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Dienstag, 28. Mai 2013

Dialoge: Durst - Liebelleien





Godiva von Freienthal: Durst


Mein Schoß dürstet nach deinem innigsten Liebkosen
Mein Mund sehnt nach dem wilden Spiel unsrer Zungen
Mein Körper brennt nach deiner Haut
Meine Haut nach deinen heißen Händen
Deinem Atem
Unsren feuchten, tiefen Küssen
Nach dem Schwirren unserer Hitze
Dem Summen in mir bei jeder Berührung
Nach tiefem Atmen, Seufzen, Fallen
Ich lüste nach der Stille in jeder Bewegung
Nach dem Anhalten der Zeit
Jetzt








Dingefinder Jörg Krüger: Liebelleien

Liebestoll, liebesvoll
sah ich zwei Libellen
in inniger Vereinigung
durch die Lüfte schnellen.
(Sie flogen mir fast an den Kopf,
durch nichts zu stoppen).
Als ich sie so verliebt sah,
überkam mich die Sehnsucht in Wellen:
Ich möchte mit Dir
nicht ficken nicht vögeln nicht bumsen nicht poppen.
Ich möchte liebellen.





Mehr zu Godiva von Freienthal:



Und nicht vergessen! Am kommenden Sonntag liest Godiva im Atelier Laubenpiep!






Sonntag, 26. Mai 2013

Dialoge - Noch bin ich. . . Meine Gemäuer. . .



Foto: Marina Maggio


Marina Maggio:

Noch bin ich
Dieselbe
die dir unsichtbar
erscheint
und dir
in deinen Träumen
wortlos flüstert.

Ich bin die, die dich berührt
ohne dich zu fassen und
Dieselbe auch, die deine
Dunkelheit betritt,
die unwegsamen Gassen.





Dingefinder Jörg Krüger:

Meine Gemäuer
versteckt hinter dem Dunkel des Efeus,
meine Türen verschlossen
hinter den klammernden Ranken,
die Fenster blinde Löcher
im Dämmer wuchernden Grüns.

Die Wege verschlungen
im Dickicht,
wie willst du gelangen
an mein lichtgrünes Herz?


Samstag, 25. Mai 2013

Dialoge: Zu Dir. . . Als Deine Hand. . .


Aramesh Barbara Naziri: Zu Dir. . . 

Wäre ich der Wind, würde ich zu Dir brausen,
Dich mit goldenem Wüstensand bestäuben,
um Deine Lippen zu küssen.

Wäre ich der Regen, würde ich Deine Wangen
netzen und meine Tränen würden Dir
von meiner Sehnsucht erzählen.

Wäre ich die Sonne, würde ich Dich mit
wärmenden Strahlen umgarnen und Dir
einen Mantel aus Licht weben.

Wäre ich ein Gedicht, würde ich mich auf Deine
Lippen legen, nur damit Deine Stimme
meine Worte flüstert.

Wäre ich ein Herz, würde ich nur in Deiner Brust
schlagen, um Dir nahe zu sein und
Dir von der Liebe erzählen. . . 




Dingefinder Jörg Krüger: Als Deine Hand. . .

Als Deine Hand die meine berührte,
flüchtig, fast im Vorübergehen,
da wurde ich, das Großmaul,
mit einem Male ganz schüchtern.
Verlegen schaute ich zu Boden,
schaute auf,
ein Feuerschein glitt über Dein Gesicht,
Du glühtest auf in Verlangen und Liebe,
und ich. . .

. . . ganz zärtlich wurde ich da,
so auf diese bestimmte Art zärtlich,
wo alles Gewissheit ist. . .



Mehr zu Aramesh hier:

Freitag, 24. Mai 2013

Dialoge: Selbstportrait - Ja!

Dagmar Meermaid: Selbstportrait

Dagmar Meermaid: Selbstportrait

. . .  seltsam,
dass mich manchmal
traurige Dinge lachen machen
dass mich sonderbar anmutende Gefühle
zu dummen Sachen,
zu Handstand und Salto mortale verleiten.
Komisch, dass ich Kopf stehe,
mich am Boden wälze,
mir vor Lachen den Bauch halte,
von den Wangen die Tränen kullern lasse,
ich Purzelbäume schlage.

Mir am Boden wälzend die Haare raufe,
die Tapeten von den Wänden reiße,
den Stuhl in Stücke schlage,
mit den Zähnen das Handtuch zerfetze,
die Nägel ins Fleisch kralle,
auf den Boden mit den Füßen stampfe,
mit dem Kopf die Wand einrenne,
und eine Tasse nach ihr werfe.

Seltsam, dass das Zwerchfell sich krümmt,
der Leib sich wiegt und windet,
doch schließlich alle Viere von mir strecke –
Seufzen und Ruhe sich einstellen,
und vor dem geistigen Auge
Bilder entstehen,
die einfach
so
HINAUSWOLLEN.





Dingefinder Jörg Krüger: Ja!

Rosenduft und Rosenblätter,
Sonnenwetter, Regenwetter,
Kinderlachen, Späßchen machen,
Kirschen beim Pastor stibitzen
und dann hinter Hecken flitzen,
im Herbstwind durch die Pfützen springen,
dabei freche Lieder singen,
Tortenschlachten und Gelage,
lieben, lieben alle Tage,
Verse schmieden
Suppen sieden,
durch die Nächte lachend tanzen
um am Ende von dem Ganzen,
wenn die Seele sanft nach oben schwebt,
zu sagen: „Ja, ich hab gelebt!“

Dienstag, 21. Mai 2013

Dialoge: Das Meer in mir - Ich bin ein Meer

Dagmar Herrmann und Miri Chuuei: Die Kleine Meerjungfrau


Indigo H. Ullrich: Das Meer in mir


IN MIR

DAS MEER
DAS MEER IN MIR...
viele Zeiten
ignoriert
gezähmt
in Ketten gelegt
gebunden
an des Körpers
Fesseln
ertrunken
an der Seele
Schmerz
bitter
das Herz
verborgen
hinter
vergitterten Türen
zu EISE erstarrt
um zu funktionieren...
zusammengepresst
kultiviert
verheimlicht
die Zähne zusammengebissen
alles verloren
um nicht zu spüren...
gelogen
um zu überleben
betrogen
um der Scham
dem Zorn
auszuweichen
verbrannt
getrennt
verkannt
erhängt
davon gelaufen


VOR DEM MEER IN MIR.....


tosendes
brodelndes
wogendes
schäumendes
aufbäumendes
alles befreiendes
alles wagendes
alles verzeihendes
wiegendes
kosendes
tobendes
träumendes
liebendes
alles gebärendes

MEER

IN MIR...






Dingefinder Jörg Krüger: Ich bin ein Meer


Ich bin ein Fluss ohne Ufer,
und ich fließe immer zu dir,
oh, Meer.
Ich bin ein Meer,
und immer komme ich zu dir zurück,
oh, Fluss.

Ich bin eine Träne im Ozean. 
Immer fließe ich 
 in das Gehaltensein der Ewigkeit.

Ich bin die wogende Welle,
welche dich wiegt
in liebkosender Sanftheit,
Ich bin ein glitzernder Quell,
glänzend im Mondenlicht
in allem Beginn.

Ich bin der Morgentau,
der perlmuttsanft deine
zerfurchte Stirne berührt,
den Tag zu beginnen,
den samtenen,
zu begrüßen die Wasser allen Lebens.

Ich bin ein Meer.
Alle Wasser sind verbunden
in eins,
und jede Trennung
nur ein Gedanke
des fallenden Tropfens.




"Die kleine Meerjungfrau" mit freundlicher Genehmigung. Das Bild wurde in Zusammenarbeit von Enkelin und Großmutter gemalt.