"Ein gutes Leben leben" - das könnte mein Motto sein.
Ich berichte hier von meinem Leben als Dichter, Dingefinder und Gärtner im schönen Töpferdorf Fredelsloh von Garten, Topf und Magen und von der Kunst, den Alltag alltäglich zu genießen. Das geschieht auch immer mal wieder in Reimform.
Manchmal lasse ich auch andere life durch Lesungen und Kräuterwanderungen an meinen Erfahrungen teilhaben. Viel Spaß auf diesem Blog wünscht: Jörg Krüger
Es
ist so weit: Die neuen Mappen sind da: "Des Lebens ganze Fülle" heißt
die neu zusammen gestellte Textrevue: 72 Gedichte auf 59 Seiten,
darunter auch ganz "frische", die dieses Jahr in Fredelsloh entstanden
sind. Dazu ein echtes Dingefinder-Fundstück, ein Taschengedicht und drei
Postkarten.
Die Dingefinder-Manufaktur ist halt wieder in
Aktion. Gibts ab sofort in der Alten Schule Fredelsloh und in Sandras
Lädchen beim Herbsthof. 24 € kostet es, und ist selbstverständlich
handsigniert.
Abschied
und Neubeginn
I
Ich möcht in Häusern
ein- und ausgehen können,
begleitet von warmen Worten
beim Empfang.
Ich möcht die Freuden
jeden Tages dann benennen,
und sie erklingen
lassen als Gesang.
Dann im Staunen jedes
Herz erreichen,
welches mir
entgegenschlägt.
Jedes Wort mit einem
Lachen anzureichern,
so, dass es jedes
Herz bewegt.
Selbst das
Weiterziehen wird begleitet
von einem Lied,
gesungen klar in Dur,
dass es mir den Weg
froh vorbereitet,
Weg in
mein eignes Herz, zu meiner eigenen Natur.
II
Wie uns die Ufer
entschwanden im Morgendunst,
die Stunde bekränzt
durch der wandernden Kraniche Flug,
ihr heiseres Rufen
verlandete in den Wipfeln der Föhren.
So ließen wir hinter
uns jene Stätte.
Unser bedarf es des
Fährmannes nicht,
keine Wege, keine
Lichter, die uns geleiten,
nicht Schranke, nicht
Grenze, kein menschliches Tun, nichts.
Unser Lachen steigt
in den Morgen, die Nebel zerteilend,
die Seele hat
angelegt ihren buntesten Rock,
jenen Rock mit den
tausend Geheimnissen
in den tausend
unergründlichen Taschen,
und die Himmel öffnen
sich, die Sterne blühen,
sie strahlen in das
sanfte Silber zugleich in das Gold der Sonne,
am Himmel
die Wanderung der Lichter nimmt kein Ende. . .
Goldener Oktober, nun sind im Pilzrevier die Herbstlorcheln wieder zu finden und die Violetten Rötelritterlinge, die Halimasch und Stockschwämmchen und die Trompetenpfifferlinge; und zuweilen noch die letzten Steinpilze.
Es war dieses Jahr ein großartiger Pilzsommer, und ich durfte hier in den Wäldern Altes und Neues entdecken. Davon ein paar Eindrücke.
Strubbelkopfröhrling, (STROBILOMYCES
STROBILACEUS), von oben.
Eine echte Seltenheit: Der Kegelige Saftling (HYGROCYBE CONICA), ein hübscher, aber giftiger Pilz. Steht unter Shutz.
Fichtenreizker (LACTARIUS DETERRIMUS), sieht giftiger aus, als er ist. Ein guter Bratpilz
Die gab es dieses Jahr viel: Hexenröhrlinge
Dieses Jahr auch überaus häufig: Der Gelbstielige Trompetenpfifferling (CANTHARELLUS TUBAEFORMIS). Ein leckerer Speisepilz.
Der giftige Doppelgänger des Trompetenpfifferlings: Das Gallertkäppchen (LEOTIA LUBRICA)
Noch eine Seltenheit: Der Dottergelbe Spateling (SPATHULARIA FLAVIDA), zwar essbar, sollte jedoch geschont werden
Veranstalter: Bildungswerk Leben
& Umwelt e. V., Alte Schule Fredelsloh
mit Unterstüzung der Klosterkirche
Fredelsloh;
gesponsert von der
Hedi-Kupfer-Stiftung Fredelsloh
Male Rinsland
Male Rinsland, Malerin,
Liedermacherin, Sängerin aus Dillenburg: „Das Singen hat
mich durch sehr schwere Zeiten getragen.Ich fühle mein
Herz wenn ich singe, und andere Menschen fühlen es dann auch.“
Erd Ling Judith, noch
wohnhaft in Alzey, bald Fredelsloherin, bezeichnet sich auf dem Didgeridoo
immer noch als „Anfängerin“. Nun gut, sie vergleicht sich auch mit den
australischen Aborigines, die das Spielen dieses Instrumentes von Kindesbeinen
an gelernt haben. Urteilt selbst, wenn Ihr am 9. September auf den Glockenborn
kommt!
„Was für ein wunderschöner Vormittag mit dem gar seltsamen
Wanderer, der vom Rosenbogentor berichtet. Jörg Krüger, der Dingefinder
hatte uns gefunden und war nach Frankfurt und Bonn zu uns ins kleine Leezder
Kultur-Forum gekommen. Unser runder Tisch voller Instrumente bzw. Dingen, denen
man Töne entlocken konnte. Bambusstäbe, Fahrradklingeldeckel (60 hat er schon
gefunden) - alles Teil seiner musikalischen Textrevue. Manchmal entführte die
Musik, so dass es schwer war, den Texten zu folgen, vielleicht sprachen sie
dann vor allem das Unterbewusste an. Manchmal die Texte so eindringlich,
berührend, Erinnerungen wachrufend, Hoffnungen malend, dass die Musik in den
Hintergrund trat und nur noch musikalische Umrahmung war.
Lyrik vom Bleiben, vom Gehen, von den Kleinigkeiten,
die einen Tag und ganz viel Freude ausmachen, vom Nichteinverstandensein mit
dem was ist, vom Widerstand, vom Abschiednehmen, vom Lieben, vom Traurigsein
-wie schade, dass man sie nicht auf CD mitnehmen konnte, weil diese Texte muss
man immer wieder hören.“
Leezdorf, 28. 7.2014
Yunus: „Die Klaviermusik, die
ich spiele, besteht hauptsächlich aus Eigenkompositionen, die stilistisch
zwischen Filmmusik, Rock, Klassik und New Age angesiedelt sind. Vor allem die
ersten beiden Musikrichtungen sind in meiner aktuellen CD „running against
time“ vertreten.
Der
Weg des Friedens ist ein langer schmaler Pfad. Er führt durch einen inneren und
äußeren Dschungel an Widerständen. Und wenn Du nicht aufpasst, verlierst Du
Dich in politischen Ideologien, um zu einem Instrument derer zu werden, die mit
Deiner Hilfe an die Macht kommen wollen."
"Ich gönn’
mir jeden Tag aufs Neue etwas Neues. Doch am liebsten gönne ich mir Zeit."
Diese Zeilen des Bremer Dichters Jörg Krüger klingen banal, aber um solche
hehren Vorsätze in der heutigen umtriebigen Gesellschaft in die Tat umzusetzen,
muss man schon Lebenskünstler sein. Die Künstlergruppe YuDiFee verstand es, mit
ihrem ungewöhnlichen Auftritt in der Pfarrscheune in Rod an der Weil eine
Ahnung von dem, was Leben für sie bedeutet, einem ausgewählten Publikum zu
vermitteln.
YuDiFee, das
sind der Weilroder Pianist Yunus Barbaros Kuru, der als "Dingefinder"
bekannte Dichter Jörg Krüger und Himmelsgängerin Frederike Herrlich, die sich
ganz im Sinne von Krügers Philosophie vom Finden und Gefundenwerden
zusammengetan hatten. Ihre Performance war kein klassisches Konzert, auch keine
Lesung nach traditionellen Mustern und erst recht kein Spektakel. Man musste
sich schon darauf einlassen wollen, auf die etwas andere Art der Darstellung,
in der Musik und Lyrik zu einer Einheit verschmolzen, beseelt von der
Spiritualität als verbindendem Element.
Taunus-Zeitung 29. 11. 2012
über unser Konzert, damals noch mit Frederike.
Fährmann
Fährmann, der als
Sänger-/Liederschreiber in der „Song-Noir“ Kategorie rangiert,
beweist, dass es möglich ist, wertvolle Texte mit guter handgemachter Musik zu
paaren. Seine fein gesponnenen, zugleich ausdrucksstarken sowie bildvollen
Texte
erzeugen mehr als nur nachdenkliches Schmunzeln.
„Es ist definitiv nicht mehr im
Mainstream, so schonungslos scharfsichtig in die Nacht
zu schauen wie der Fährmann mit Gitarre und Mundharmonika.“ (Main-Echo am
25.
April 2015)
Man könnte es sich einfach machen und schlicht
erklären, dass es sich
bei ihm um einen Liedermacher handelt. Falsch wäre es nicht. Aber es ist nicht
ausreichend. Zwischen gefühlvollen Liedern und witzigen Anekdoten pendelnd holt
er uns geschickt in sein Boot, entführt aus dem grauen Alltag nimmt er uns mit
auf
eine spannende Reise. Auf seine Reise. Fährmann lässt uns teilhaben an seinem
Leben, seinen Geschichten, Erlebnissen, seiner Sicht auf die Welt. All dies
umhüllt
und getragen von verdichteter Poesie und feinfühliger Musikalität. „Wenn der
Fährmann singt oder Harp spielt, läuft es einem den Rücken runter. Weil er gut
spielt, weil seine Texte einen ins Herz treffen.“ (Schaumburger Nachrichten am 23.
Januar 2017)
Petra eisend
Petra Eisend: Handmade
Vol. II – neues Soloprogramm
Auf den Flügelschwingen des Klanges
Vom ersten Herzschlag, vom ersten Atemzug an erfahren wir Rhythmus.
Rhythmus ist Leben und die Welt der Percussion ist weit und grenzenlos. Unser
Ohr ist das Sinnesorgan, das zuletzt erlischt, wenn wir uns auf den Weg in
andere Dimensionen machen. An diesem Abend unter dem Motto „Auf den
Flügelschwingen des Klanges“ soll der Klang seine Zuhörer in die Stille und zu
sich selbst führen.
Seit nahezu 30 Jahren bildet Percussion in unterschiedlichsten Stilrichtungen,
überwiegend mit westafrikanischem und afro-kubanischem Hintergrund, den
großen Fokus der Musikerin Petra Eisend. Heute ist die erfahrene
Percussionistin mit ihrem neuen Soloprogramm „Handmade Vol. II“ vor allem
an Hang und verschiedenen Handpans zu hören. Ebenso finden auch
klanggewaltige Gongs mit unglaublichem Frequenzspektrum, sphärische
Klanglandschaften ihren Platz.
Somit verspricht „Handmade Vol. II“ einen dynamisch spannenden Bogen:
von meditativen Stimmungswelten bis hin zu impulsiven rhythmischen
Trommelgewittern. Metall, Holz, Feuer, Wasser und Luft – alle Elemente vereint in
einem musikalischen Soloprogramm.
Petra Eisend wohnt in Schweinfurt und bietet auch Workshops zum Thema Perkussion etc. an. Infos dazu auf ihrer Website:
Zweiter Fredelsloher
Rosentag Sonntag, 18. Juni 2017
15:00 Uhr Rosenspaziergang durch Fredelsloh,
Treffpunkt beim Rosengarten vor der Klosterkirche
In Fredelsloh gibt es
vielfältige Rosen zu bestaunen, unter anderem die hundertjährige Rose, eine
Alba-Rose, die sicher schon sehr alt ist. Ein Kurzweiliger Rundgang mit vielen
Informationen zu Sorten, Arten, Heilwirkung und Pflege der Rosen. Die Führung
wird gestaltet von Jörg Krüger, der sieben Jahre als Verkaufsgärtner in einer
Rosenbaumschule gearbeitet hat.
Im Anschluss gibt es
Rosen-Prosecco und Rosenbowle zu verköstigen (alkoholfrei).
Am Sonntag, 28. Mai um
17:00 Uhr in der Klosterkirche Fredelsloh:
Überraschungskonzert
Klaus der Geiger und Gäste
Klaus der Geiger, deutsche
Straßenmusik-Legende, spielt und singt nicht nur bei Demos, auf der Straße und
in Konzerten, sondern gibt auch Musik- Workshops.
Das Konzert ist der
Abschluss eines solchen Musik-Improvisations-Workshops, den Klaus der Geiger vom 25. bis 28. Mai anleitet. Aus dem Ausschreibungstext: „Wir
trainieren Improvisation und Zusammenspiel, sowie Songs und Instrumentals, die
von den Workshop-Teilnehmern eingebracht werden und die wir in der kurzen Zeit
einigermaßen konzertreif hinkriegen! Was Stimmlage und Instrumentarium angeht:
Es geht alles!“
Eintritt
frei, um Spende wird gebeten.
In Kooperation
mit dem Bildungswerk Leben und Umwelt (BLU) e. V., Alte Schule Fredelsloh,
gefördert durch die Hedi-Kupfer-Stiftung, Fredelsloh.
Wilde Küche im Frühjahr: Junge Triebe vom schmalblättrigen
Weidenröschen (Epilobium angustifolium) wie Grünspargel zubereitet: Viel (!)
Olivenöl in einen Bräter, dazu Rosmarin, Knoblauch und Zitronenscheiben,
salzen, und im geschlossenen Topf im Ofen bei 180° ca. eine halbe Stunde garen.
Dazu Baguette, unbedingt lecker!
Das Weidenröschen ist weder eine Rose, es gehört zu den
Nachtkerzengewächsen, noch wächst es auf Weiden, sondern eher an Waldrändern
und auf Waldlichtungen (oft Erstbesiedler nach Kahlschlägen). Die
"Weide" im Namen bezieht sich auf die Blätter, welche den Blättern
der Weide ähnlich sind.
Der Pflanze werden allerlei Heilwirkungen zugeschrieben,
insbesondere bei Prostataproblemen. Die jungen Triebe schmecken roh leicht
säuerlich und ergeben ein spargelähnliches Gemüse. In der obigen Zubereitung
ein echter Genuss. Doch in Kürze sind die Triebe lang und begonnen zu
verholzen. Also jetzt wäre einmal die rechte Zeit, sie zu sammeln. . .