Mittwoch, 13. Juli 2016

Beerenhimmel

Beginnender Beerenhimmel (mit Einmachbuch als Hintergrund)




Beerenhimmel

„Die Himbeere ist irdischer Ausdruck des mütterlich versorgenden, verbindenden, mittenden und heilenden geistigen Urprinzips. Sie kann als `Mutter aller Erscheinungen´ verstanden werden, denn sie ist Himmel und Erde zugleich. Sie heilt Beschwerden, die aus der Not der Vereinsamung der Seelen geboren sind. Sie ist ein Himmelsbote und die Essenz der Güte.  . . .  Geweiht ist die Himbeere der holden Frau, . . .  Isis, Ischtar, Inge  -  In-ge gesprochen - , Holda, Hulda; Hel, Maria, alle diese . . . „

So beschreibt Monika Helmke Hausen in ihrem Buch „Die Botschaft der Früchte“ die Himbeere. Das gefällt mir, wo doch gerade Fredelsloh an einer der Maria geweihten Quelle (mit früherer Kapelle) gegründet worden ist. So ist es auch nicht verwunderlich, dass es in der Umgebung des Dorfes üppige Bestände an wilden Himbeeren gibt.

Letzte Woche durfte ich in den Beerenhimmel, in den Garten eines Fredelsloher Nachbarn, der eine Woche in Urlaub fuhr, und dem es schade war um seine Lieblingsfrüchte, den Himbeeren, die gerade üppig reiften. Also erntete ich für uns beide, und nun wandern die Früchte als Marmelade in die Gläser. (Mit Kernen, und hoffentlich nicht mit allzu vielen Würmchen. Ich glaube, die Herstellung von veganer Marmelade aus wilden Himbeeren ist kaum möglich. . .)

Nun reifen auch nach und nach die Waldhimbeeren, ich konnte gestern eine erste erkleckliche Menge sammeln. Ihr Aroma ist noch intensiver als das der Kultivierten. Himbeeren esse ich anders als die Erdbeeren aus dem Garten selten roh. Ich mag sie am Liebsten als Fruchtmus, gerade soviel gezuckert als nötig, und etwas angeliert. Es bekommt dem Aroma auch gut, wenn sie möglichst 24 Stunden eingezuckert in einer Glasschüssel auf die weitere Verarbeitung warten dürfen. Sie ziehen dann sehr viel Saft und es braucht beim Aufkochen kein Wasser zugesetzt werden. Noch etwas Geliermittel zugeben, und dann ab in die Gläser.

Die Waldhimbeeren sind zwar klein, und es dauert eine Weile, bis genügend für einige Marmeladegläser zusammen sind, doch es lohnt sich allemal. Besonderes Erlebnis ist es im Winter so ein Glas zu öffnen und tief den Sommer einatmen beim Schnuppern.

Eigentlich brauch ich diese ganzen Exoten wie Papaya, Mango, Banane, Litschi und was sonst noch heran gekarrt und herangeflogen wird, nicht. Nur bei Zitronen und bei Orangen und Mandarinen zur Weihnachtszeit werde ich noch schwach. Ich finde, Himbeeren, Walderdbeeren, die verschiedenen Kirschsorten, die Reineclauden und andere Früchte schmecken exotisch genug. Und für den täglichen Obstbedarf gibt es Zwetschgen, Birnen und vor allem Äpfel in Hülle und Fülle.

Nur manchmal kommt noch die Schlange in mein Paradies und verführt mich. . . nein, nicht mit einem Apfel, mit einer Ananas. Vollreif muss sie sein, und durch die Schale duftend. (Also am besten gecontainert. . .). Die schneide ich auf, entferne die Schale und den Strunk um die Mittelachse, schneide das Fruchtfleisch in kleine Stücke, wobei ich darauf achte, dass mir möglichst kein Saft verloren geht. Zwei / drei Stunden vorher habe ich Kokosflocken in Sahne eingeweicht, die müssten jetzt weich und saftig sein und die Sahne fast aufgesogen haben. Die mische ich mit der Ananas. Und nun kommt der Clou: Dazu einige ordentlich gefüllte Löffel von Waldhimbeermarmelade (die mit etwas Vanille angemacht sein kann) unterrühren. Das gibt eine hübsche rosa Farbe und schmeckt wirklich sehr gut, besonders etwas gekühlt. Wem es zu süß ist, der oder die kann noch etwas Yoghurt darunter mischen. Festtagsdessert.

Doch es geht auch anders: Himbeeren als gekochte Sauce über einen einfachen Grießpudding (der vielleicht etwas Zitronenschale mitbekommen hat). Noch einmal möchte ich Monika Helmke Hausen zum Thema Himbeere zitieren: „Heiß gegessen, lässt sie die innere Schönheit nach außen leuchten, verströmt die Gabe der Güte und lässt die Himmelsbotschaft leuchten. Die Himbeere beugt zudem Entschlusslosigkeit vor, deshalb ist sie besonders hilfreich bei Entscheidungsfindungen. Sie tröstet, wo ein Schmerz sitzt, wo eine Wunde sich befindet. Die Himbeere löst. Sie löst von uralten karmischen Blockaden. Sie führt weit in die Vergangenheit und ins karmische Geschehen zurück.“


Beere Brom
sagte zu Beere Him:
„Wenn ich
  in den Himmel komm,
  dann singe ich
  all die frommen Lieder.
  Und komm
  als Erdbeere wieder!“

Sagte Beere Him
zu Beere Brom:
„Du weißt,
 dass es Himmel
 und nicht Brommel heißt!“


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