"Ein gutes Leben leben" - das könnte mein Motto sein. Ich berichte hier von meinem Leben als Dichter, Dingefinder und Gärtner im schönen Töpferdorf Fredelsloh von Garten, Topf und Magen und von der Kunst, den Alltag alltäglich zu genießen. Das geschieht auch immer mal wieder in Reimform. Manchmal lasse ich auch andere life durch Lesungen und Kräuterwanderungen an meinen Erfahrungen teilhaben. Viel Spaß auf diesem Blog wünscht: Jörg Krüger
Dienstag, 5. Mai 2026
Tanz der Farben - Neue Bilder im Café Klett in Fredelsloh
Sonntag, 3. Mai 2026
Kräuterspaziergänge 17. Mai und 21. Juni 2026
Die Wilde Sollingküche lädt ein: Kräuterspaziergang jeweils am 17. Mai und am 21. Juni 2026
Kräuter für die Küche und Hausapotheke
Der Mai ist gekommen und mit ihm der Waldmeister als Bestandteil der klassischen Maibowle. Das wirft die Frage auf, ob am 17. Mai, wenn unser Kräuterspaziergang stattfindet, der Waldmeister noch gesammelt werden sollte. Es heißt ja oft, dass er, wenn er blüht, nicht mehr genutzt werden solle, ja sogar, dass er dann giftig wäre. Und blühen tut er jetzt schon an exponierten Stellen am 1. Mai, an dem ich dieses schreibe.
In manchen Jahren blüht der Waldmeister mit einer Geschwindigkeit auf, dass es fast unmöglich ist, nichtblühende Triebe zu sammeln. Für das Aroma, welches wir lieben, sind die Cumarine zuständig, Der Wirkstoffgehalt ist kurz vor der Blüte am höchsten und schwindet nach dem Blühen recht schnell. Wenn das Frühjahr sehr warm ist, dann fallen Blütenbildung und Cumarinproduktion zusammen. Werden diese Cumarine in zu hohen Dosen eingenommen, kann das zu Müdigkeit, Kopfschmerzen oder Druckgefühl im Oberbauch führen. Gleichzeitig ist dieser Stoff aber auch für das Aroma zuständig, welches wir so schätzen, und dass die Maibowle so lecker macht. Also sollten wir von den blühenden Pflanzen, beziehungsweise von den kurz vor der Blüte stehenden Pflanzen mit Knospen dementsprechend weniger nehmen, um den gleichen aromatisierenden Effekt zu haben. Übrigens sollte der Waldmeister anwelken, um sein volles Aroma zu entfalten, frisch riecht er nach fast nichts.
Auch lässt sich Waldmeister für Sirup sammeln. Dazu zuckern wir die gesammelten Triebe, die in einer Glasschüssel geschichtet werden, lagenweise ein. Auf die letzte Lage legen wir einen Teller, den wir mit einem Stein beschweren, dass die weichen Triebe mit dem Zucker zusammengepresst werden. Das lassen wir dann mindestens 24 Stunden ziehen, etwas länger schadet nicht. Schließlich diese Triebe mit dem Zucker in einem Topf geben und mit Wasser auffüllen, dass sie gut bedeckt sind. Aufkochen lassen, etwas Zitronensaft bei geben, und dann noch etwa drei Minuten köcheln lassen, schließlich abseihen und noch heiß in sterilisierte Flaschen abfüllen. Fertig.
Diesen Sirup kann man dann jederzeit mit Mineralwasser aufgießen und genießen. Besonders lecker ist das, wenn noch zur Hälfte Apfelsaft dazu kommt. So erhält man auch eine alkoholfreie Maibowle. Wenn der Waldmeister schließlich am Verblühen ist, ist auch die Sammelsaison vorbei, dann nämlich treten die Cumarine zurück und das Kraut schmeckt zunehmend herbe und bitter.
Doch Waldmeister ist nicht das einzige Kraut, welches im Mai zu finden ist. Und später im Jahr, im Juni, hat die Vegetation einen Wechsel vorgenommen. Was dann jeweils zu finden ist für Küche und Hausapotheke, möchten wir ihnen auf unseren Kräuterspaziergängen näher bringen. Jeweils Sonntag 17. Mai und 21. Juni (dem Tag der Sommersonnenwende, an dem wir sicher auch Johanniskraut finden werden). Treffpunkt Alte Schule Fredelsloh, Am Kapellenbrunnen 4, 10:00 Uhr. Um an den Exkursionen teilzunehmen, müssen sie kein Mitglied der Wilden Sollingküche sein. Kinder sind willkommen. Jeweils im Anschluss bereiten wir eine Kleinigkeit (Kräuterquark etc.) aus gesammelten Kräutern zu und verköstigen diese. In die Welt der Kräuter führen Sie ein Jörg Krüger aus Fredelsloh und Jutta Kramer aus Oldenrode. Kosten: Über eine Spende würden wir uns freuen. Bitte auf dem Wetter angemessene Kleidung achten.
Veranstalter: Wilde Sollingküche im Bildungswerk Leben und Umwelt BLU e.V., Alte Schule Fredelsloh, Am Kapellenbrunnen 4, 37186 Moringen, das Foto zeigt die Maskottchen der Wilden Sollingküche, Peter Pateter und die Waldlilli; eine Filzarbeit von Judith Zahn-Dahlen aus Fredelsloh, inmitten von Waldmeister und anderen Kräutern.
Dienstag, 28. April 2026
Das ZWAR-Menü vom März
Jeden letzten Mittwoch im Monat treffen sich die Köchinnen und Köche der Gruppe ZWAR (Zwischen Arbeit und Ruhestand) zum Kochen in der Küche der Alten Schule Fredelsloh. Beim letzten Treffen im März standen auf dem Speisenplan:
Vorsuppe: Gründonnerstagsuppe „Sieben Stärken“
2 Kg Pastinaken
ein Bund Suppengrün (Sellerie, Petersilienwurzel, Lauch)
Salz
Als Kräuter nahmen wir Wiesenkerbel, Sauerampfer, Barbarakraut (Winterkresse), Knoblauchrauke, Giersch und Sprossenkohl, jeweils etwa zwei Handvoll (vom Sauerampfer leider weniger, da er dieses Jahr noch nicht so weit war).
Die Pastinaken schälen und grob würfeln, ebenso den Sellerie, die Petersilienwurzel und die Möhren aus dem Bund Suppengrün. Den Lauch in Ringe schneiden. Zuerst den Lauch in Öl andünsten dann das Wurzelgemüse. Mit heißem Wasser ablöschen und aufgießen, bis das Gemüse etwa zwei Fingerbreit bedeckt ist, salzen. Wenn das Gemüse weich bekommt der Pürrierstab seinen Auftritt. Wenn die Suppe nach dem Pürrieren zu breiig ist, noch etwas Wasser nachgeben.
Den Wiesenkerbel, den Giersch und den Sauerampfer feingeschnitten dazu geben und eine Weile mitziehen lassen. In vorgewärmte Teller geben. Barbarakraut, Knoblauchrauke und den Sprossenkohl fein Hacken und zum Servieren über die Suppe streuen. Sie sollten nicht mit ziehen oder gar kochen, da der Geschmack sonst sehr schnell bitter wird. Wir bekamen den Sprossenkohl von unserem Gemüsehändler, nach seiner Auskunft war er von abgeernten roten Rosenkohlpflanzen. Wenn er von Grünkohlpflanzen kommen würde, wäre er wesentlich milder, und könnte mit dem Giersch etc. beigegeben werden.
Auf Wunsch gab es Frikadellen, und wir hatten uns Frikadellenvariationen erarbeitet. Das Grundrezept blieb dabei immer gleich:
500 g Hackfleisch (Halb und halb oder Rind)
1 Brötchen altbacken
1 Ei
1 Zwiebel
Salz, Pfeffer
Das Brötchen in Wasser einweichen (Es ließe sich dafür auch Milch nehmen). Wenn es richtig vollgesogen ist, aus dem Wasser nehmen und so lange auspressen, bis es nur noch etwas feucht ist. Dann zu dem Hackfleisch, dem Ei und den Zwiebeln geben, würzen und gut vermengen. Die Zwiebeln wurden vorher angebraten.
Zu der orientalischen Variante (aus Rinderhack) kam noch hinzu:
1 Handvoll getrocknete Aprikosen
3 EL Mandeln gehackt
1 Bund Petersilie glatt
2 Zehen Knoblauch
1 EL Senf
Zimt, gemahlen
Muskat
Kreuzkümmel
Koriander
Olivenöl
Von der Petersilie die Blätter abzupfen und fein hacken. Die Zwiebel schälen und fein würfeln. Die Aprikosen (oder Datteln bzw. Feigen) ebenfalls klein schneiden. Den Knoblauch schälen, klein schneiden oder pressen.
Alle Zutaten - bis auf das Olivenöl – mit der Grundmasse verarbeiten. Mit den Gewürzen abschmecken. Aus dem Fleischteig Hackfleischbällchen oder Frikadellen formen und in der Pfanne im erhitzten Olivenöl bei mittlerer Hitze braten. Wir hatten an diesem Tag die Frikadellen im Ofen gegart, weil es so viele waren.
Kleiner Tipp: Koriander und Kreuzkümmel sollten für das orientalische Aroma auf jeden Fall verwendet werden. Mit dem Kreuzkümmel allerdings vorsichtig umgehen, da er sehr intensiv schmeckt. Das Zimt gibt dem Ganzen ein unvergleichliches Aroma, während man die Muskatnuss auch weglassen kann, wenn man den Geschmack nicht mag.
In unserer Variante wurde beim Abschmecken noch etwas Dattelsirup hinzu gefügt.
Würzige Kapern-Hackbällchen: Dafür kommt zu der Grundmasse hinzu.
2 EL Kapern gehackt
Senf mittelscharf
1 Knoblauchzehe
Schwarze Oliven (Kalamata) (entsteint und gehackt)
Getrocknete Tomaten in Öl (in feine Würfel geschnitten)
Auch hier sind wir beim Abschmecken vom Grundrezept abgewichen, und es wurde noch Akazienhonig zum abrunden hinzu gefügt und eine mediterane Kräuttermischung (getrocknet), bestehend aus Oregano, Rosmarin, Thymian und Majoran.
Zuguterletzt entwarfen wir noch Bärlauchfrikadellen, da kam zur Grundmasse noch eine gute Menge feingehackter frischer Bärlauch hinzu. Ein Fazit unserer Versuche: Alle Variationen waren lecker, doch hätten alle etwas stärker gewürzt sein können. Also: Nicht zu zaghaft beim Würzen!
Dazu reichten wir einen lauwarmen Kartoffelsalat:
750 g festkochende Kartoffeln (wir hatten die Sorte Belana), kurz in Salzwasser garen und noch warm pellen und in nicht zu dünne Scheiben schneiden (Würfel von etwa einem Zentimeter gingen auch).
Eine Tasse Brühe, es ginge sowohl Fleischbrühe als auch Gemüsebrühe, wir nahmen letztere, frisch zubereitet.
125 g durchwachsenen Speck, in feine Würfel geschnitten und in etwas Öl ausgebraten.
Aus zwei EL Essig, der Brühe, zwei EL Öl und Salz und Pfeffer eine Salatsauce rühren und mit den Kartoffeln mischen, zum Schluss den Speck mit dem Öl untermischen. Noch lauwarm servieren. Es ließe sich noch ein Bund glatte Petersilie, feingehackt, mit untermischen. Diese Menge reicht für vier Personen, wir waren zu acht und nahmen dementsprechend mehr.
Als Dessert gab es Veilchenblüteneis. Das Rezept findet Ihr hier:
Veilchenblüteneis (und eingelegte Rettiche)
Dienstag, 14. April 2026
Texte und Töne in Fredelsloh am 8. Mai 2026
Texte und Töne in Fredelsloh
Freitag 8. Mai 2026 19:30 Uhr im
Herbst-Hof Fredelsloh
Jeden zweiten Freitag im Monat findet ab Mai im Herbst-Hof in Fredelsloh die Veranstaltung „Texte und Töne in Fredelsloh“ statt. Beginn jeweils um 19:30 Uhr. Bis etwa 21:00 Uhr gibt es ein Programm mit eingeladenen Künstlerinnen und Künstlern, nach Abschluss des Programms und einer Pause ist die Bühne offen für Texte und Töne. Das Ende ist ebenso offen wie die Bühne. Ob Gedichtvortrag, Liedervortrag, gemeinsames Musizieren mit akustischen Instrumenten (eine Gesangsanlage ist vorhanden), alles ist erlaubt und erwünscht. Für das leibliche Wohl sorgt die Wilde Sollingküche mit einem veganen Imbiss.
Das Programm für den 8. Mai: Jörg Krüger (Fredelsloh) trägt Gedichte der „Verbrannten Dichterinnen und Dichter“ vor, im Gedenken an die Bücherverbrennung vom 10. Mai 1933. Es werden Werke von Kurt Finkenstein, Jura Soyfer, Selma Merbaum, Gertrud Kolmar und anderen vorgestellt. Des weiteren sind dabei Judith Zahn-Dahlen (Fredelsloh) mit Liedern unter anderem von Klaus der Geiger; Ines Dahlen (Fredelsloh) mit Liedern und Gedichten und Gereon Schoplick (Bad Wildungen), Gitarre solo. Im Anschluss ist die Bühne offen. Der Eintritt ist frei, Spende wäre nett.
Kontakt
und weitere Information: Jörg Krüger; Tel. 05555 / 522 oder per
Mail dingefinder@gmx.de
Veranstalter: Bildungswerk Leben und Umwelt e. V., Alte Schule Fredelsloh
Donnerstag, 9. April 2026
11. 4. 2026: Die Wilde Sollingküche lädt ein - So schmeckt der Frühling
Die Wilde Sollingküche lädt ein:
„So schmeckt der Frühling“
Eine kulinarische Frühlingserkundung in fünf Gängen
Samstag 11. April 2026, 18:00 Uhr
Herbst-Hof, Fredelsloh Deichstraße 18
Wir sind eine Gruppe von Kochbegeisterten, die sich seit März 2025 alle zwei Wochen Freitags in der Küche in der Alten Schule Fredelsloh trifft. Wir erkunden seitdem, was sich mit den Gaben der Natur der Sollingwälder und -wiesen Köstliches zubereiten lässt.
Am 11. April laden wir Euch herzlich ein zu erkunden, wie der Frühling im Solling schmeckt. Wir haben vielerlei ausprobiert, so dass wir ein fünfgängiges wald- und wieseninspiriertes Menü anbieten können. Geschichten zu den Gerichten werden Ihnen zwischen den Gängen auf unterhaltsame Weise serviert. Die musikalische Umrahmung übernehmen Die Morrigans mit Irish Folk.
Für die Deckung der Kosten freuen wir uns über eine großzügige Spende. Wenn etwas übrig bleibt, finanzieren wir davon Projekte der Alten Schule Fredelsloh.
Eine verbindliche Anmeldung bis zum 2. 4. ist notwendig, entweder per Mail an dingefinder@gmx.de oder telefonisch unter 05555 / 522 (AB Alte Schule). Wir bieten auch eine vegane Variante unseres Menüs an. Wenn diese erwünscht ist, bitte mitteilen.
Veranstalter:
Wilde Sollingküche im Bildungswerk Leben und Umwelt BLU e.V.,
Alte Schule Fredelsloh, Am Kapellenbrunnen 4, 37186 Moringen
Freitag, 27. März 2026
„Sehnsuchtsort Café“ – Malerei von Iris Wilhelm-Hirr im Café Klett
Ausstellung „Sehnsuchtsort Café“ – Malerei von Iris Wilhelm-Hirr im Café Klett
Fredelsloh. Vom 22. März bis 3. Mai 2026 zeigt die Galerie im Café Klett in der Kunsttöpferei Klett Fredelsloh die Ausstellung „Sehnsuchtsort Café“ der Künstlerin Iris Wilhelm-Hirr aus Northeim.
Die Serie entstand im Winter und Frühjahr 2021 während der Corona-Pandemie.
In ihren expressiven Bildern zeigt Wilhelm-Hirr Frauen allein im Café – mit einer Tasse in der Hand, den Blick in die Ferne gerichtet.
Die Figuren wirken wartend, vielleicht auf eine Freundin oder einen Geliebten. Doch die Bilder entstanden in einer Zeit, in der Cafés geschlossen waren und Begegnungen plötzlich unmöglich schienen. So wurde das Café zum Symbol eines unerreichbaren Sehnsuchtsortes.
Mit kräftigen Farben und charakteristischen Linien verdichten die Arbeiten Momente von Erinnerung, Sehnsucht und Hoffnung auf Begegnung.
Kunsttöpferei | Galerie & Café Klett
Kampweg 2
37186 Moringen-Fredelsloh
Öffnungszeiten:
Mo–So 13–18 Uhr
Samstag, 14. März 2026
Sonntag 22. März, Fredelsloh: Kräuterspaziergang mit der Wilden Sollingküche
Am Sonntag, dem 22. März machen wir einen Kräuterspaziergang rund um die Klosterkirche und dem Hainberg. Treffpunkt Alte Schule Fredelsloh, 10:00 Uhr, im Anschluss bereiten wir einen kleinen Imbiss mit gesammelten Kräutern. Gäste sind herzlich willkommen, Kinder ebenso. Für die fachliche Begleitung bin ich zuständig. Wer mich (noch) nicht kennt: Gärtner, Pädagoge, Dichter; ich biete seit Anfang der 90 er Kräuterwanderungen für verschiedene Bildungsträger an. Kosten: Eine Spende wäre nett.
Sonntag, 1. März 2026
20. März 2026: Texte und Töne in Fredelsloh zum Frühlingsanfang
Texte und Töne in Fredelsloh zum Frühlingsanfang
Freitag, 20. März 2026, 19:30 Uhr
Fredelsloh, Herbst-Hof, Deichstraße 17
Klaus der Geiger, Straßenmusik-Legende und Workshopleiter, ist wieder in Fredelsloh. Von Mittwoch, 18. 3. bis Freitag 20. 3. werden wir in der Alten Schule Fredelsloh musikalisch einiges unter seiner Anleitung einüben, um es dann am Freitag Abend zu präsentieren. Unter anderem sind an diesem Abend neben dem Workshop-Ensemble dabei Elke Holland aus Gelsenkirchen mit Gedichten und Texten; Dingefinder Jörg Krüger aus Fredelsloh liest eigene Werke zum Frühlingsanfang. Wer Zeit hat, kann gerne an unseren Übungsabenden in der Alten Schule teilnehmen. Ob freie Musikimprovisation oder Vertonung von eigenen Texten: Alles ist möglich. Anmeldung per Mail unter dingefinder@gmx.de oder telefonisch unter 05555 / 522 (AB Alte Schule).
Am Freitag Abend dann wollen wir ab 19:30 Uhr den Frühling begrüßen, der dieses Jahr an diesem Datum beginnt. Wir präsentieren, was wir uns zusammen mit Klaus der Geiger erarbeitet haben, öffnen die Bühne aber auch für diejenigen, die eigene Lieder oder Texte mitbringen. Nach Abschluss des Programms ist die Bühne offen für Texte und Töne. Ob Gedichtvortrag der Jamsession, alles ist erlaubt und erwünscht. Für das leibliche Wohl sorgt die Wilde Sollingküche mit einem veganen Imbiss. Der Eintritt ist frei, eine Spende wäre nett.
Samstag, 28. Februar 2026
Ein (spät-) winterliches Menü
Das war unser Menü am letzten Mittwoch, als sich die Kochgruppe von ZWAR (Zwischen Arbeit und Rente) zum ersten Mal in diesem Jahr traf. Eigentlich treffen wir uns jeden letzten Mittwoch im Monat, doch im Januar fiel das Treffen krankheitsbedingt aus. So haben wir das für Januar geplante winterliche Menü jetzt im Spätwinter nachgeholt. Es gab: Als Vorspeise einen Rosenkohlsalat, als Hauptgericht Wirsinggemüse mit zweierlei Kartoffelstampf, dazu ein Kotelett natur (ohne Knochen) und eine Pflaumensauce nach Art der georgischen Tkemali (Kirschpflaumensauce); und zum Dessert eine Orangenspeise. Das Foto zeigt übrigens Kirschpflaumen vom Sommer letztes Jahr, gesammelt in der Nähe von Fredelsloh.
Rosenkohlsalat (für vier Portionen als Vorspeise)
250 g Rosenkohl
2 EL weißen Essig (wahlweise weißer Balsamico)
1 TL Honig (wir nahmen Akazienhonig)
3 EL Bucheckernöl (wahlweise Walnussöl), wir mischten das 3:1 mit Distelöl. Bucheckernöl ist sehr kräftig im Geschmack.
2 El Walnusskerne (die kamen von einem Walnussbaum hier in der Nähe. Das Knacken war etwas mühselig)
Geriebener Parmesan, Granatapfelkerne nach Belieben
Vom frischen Rosenkohl die einzelnen Blättchen ablösen. In Salzwasser ca. 2 Minuten blanchieren, abgießen und abtropfen lassen.
Essig, Honig und Öl verrühren und mit Salz und frisch gemahlenem Pfeffer aus der Mühle würzen, dann die Rosenkohlblättchen untermengen. Ca. 30 Min. ziehen lassen.
Die Walnusskerne ohne Fett in einer Pfanne rösten, mit Salz würzen und über den Salat streuen. Wir gaben noch Granatapfelkerne dazu, was dem ganzen eine säuerlich-fruchtige Note verlieh, und geriebenen Parmesan. Die Parmesanspäne hätten wir ruhig noch etwas grober reiben können, dann wäre deren Geschmack etwas besser durch gekommen. Das nächste Mal. . .
Wirsinggemüse
Wirsing ist der wohl leckerste und feinste Kohl. Besonders schmackhaft wird er, wenn man sich die Mühe macht, alle starken Rippen aus den Blättern heraus zu filetieren, die Blätter in ganz schmale Streifen schneidet und dann nur kurz (ca. 3 bis 5 Minuten) blanchiert. Etwas zerlassene gesalzene Butter darüber, mehr braucht es nicht. Wer es etwas deftiger möchte, lässt in der Butter durchwachsenen Speck aus und brät noch ein paar Zwiebelwürfel in Butterschmalz, dass sie Farbe bekommen, und gibt beides dazu. So in etwa hatten wir es am Mittwoch gemacht.
Stampfkartoffeln mit Salbei und Mascarpone
750 g große mehlige Kartoffeln
Salz
2 Knoblauchzehen
3 Stiele Salbei
40 g Butter
Weißer Pfeffer
200 g Mascarpone (oder Sahneschichtkäse)
Frisch geriebene Muskatnuss
Kartoffeln waschen, schälen und in Salzwasser garen, Wasser abgießen und die Kartoffeln bei eingeschalteter Herdplatte eine Minute ohne Deckel trocken dämpfen.
Knoblauch pellen und in feine Scheiben schneiden. Salbeiblätter von den Stielen zupfen. Während die Kartoffeln dämpfen, die Butter in einem Topf aufschäumen lassen. Knoblauch uns Salbei darin zusammen anschwitzen und mit Salz und Pfeffer abschmecken.
Die ausgedämpften Kartoffeln stampfen, Mascarpone unterheben, mit Salz Pfeffer und Muskat würzen, die Butter unterrühren. Wenn kein Mascarpone zur Hand, wie es bei uns am Mittwoch war, lässt sich auch Sahneschichtkäse verwenden. Das hatte ich schon einmal gemacht, und das Ergebnis war prima. Nun gut, auch der war nicht zu bekommen, so hatten wir dann Schlagsahne in einem Topf auf dem Herd um die Hälfte reduziert. Das ging auch. Das Originalrezept ist aus einem Kochbuch von Tim Mälzer.
Stampfkartoffeln mit Knoblauch und Olivenöl
Hierfür nahmen wir Kartoffeln der Sortte „Blauer Schwede“ (Wer lacht denn da? Die heißen wirklich so!) Diese Kartoffelsorte hat violettes Fruchtfleisch, ist mehligkochend und hat einen erdig-kartoffeligen Geschmack. Die werden geschält, gekocht und zu Brei gestampft. Salzen. Einen ordentlichen Schuss fruchtiges Olivenöl und durch die Knoblauchpresse geschickte Knoblauchzehen unterrühren. (Knoblauch nach belieben). Der Kartoffelbrei darf ruhig sehr würzig schmecken. Der Kartoffelstampf muss kräftig gerührt werden, damit er ähnlich fluffig wird wie „normaler“, durch das Olivenöl wird er sonst etwas fest. Das Originalrezept habe ich aus einem Kochbuch von Wolfram Siebeck.
Tkemali (Georgische Sauce aus Kirschpflaumen)
Für die georgische Pflaumensoße Tkemali wird in der Regel eine besondere Pflaumensorte verwendet: die Kirschpflaume. Sie ist kleiner als herkömmliche Pflaumen und besitzt eine fruchtige Säure. Besonders unreife grüne Früchte kommen bei der Herstellung zum Einsatz. Unreife grüne Pflaumen findet man hierzulande meist in türkischen oder arabischen Supermärkten. Möglich sind aber auch herkömmliche Pflaumen oder Mirabellen. Das Endergebnis ist dann etwas fruchtiger und ein wenig süßer, aber immer noch köstlich.
Das liegt vor allem an den verendeten Gewürzen. Die Kirschpflaumen werden mit Knoblauch, Chili, Paprika, Essig und Zucker eingekocht und vor dem Servieren mit frischer Minze, Koriander und Zitronensaft abgeschmeckt. Verwende einen fruchtigen Essig, zum Beispiel Himbeeressig und schmecke die Soße immer wieder ab. Passe die Essigmenge je nach Geschmack an, besonders, wenn du süßere Früchte verwendest. Ist deine georgische Pflaumensoße fertig, fülle sie in sterile Gläser und lagere sie im Kühlschrank. Dort hält sie sich etwa einen Monat lang. Sie schmeckt zu Grillgut, Käse oder eignet sich zum Verfeinern von Dressings und Fleischgerichten.
500 g Kirschpflaumen
3 Knoblauchzehen
Eine Prise Salz
50 ml Himbeer- oder Apfelessig
Etwas roter Pfeffer
Eine kleine Chili
2 TL Paprika rosenscharf
25 g Zucker
Eine Zitrone
Drei Stiele Minze
6 Stiele Koriander
Wasche und entsteine die Pflaumen. Ziehe den Knoblauch ab und hacke ihn fein.
Gib alle Zutaten bis auf Zitrone und Kräuter in einen Topf und lass alles aufköcheln. Rühre ab und an um, damit sich der Zucker auflöst und die Soße nicht anbrennt. Koche die Soße ein, bis sie eine sämige Konsistenz erreicht.
Presse die Zitrone aus und schneide die Kräuter fein. Hebe beide Zutaten unter die Soße. Schmecke sie ab und fülle sie in saubere Gläser.
Die Pflaumensoße hält sich im Kühlschrank etwa einen Monat.
“Nachgemachte“ Tkemali:
Da wir keine Kirschpflaumen zur Hand hatten, nahmen wir Zwetschgenmus aus dem Glas. Das hatte ich im Sommer eingekocht, ungezuckert, jedoch nicht so stark reduziert wie Latwerge. Wir hatten gewürfelte rote und gelbe Zwiebeln und fein gewürfelte Knoblauchzehen zusammen mit einer mediterranen Kräutermischung und Chiliflocken in Öl angedünstet, und dann das Zwetschgenmus aus dem Glas zugegeben. Das wurde auf keiner Flamme eine Weile ziehen gelassen und dann mit dem Pürrierstab bearbeitet, dass keine Zwiebelstückchen mehr zu spüren war. Frische Kräuter (Koriander und Minze) waren leider nicht zu bekommen, trotzdem war die Sauce zu dem Fleisch sehr lecker.
Orangenspeise
Hierfür brauche ich Orangen unbedingt aus biologischen Anbau, da ich die Schalen mit verwende. Zur Zeit ist Erntezeit in Spanien und Griechenland, und die sind einigermaßen günstig. Die Orangen werden gewaschen, und dann mit dem Zestenschneider schmale Streifen von der Schale gehobelt, ohne dass weiße Haut damit dran ist. Diese Schalenstreifen werden in einer Schüssel sofort eingezuckert. Dann werden die Orangen geschält und die einzelnen Stücke filetiert, so dass möglichst wenig Haut da dran ist, und in kleine Stücke geschnitten. Die kommen zu den eingezuckerten Schalenstreifen, dann wird Joghurt griechischer Art (10% Fett, Sahnejoghurt) darunter gemischt, das Ganze verrührt und ab in den Kühlschrank. Fertig ist die Laube. Trotzdem sehr lecker.
Freitag, 20. Februar 2026
21. Februar 2026 im Café Klett: Austellungseröffnung und Konzert
Zum Ende der Winterpause in der Kunsttöpferei, Galerie & Café Klett in Fredelsloh laden wir herzlich am 21. Februar um 19:00 Uhr zur Eröffnung mit Konzert der Retrospektive von Wienke Krüger, Witzenhausen ein. Die farbenfrohen abstrakten Bilder sind bis zum 21. März täglich von 13 bis 18 Uhr im Café der Kunsttöpferei Klett zu sehen.
Zur Ausstellungseröffnung gibt der neuseeländische Singer-Songwriter Mathew James White ein besonderes Konzert. White verbindet warmen Indie-Folk und Alt-Pop mit ruhigem, ehrlichem Storytelling – seine Musik schafft Raum für Nähe, Zuhören und Atmosphäre.
Der Eintritt ist frei um Spenden wird gebeten.
Sein Sound erinnert an George Ezra, Vance Joy, Hollow Coves und Jack Johnson – ruhig, hoffnungsvoll und nahbar.
Internationale Aufmerksamkeit erhielt White unter anderem durch Platzierungen auf Netflix und MTV UK, darunter sein Song Only The Light in der Netflix-Serie From Scratch.
Pressestimmen:
„Ganz, ganz toll!“ – YOU FM Frankfurt
„Hochemotional“ – Süddeutsche Zeitung
„Seine Liebe zur Musik ist vom ersten Lied an zu spüren – sie steckt an.“ – Merkur
Mathew James White hat bislang acht Alben veröffentlicht und tourt regelmäßig durch Europa. Ein Höhepunkt seiner Karriere war sein Auftritt beim Blue Balls Festival in Luzern.
Zur Künstlerin:
„Ich bin meine Bilder“
- ein Zitat von Wienke Krüger (geb. 1959, gestorben 2022 in Witzenhausen), deren schier grenzenlose Kreativität nicht nur in ihrer Malerei Ausdruck fand, sondern auch im Schreiben von Texten und nicht zuletzt im Gestalten ihres Gartens.
Wienke Krügers vielfältige, größtenteils abstrakte Bilder in Mischtechnik auf Leinwand beinhalten häufig Hinweise auf Lebewesen, Dinge und Ideen. Eine Auswahl ihrer Werke wird vom 21.02. bis 21.03.2026 in der Kunsttöpferei Klett in Fredelsloh gezeigt.
Im Gespräch über Farben, mögliche Motive, Leerstellen und im Zuhören und Nachfragen werden Wienke Krügers Bilder lebendig.
Samstag, 17. Januar 2026
7. Februar 2026: Aus dem Kochbuch der Marie Dörnte
Kosten: Wir bitten um eine großzügige Spende für die Projekte der Alten Schule Fredelsloh. Eine verbindliche Anmeldung bis zum 1. 2. 2026 ist notwendig. Per Mail an dingefinder@gmx.de oder telefonisch unter 05555 / 522 (AB Alte Schule)
Veranstalter: Wilde Sollingküche im Bildungswerk Leben und Umwelt BLU e.V., Alte Schule Fredelsloh, Am Kapellenbrunnen 4, 37186 Moringen
Wir suchen übrigens noch weitere Menschen, die Lust haben auf Exkursionen in der Natur und in der Küche und die bereit sind, Essperimente zu machen in einer fröhlichen und kreativen Runde. Wir treffen uns jeden zweiten und vierten Freitag im Monat ab 17:00 Uhr; Wanderungen, um wilde Kräuter, Pilze und Früchte kennen zu lernen, finden nach Absprache in der Gruppe an Wochenenden statt.