Samstag, 31. März 2012

Das Karussell





Das Karussell,
das dreht sich schnell.
Es verleiht dir Flügelchen.

Wenn du dir die Hände reibst,
was siehst du dann?
Genau: Kleine schwarze Kügelchen.


Donnerstag, 29. März 2012

Aus dem Tierleben

Die kleinen Reimereien und Ungereimtheiten unter dem Titel „Aus dem Tierleben“ fanden sich das erste Mal in einer unserer Textrevuen. Nicht zuletzt durch das Auftauchen in einem Internetforum hat das „Aus dem Tierleben“, diese Arche des Ungewöhnlichen bis Albernen ein (un)heimliches Eigenleben begonnen.

Mit einem Male zeigte sich in unserem Zoo ein Wimmeln, von überall her kamen Viecher gekrochen, gehüpft, gesprungen, gekrabbelt, geflogen. So entschlossen wir uns, eine eigene „tierische“ Textrevue herauszugeben. Hier sind einige Gedichte daraus. Viel Spaß.

Dingefinder & Sohn
 
Eine Schnecke und ein Schneckerich,
die liebten sich ganz inniglich.
Oder waren es Schneckerich und Schnecke?
So richtig wussten sie das nicht. . .

Als Zwitterwesen gerieten sie in Streit,
wer den nun Schnecke und wer -erich wäre. . .
und tragisch endet die Geschicht,
die Liebe lief ins Leere. . .




Ein Regenwurm
ließ sich in echter Eigenliebe
zweiteilen.
Nun kann er voller Liebesglück
bei sich selbst
verweilen.

. . . und wenn er sich vierteilen tut, der Bub,
reichts gleich für ´nen ganzen Swingerclub. . .




Ein Maulwurf,
der kein Maul mehr wirft
und nicht nach tief´ren
Dingen schürft,
der hat,
das sei hier nicht verhehlt,
ganz einfach
seinen Job verfehlt.

Die Blaumeise,
diese Schlaumeise,
sagt dazu nur:
Tieferschürfen
ist wider
meiner Natur!





Mittwoch, 28. März 2012

Reflexionen auf einem Frühlingsspaziergang


                         



              Ich bin so wohlig satt von Dir.
              Sie ist so heilig,
              diese Stimmung,
              die durch meinen Körper strömt.

              Der Tag vergeht
              in milder Euphorie.
              Was ihn, was mich bewegt,
              sind Echos Deiner Küsse auf der Haut.
              Ich fühl mich innen warm.
              In mir mit Dir vertraut.

              Wir werden leben!
              Und dabei lebendig sein!
              Ich bin so glücklich,
              dass ich da bin.
              Nicht da oder da.

              Ich bin so glücklich,
              dass ich hier bin.
              Hier da.
              Dir nah.

Dienstag, 27. März 2012

Beltaneblüten-Salat


Beltaneblüten-Salat

Ein Salat, der im Frühjahr gut beim Gedichtelesen zu essen ist.

Es werden pro Person zwei gute Handvoll Beltaneblüten gesammelt, das sind die weiblichen Blüten der Salweide. Die Blüten sollten nicht zu groß sein, ca. zwei bis drei Zentimeter lang, und schön grün. Auch sollte man die Blüten vorher verköstigen. Je nach Standort kann der Geschmack sehr unterschiedlich ausfallen. Von lieblich und etwas süßlich (wie die auf dem Foto, die zudem auch sehr saftig und so angenehm auf der Zunge waren, dass selbst mein elfjähriger Sohn sie aß) bis hin zu herb und eher bitter, und von faseriger Konsistenz. Auf den Marschböden rund um meine Parzelle habe ich eher die saftige Variante, Bekannte von mir in der Geest waren von diesem Tipp gar nicht so begeistert.

Dann wird eine Vinaigrette angerichtet aus einem guten Apfelbalsamico-Essig und einem guten Walnussöl. Eine fein gewürfelte Schalotte kann dazu gegeben werden. Die Blüten gut mit dem Dressing vermischen und trocken geröstete Pinienkerne dazugeben.

 

Beltane



Beltane,
Deine Weidenblüten blühn.
Grüne Frauenblüten glühn
am Ufer in den Zweigen.

Beltane,
das Frühjahr kehrt ein.
Deine holde Jahreszeit beginnt.
Die Säfte beginnen zu steigen.

Montag, 26. März 2012

Tee der Landschaft und der Jahreszeiten

Ein echter Jahrestee für den täglichen Gebrauch ist ein Kräutertee der Landschaft und der Jahreszeiten. Die Sammelzeit beginnt im März mit den ersten Veilchenblüten und endet im Oktober mit Eschenfrüchten und getrockneten Weißdornbeeren. Außerdem ist die Herstellung mit einer morgendlichen Meditation verbunden: Dem Morgenspaziergang.

Ich durchstreife die Landschaft am frühen Morgen, einfach, um den beginnenden Tag zu genießen. Je nach Witterung und Laune fällt dieser Spaziergang kürzer oder länger aus, an manchen Tagen wird sogar eine ausgedehnte Vormittagswanderung daraus. Es gibt bestimmte Orte, die ich häufiger ansteuere, zum Beispiel im Juli trifft man mich des morgens fast immer an einer Kartoffelrosenhecke, wo ich Blütenblätter für ein Gelee sammle. Der Rückweg führt mich dann einem Klarapfelbaum vorbei, wo ich für das erste Frühstück die in der Nacht vom Baum gefallenen Äpfel aufhebe.

Manchmal fällt der Morgenspaziergang auch sehr gezielt aus, wenn beispielsweise die Bachminze in der Teemischung wieder rar ist, oder das Mädesüß. Denn von jeder dieser kleinen oder großen Morgenwanderungen bringe ich etwas für meinen Landschaftstee mit: Mal ist es ein Büschel Johanniskraut, dann habe ich an einer Ruderalstelle Mutterkraut, Sonnenblumen und Ringelblumen gefunden. Von den Sonnenblumen nehme ich die gelben Strahlenblüten. Oder an einem Feldwegrand besonders schöne, rosa- bis tiefrosa blühende Schafgarbe.

All diese Mitbringsel werden schonend getrocknet und kommen in eine große, mit Pergamentpapier ausgekleidete Blechdose. Dazu gesellen sich noch getrocknete Gartenkräuter wie Melisse, Lavendel und Rosenblüten.

Das Foto zeigt eine Ringelblumenblüte, deren Blütenblätter den Tee farblich auffrischen, und wurde von Frederike Herrlich gemacht.  http://www.playtime-activities.de/website/


Samstag, 24. März 2012

Die ersten Märzveilchen

Gerade heute noch berichtet, was ich machen würde, wenn ich Märzveilchen finden würde, und schon stolperte ich fast über welche bei meinem Rundgang durch unser Parzellengebiet. So ein Dingefinder wie ich belässt es nicht dabei, sich über den Anblick zu erfreuen, sondern ich habe gleich kulinarische Hintergedanken. Dafür habe ich immer eine saubere Stofftasche im Rucksack, in die ich die duftenden Blüten füllen kann. Zuhause dann befreie ich die Blüten von ihrem grünen Kelch. Das hört sich mühselig an, aber es geht. Schließlich wohne ich ja im Lande der Krabbenpuhler. Wir sind Geduldspiele gewohnt.  Die Blüten kommen dann sofort in ein Glas- oder Porzellangefäß und werden eingezuckert. Das kann lange stehen und es kann jeden Tag die frische Ernte zugeführt werden und wieder eingezuckert. Wenn genügend beisammen ist, kann ich das ganze in so einer altmodischen elektrischen Kaffeemühle zu Veilchenpuderzucker vermahlen, mit dem ich Süßspeisen aromatisiere. Wichtig ist dabei halt, die grünen Kelchblätter zu entfernen.

Bei mir gibt es auch Lavendelzucker und von den (Bio-)Zitronen, von denen ich nur den Saft brauche schneide ich vorher mit einem Zestenschneider Streifen von der Schale und zucker die ein. 


Und noch ein Tipp: Wenn ich verschieden aromatisierte Zucker vermahle, dann kommt nach jeder Charge ein Reinigungsgang: Es wird zwei- dreimal Milchreis zu Mehl vermahlen, und schon sind alle Fremdaromen verschwunden. 

Nützliche Dinge für die Gartenarbeit

Jetzt hat die Gartensaison wieder mit Macht begonnen. Gestern war es hier im Parzellengebiet ganz deutlich zu sehen: Am Nachmittag, nach Feierabend noch anschwellend, belebten sich eins ums andere die Gärten. Mein Gartennachbar begann mit Möhren säen, dabei waren Ihm einige Erdbeerpflanzen im Wege, welche wir uns holen durften.

Ich selber kramte meine Gartenwerkzeuge wieder an das Sonnenlicht. Die Werkzeuge sind ein wichtiger Bestandteil der Freude im Garten. Mit gutem Werkzeug und guten Materialien macht das Werkeln Spass. Ich möchte in diesem Blog einiges von meinen liebsten Gebrauchsgegenständen vorstellen. Als erstes seien die scharfen Sachen genannt, die immer "am Mann" sind, wenn es in den Garten geht. Da ist einmal das unentbehrliche Gärtnermesser. Ich bevorzuge eine leichte Hippe mit leicht geschwungenem Blatt. Dass das Messer immer scharf ist, versteht sich von selbst. Ich erinnere mich noch, wie wir Lehrlinge (ja, ich habe noch zu einer Zeit Gärtner gelernt, als das noch nicht "Auszubildenede" hieß), lernten, unsere Messer zu schärfen.

Es gab häufig bei uns des morgens Messerappell, und wehe, wer sein Messer nicht dabei hatte. Oh, was konnte mein Meister böse gucken. Den nächsten bösen Blick erntete man, wenn das Messer nicht scharf war. Zugute halten kann ich meinem Meister, dass er mit unendlicher Geduld uns das Schärfen von Messern lehrte, meistens am "Belgischem Brocken", einem zweiseitigen Schleifstein, mit einer gröberen und einer feineren Seite, der immer in der Gärtnerei in einem Gefäß mit Wasser lag, da er zum Schärfen feucht sein musste. Oder auch die Schärfvariante am Leder beziehungsweise am Ledergürtel. Was hab ich oft Blut und Wasser geschwitzt, weil das verdammte Ding immer stumpfer statt schärfer wurde, weil ich mal wieder den richtigen Schleifwinkel nicht getroffen hatte. Wie gesagt, da bewies unser Meister eine Engelsgeduld, und wir hatten zum Glück alle Zeit der Welt, um das Schärfen richtig zu lernen. Scharf wurden unsere Stecklingsmesser dann genannt, wenn man damit die feinen Härchen auch dem Oberarm rasieren konnte. Das war immer der Abschlusstest. Später hörte ich von Japanischen Zimmerleuten, die im ersten Lehrjahr nichts anderes lernen, als Hobel etc. zu schärfen. Ob das eine Legende oder die Wahrheit ist, weiß ich nicht, aber vorstellen kann ich es mir.

Meine Hippe besitze ich jetzt zwanzig jahre, ihr Heft ist aus Nussbaumholz und fühlt sich immer warm in der Hand an. Mit der Zeit verwächst man mit seinem Werkzeug, man nimmt es förmlich mit in seine Aura, es wird zu einer Art "Körperteil". Ich weiß von alten Gärtnern, die sich an ihr Gartenmesser eine neue Schneide anbringen ließen, wenn die alte vom vielen Schleifen abgewetzt war.

Die zweite wichtige scharfe Sache ist die Rosen- oder Gartenschere. Hier macht mich jeder Spielkram aus dem Baumarkt rappelig. Auch wenn ich nicht dafür gesponsert werde, mache ich hier einmal Werbung für eine Marke. Das ist die Schweizer Firma Felco, welche unbestritten die besten Rosenscheren herstellt. Ich kenne keinen Baumschuler, der etwas auf sich hält, der nicht eine "Felco" hätte. Die sind dann zwar zwanzig mal so teuer wie die Dinger vom Grabbeltisch, halten dafür auch ewig. Auch meine Rosenschere begleitet mich schon über zwanzig Jahre. Selbstverständlich ist die Schneide auch hie rimmer scharf, und die Feder immer geölt. 

Das kleine Scherenmodell auf dem Bild ist eine Floristinnenschere, die ich meinem Sohn schenkte, als er drei Jahre alt war. Auch sie ist immer geschliffen, und mein Sohn hat von Anfang an einen großen Respekt vor ihr. Das Scherenschleifen war immer eine der beliebtesten Arbeiten der Kinder in meinen Schulgartenprojekten. Wir setzten unseren Ehrgeiz darein, dass man mit den Rosenscheren Papier und Fingernägel schneiden konnte. Ich habe es denn auch nie erlebt, dass die Kinder anders als vorsichtig mit den Werkzeugen umgingen. Schließlich lernten sie so früh mit Werkzeugen umzugehen und Beerenobst fachgerecht zu schneiden.