzuchterde) Pflänzchen sind bis auf eine mittlerweile zu stattlicher Größe herangewachsen, und so konnte ich sie zurückschneiden und in größere Töpfe mit nahrhafter Erde umtopfen. Bei guter Pflege und richtiger Ernte (immer von oben die Triebspitzen ernten, und nicht einzelne Blätter) hat man da das ganze Jahr was davon.

Da ich die gesamte Ernte nicht sofort verarbeiten konnte, habe ich Kopfstecklinge davon in Wasser gestellt (im Bild vorne), die werden in Kürze bewurzeln und dann getopft. So lässt sich aus einer abgeernteten Pflanze für den Biomüll ein ganzes Fensterbrett mit Basilikum bepflanzen.

Die selbstausgesäten und pikierten Basilikumpflänzchen wurden nun in nahrhafte Erde getopft. Sie dürfen noch eine Weile wachsen, bis sie das erste Mal pinziert werden, das meint im Gärtnerjargon die Triebspitzen so zu entfernen, dass aus den Blattachseln neue Triebe wachsen können. Dieses Stutzen wird im Laufe der Saison mehrmals wiederholt, und so entwickelt sich aus einem Samen eine stattliche Pflanze. Vorausgesetzt dass diese Primadonna unter den Kräuterpflanzen auch das bekommt, was sie möchte: Viel Sonne und Wärme, viel Dünger und viel Wasser.

Ausgesät hatten wir mehrere Sorten und Arten Basilikum, mit Zitronen- und Anisnote, ein Chinesisches Basilikum, das eine Pimentnote aufweist, heiliges Basilikum, Ocimum sancta, ein rotblättriges, und ein persisches, auf das ich sehr gespannt bin.

Am morgigen Dienstag stehen Maiwipfel auf dem Programm, Triebspitzen der Fichten, für Sirup, und wir wollen Sellerie einwecken. Also geht es um das Einwecken von Gemüse im allgemeinen und im besonderen. Außerdem beginnt der Holunder zu blühen, und Holunderblütensirup ist auch was feines.

Alles wie immer: Ab 15 Uhr in der Küche, bis 18 Uhr, dann übernimmt Judith um mit uns von 18:00 bis 21:00 Uhr schöne Dinge aus Filz herzustellen. Letzte Woche hatten wir damit begonnen, Mäuse zu filzen, mit Nadeln, diese werden morgen fertiggestellt. Peter Pateter und die Waldlilli sind übrigens auch wieder dabei. 


Wer dabei sein möchte: Anmeldung unter 05555 / 522 (AB Alte Schule) oder dingefinder@gmx.de. Kinder dürfen mitgebracht werden. Kosten: Lebensmittelumlage, eine Spende für die Alte Schule wäre nett. Für das Filzen: Nach Absprache.