Sonntag, 7. August 2016

She´s black

Black is beautyful


„She´s black“

Da drohten im Garten der Nachbarin die Schwarzen Johannisbeeren überreif zu werden und herunter zu fallen, und die schöne Nachbarin war gerade im Urlaub. So habe ich mir ein Herz gefasst, und geerntet. Sind doch die Schwarzen Johannisbeeren nach den Walderdbeeren und Waldhimbeeren die mir liebsten Früchte. Wenn sie denn richtig reif sind: oben am Stielansatz schon etwas runzelig, und aromatisch duftend. Zu früh gepflückt sind sie hart und kullerig und haben zu wenig Geschmack und Süße. Übrigens backen Schwarze Johannisbeeren in der Sonne am besten aus, will meinen, für die Früchte ist es gut, wenn der Strauch sonnig steht. Der Strauch selber kann da aber etwas „maulig“ werden, denn eigentlich sind Johannisbeerbüsche eher Waldrandpflanzen, das heißt sie lieben es, schattig bis halbschattig zu stehen.

Ich kann den Büschen mit diesem Wissen in der Kultur etwas Gutes tun: Johannisbeersträucher (ob schwarz, ob rot, weiß) freuen sich über eine üppige Mulchschicht rund um die Pflanzen, am liebsten groben Rindenmulch oder grobe Holzhäcksel. Der Üppigkeit des Wachstums hilft es, wenn ich diese noch mit etwas Pferdemist vermische. Zum einen entzieht der Rindenmulch bei der Zersetzung Stickstoff (den er übrigens später wieder abgibt), zum anderen möchte ich ja auch ernten, und eine gewisse Düngung ist dazu vonnöten. Was mir dabei einmal passiert ist, und eine zusätzliche Ernte bescherte, es siedelten sich auf dem Mulch mit dem Pferdemist violette Rötelritterlinge an. Dieses ließe sich sicher noch beschleunigen, wenn man die Pilzabfälle im Herbst dem Mulch zufügt.

Schwarze Johannisbeeren sind etwas sehr Edles und Feines, eine hohe, reine Kraft. Sie stärken den Glauben an das eingeborene Wissen, das Urwissen der Schöpfung, das im Inneren eines jeden Wesens verborgen liegt. Der Mensch erkennt und weiß nun eher, was er will. Er weiß, was er wert ist.“, schreibt Monika Helmke Hansen über die Schwarze Johannisbeere in ihrem Buch „Die Botschaft der Früchte“. Das ist mir sympathisch. Im Klappentext zu diesem Buch heißt es: „Die Lichtbotschaften und schöpferischen Ideen der Früchte stehen im Mittelpunkt dieses Buches.“ Ich blättere gerne darin und lese die Sätze zu den Botschaften der Früchte, und ich finde es ermutigend, wenn ich mit dem morgendlichen Müsli, in das ich Fruchtmus von Schwarzen Johannisbeeren gerührt habe, etwas von dem „Urwissen der Schöpfung, das im Inneren eines jeden Wesens verborgen liegt“ zu mir nehme. Wohl ein guter Einstieg in den beginnenden Tag.

Da sehe ich gleich wieder die Augenbrauen einiger meiner Freunde und Freundinnen hochzucken, und die Frage wird gestellt: „Glaubst du daran?“ Was ich glaube, ist, dass das nicht die richtige Frage ist. Ich lese solcherart Sätze, und wenn sich meine Gedanken daran hängen, fühlt sich das gut an, und wenn ich denn die Schwarzen Johannisbeeren zu mir nehme, schwingt etwas von diesen Gedanken in mir mit, und das kann heilsam sein. Daran glaube ich, daran, das ein freundliches Gedenken zu der Nahrung, welche ich zu mir nehme, mir gut tut. Wie das „funktioniert“ oder funktionieren soll, ist mir da relativ schnuppe. Soweit kann ich meinem Körpergefühl vertrauen, dass es spürt, was meinem Körper, und damit mir gut tut.

Dass das Lesen von wissenschaftlichen Ergebnissen, unabhängig davon, ob ich „wissenschaftlich“ in Gänsefüßchen setzte oder nicht, uns konditioniert, auch daran glaube ich. Das mag ja auch einer der Gründe sein, dass in jedem neuen Buch zum neuesten Ernährungsglauben, der uns vorgesetzt wird, wissenschaftliche Untersuchungsergebnisse vorne an gestellt werden. So lese ich, dass Anthocyanidine aus der Gruppe der Polyphenole als den Antioxidanten zugehörig vor Krebs schützen. Jetzt möchte ich doch einmal den oder die hören, die mir solche Sätze in Gänze erklärlich machen. Das frage ich jetzt einmal die wissenschaftlichen Laien, die solche Sätze in Kochbüchern lesen, die für sie geschrieben sind.

Sicher, dahinter mögen gut erforschte komplexe Zusammenhänge sich verbergen. Und wenn ich zu einem naturwissenschaftlich ausgebildeten Arzt gehe, dann hoffe ich, dass er diese komplexen Zusammenhänge versteht. Doch für meinen Alltag und mir persönlich sagen die Sätze von Monika Helmke Hansen mehr, sie berühren mich deutlicher. Das gilt jedoch für mich, und ich brauche niemanden davon überzeugen, dass es so ist. Für die, die es nicht nachvollziehen können, gilt der einfache Satz: Schadet es Euch, wenn ich so einen Unsinn „glaube“?

Zurück zu den kleinen Schwarzen: Die waren wirklich schon so vollreif, dass man sie fast als Marmelade am Strauch betiteln hätte können. Sie wurden geerntet, in der Küche abgestribbelt, eingezuckert und über Nacht stehen gelassen. Am nächsten Tag aufgekocht, mit Geliermittel versehen und in Twist-off-Gläser abgefüllt. Tiefdunkel war das Fruchtmus, fast schwarz, in den Gläsern. (Wovon übrigens die nette Nachbarin auch etwas abbekam, als sie aus dem Urlaub zurück war). Leider hatte ich diesesmal etwas vergessen: Im Fruchtmus ein paar Blätter des Schwarzen Johannisbeerstrauches mit zu kochen, um das feine Cassisaroma zu verstärken. Doch ich hatte Glück, die Beeren waren aromatisch genug, dass nichts fehlte.

Am nächsten Morgen musste ich lachen, als ich mir gerade aus dem frischen Fruchtmus der kleinen Schwarzen und Joghurt ein leichtes Frühstückchen serviert hatte. Beim Löffeln desselben fiel mir eine kleine Geschichte ein, die ich einmal gehört hatte, und die mir stante pede zeigten, was Monika Helmke Hansen meinte, als sie für die Schwarzen Johannisbeeren den Satz prägte: „Sie stärken den Glauben an das eingeborene Wissen, das Urwissen der Schöpfung, das im Inneren eines jeden Wesens verborgen liegt.“ Wenn ich mich recht erinnere, ging diese kleine Geschichte etwa so: Ein Astronaut, der gerade von einer Mondumrundung zurück auf die Erde gekommen war, wurde von einem Reporter etwas hämisch gefragt: „Sie haben doch die Rückseite des Mondes gesehen, haben sie dort auch Gott gesehen? Und, wenn ja, wie sieht er denn aus?“ Der Astronaut antwortete: „She´s black!“

Daran glaube ich.

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