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| Hier entsteht ein Osterzopf. Aus Hefeteig. |
Hefeblätterteig (oder: Die Entdeckung der
Langsamkeit)
1.) Die Zubereitung von Hefeteig. „Für einfaches Hefegebäck rechnet man auf 500 g Mehl 15 bis 20 g Hefe.
Sobald jedoch dem Teig schwere Zutaten wie Butter, Mandeln, Sultaninen etc.
zugesetzt werden, dann erhöht sich die Hefemenge auf ca. 30 g. Wird mehr Hefe
als nötig beigegeben, kann das Gebäck grobporig und strohig werden. Je
schwächer und gleichmäßiger der Trieb ist, desto zarter wird das Backwerk.“
Ich selber
arbeite am liebsten mit frischer Hefe und mit Vorteig. Auch für einen Vorteig
gibt es verschiedene Herangehensweisen. Ich bevorzuge meist die schnelle. Mehl
in die Schüssel (am besten sieben), Kuhle in das Mehl, Hefe, etwas Zucker und
warmes Wasser in die Kuhle, oben noch etwas Mehl darauf, ca. ½ - 1 Stunde warm
stellen, bis sich eine Art Hefevulkan aus der Kuhle gebildet hat. Nun die
restlichen Zutaten bei (ich nehme gerne Quark und Olivenöl, habe aber auch schon
gute Fladenbrote gebacken, wo warme Milch und sogar 2 Eier auf 500 g
dazukamen).
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| Fertig gezopft. . . |
Dann gut
kneten, und den Teig noch einmal die gleiche Zeit warm stellen. Vor dem
endgültigen Verarbeiten noch einmal gut durchkneten.
Doch da
niemand nie nicht auslernt, habe ich auch Neues erfahren, und zwar aus einem
alten Buch, „Kochbuch der Koch- und Haushaltungsschule“ von E. Wundt, A.
Rothmund und M. Künzler, in der zehnten Auflage von 1925. In diesem Buch wird
sich ausgiebig des Hefeteiges angenommen. (Auch obige Mengenangaben stammen
daraus).
Dort heißt
es unter anderem: „Die wichtigsten
Lebensbedingungen der Hefepilze sind Wärme und Feuchtigkeit. Soll also ein
Hefeteig gehen, so müssen alle dazu nötigen Zutaten erwärmt werden. Das Mehl
wird am besten in eine irdene, nicht zu große Schüssel gesiebt und warm
gestellt. Durch das Sieben des Mehles wird dem Teig die ebenfalls nötige Luft
zugeführt.“
Schön finde
ich die extra Erwähnung der irdenen Schüssel. Ich selber benutze am liebsten
eine ebensolche für den Teig, und, wenn keine zur Hand, dann eine aus Glas.
Dann folgen in meiner Beliebtheitsskala Emalieschüsseln (wie sie früher in
Waschtischen verwendet wurden) und schließlich, ungern, Edelstahlschüsseln.
Kann sein, dass da auch eine gute Portion Aberglauben bei ist, doch ich fühle
mich einfach wohler damit, den Teig in Ton- oder Glasschüsseln gehen zu lassen.
Das Mehl zu sieben, habe ich in einigen Rezepten gelesen, doch jeweils ohne
Begründung, und da mir Mehl immer fein genug vorkam, habe ich nicht darauf
geachtet. Doch ich werde mir den Tipp jetzt zu Herzen nehmen.
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| Fertig gebacken |
Weiter: „Die Hefe wird in lauwarmer Milch aufgelöst.
Ist die Milch zu warm, so verliert sie ihre Wirkung, da durch die Hitze die
Pilze getötet werden. Zucker und / oder Salz gibt man dem Mehl zu, ebenso die
klein zerschnittene Butter. Diese kann auch schaumig gerührt oder zerlassen
aber nicht zu heiß dem Teig zugegeben werden. Bei Zugabe von Eiern erwärme man
diese in lauwarmem Wasser.
Um das Aufgehen des Hefeteiges zu
beschleunigen und in zweifelhaften Fällen die Güte der Hefe zu erproben, macht
man häufig einen so genannten Vorteig. Zu diesem Zweck löst man die Hefe mit
etwa der Hälfte der nötigen, erwärmten Milch auf und rührt damit in der Mitte
des warmen Mehles ein dünnes glattes Teigchen an. Dieses bestäubt man mit Mehl
und lässt es an warmem Orte aufgehen. Der Vorteig kann am Abend zuvor oder erst
½ - ¾ Stunde bevor der Hauptteig gemacht wird, angerührt werden. Ist er
genügend gegangen, das heißt, hat er sich anscheinend verdoppelt, so schiebt man
ihn etwas zur Seite, gibt zu dem Mehl unter Rühren Milch, Eier usw., mengt
alles gut durcheinander und schlägt nun den Teig mit dem Kochlöffel oder mit
der Hand, bis er Blasen wirft. Je mehr Luft in den Teig eingeschlagen wird,
desto besser geht er, denn die Hefepilze brauchen auch Luft zum Wachstum. Der
fertige Teig wird glatt zusammengearbeitet, so dass der Rand der Schüssel
vollständig rein ist, um die Krustenbildung zu verhüten, mit etwas Mehl
bestäubt, mit einem erwärmten reinen Tuch bedeckt und zum Gehen an einen mäßig
warmen, möglichst zugfreien Ort gestellt. Die richtige Temperatur, welche
während des Gehens auf den Teig wirken muss, beträgt 28 – 30° C. Steht kein
Wärmeofen zur Verfügung, dann stellt man die Teigschüssel gut zugedeckt auf
einem mit heißem Wasser versehenen Kochtopf, der auf der Seite des Herdes
stehen soll“.
Nicht nur
zum Teig zubereiten hatte man wohl in der „guten alten Zeit“ genügend
derselben, sondern auch genug Zeit, solcherlei Vorgänge genauestens zu
beschreiben. Während ich das lese, beschleicht mich das Gefühl, ein kompletter
Hefeteig-Barbar zu sein. Und es geht noch weiter. . . : „Beim Gehen des Teiges wird durch die Einwirkung der Hefe Kohlensäure
gebildet. Diese sucht aus dem Teig zu entweichen, wird jedoch durch die Beschaffenheit
desselben daran verhindert und durch diese Weise wird der Teig aufgetrieben.
Sobald er sich scheinbar verdoppelt hat, wird er weiter verarbeitet. Lässt man
ihn zu lange gehen, so wird das Gebäck rauh und leicht säuerlich. Zum Gehen
eines nicht zu schweren Teiges rechnet man in der Regel 2 – 3 Stunden.
Einfacher Brotteig ist gewöhnlich nach 1 ½ - 2 Stunden schon genügend
gelockert.
Der gegangene Hefeteig wird auf dem
warmen, mit Mehl bestäubten Wellbrett leicht verarbeitet, nach Wunsch geformt und
auf das vorgerichtete Backblech oder auch in eine Form gegeben und zum Gehen
nochmals 20 – 30 Minuten an die Wärme gestellt.
. . . „
Ich habe
auch Empfehlungen gehört, Hefeteig kühl gehen zu lassen, sogar im Kühlschrank
über Nacht. Dieses Vorgehen soll ihm eine besondere Feinheit geben. Ich werde
das einmal ausprobieren und Vergleiche anstellen. Ich selber bin ja nicht so
der Kuchenbäcker, ich brauche Hefeteig als Pizzateig, für Fladenbrot und
Brötchen, seltener für Brotlaibe, da ich da Sauerteig als Treibmittel
bevorzuge. Doch weiter im Text, denn auch zum Thema „Hefeteig richtig backen“
kann ich noch etwas von den Autorinnen lernen: „Beim Backen braucht Hefeteig anfangs eine schwächere Hitze, damit er
noch aufgehen kann und erst, wenn das Gebäck halb gar ist, muss stärker
gefeuert werden. Ist die Hitze anfangs zu stark, so bildet sich sofort eine
harte Kruste, die das weitere Aufgehen des Teiges verhindert. Für einen
Hefekranz und dergleichen rechnet man etwa 1 Stunde; Kleingebäck ist nach 20 –
30 Minuten schon gar. . . . „
Nun, bei
einem freigeschobenen Dinkelhefebrot, wie es hier in Fredelsloh noch dann und
wann in einem Holzofen gebacken wird, ist die Temperatur anfangs hoch und fällt
dann langsam ab. So habe ich das für Brot gelernt (wo eine Kruste ja erwünscht
ist). Nun werde ich einmal ausprobieren, wie sich das bei anderem Hefegebäck
verhält.
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| Angeschnitten. . . |
Dass in dem
Buch nun eine Parade von Hefegebäck folgt, welches dieses ausführliche
Grundrezept variiert, das sei hier nur erwähnt, sehr vieles süßes Zeug
darunter. Eines hat mich dann doch verblüfft, und dieses reizt mich, es einmal
auszuprobieren: ein Hefeblätterteig. Nun habe ich mich auch einmal daran
gemacht, Blätterteig für Pasteten selbst herzustellen. Das ist recht aufwändig,
doch geschmacklich ist ein solcher Blätterteig dem gekauften Tiefgefrorenen
weit überlegen. Da pendle ich immer wieder zwischen Faulheit und gutem
Geschmack. Doch wenigstens lässt sich der Gekaufte mit Butter verfeinern, das
wäre dann eine Tour mehr, die sich lohnt. Jetzt kribbelt es mir wieder in den
Fingern, einmal den Hefeblätterteig zu machen:
2.) Hefeblätterteig „Zutaten:
Zum Hefeteig: 300 g Mehl, eine Prise Salz, 1/8 l Milch, 60 g Butter, 1 kleines
Ei, 40 g Hefe - Zum Einwellen: 200 g Butter
Mit den angegeben Zutaten wird nach
oben genannten Grundrezept ein Hefeteig gearbeitet, den man nach tüchtigem
Schlagen in der Wärme so lange gehen lässt, bis er sich scheinbar verdoppelt
hat. Nun stellt man ihn gut kalt; er muss vollständig kalt sein. Alsdann wird
der Teig mit der inzwischen ausgekneteten Butter weiter verarbeitet wie
Blätterteig. Der weitere Unterschied besteht nur darin, dass man den Teig
zwischen den einzelnen Touren nicht ruhen lässt.“ (Zu der „ausgekneteten Butter“: „Nun wird die Butter in kaltem Wasser so lange
geknetet bis alle Buttermilch entfernt und die Butter ebenfalls geschmeidig
ist“)
„Hiernach wellt man den sogenannten
Grundteig auf dem mehlbestäubten Wellbrett zu einem 40 cm großen Quadrat aus,
legt die mit wenig Mehl zu einem 10 cm großen Quadrat ausgewellte Butter darauf
und schlägt die darüber stehenden Teigenden so über die Butter, dass letztere
gut eingeschlossen ist, aber beim Auswellen noch Platz findet, sich etwa 1 cm
nach allen Seiten auszubreiten. Man wellt sodann den Teig leicht der Länge nach
aus und zwar so, dass man einen Streifen von etwa 15 cm Breite und 40 – 50 cm
Länge erhält. Diesen schlägt man dreifach zusammen und dreht ihn so, dass die
offene dreifache Kante dem Arbeitenden zuschaut. Nun wird er wieder gewellt und
nochmals zusammen geschlagen. . . . Dieses wiederholt man so oft, bis der Teig 3
mal je 2 Touren hat.
Beim Gebrauch wird der Teig je nach
Art des Gebäcks ausgewellt und auf einem mit kaltem Wasser begossenen Blech
gebacken. Der Backofen muss gut heiß sein und darf die ersten 10 – 15 Minuten
nicht geöffnet werden.“